EU-Strategie für Klimaschutz

Im Kampf gegen den Klimawandel fordert die Europäische Kommission die Schaffung eines sogenannten Emissionshandelssystems für die industrialisierte Welt.

Der Handel mit Verschmutzungsrechten für den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) müsse bis 2015 auf alle 30 Staaten der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ausgeweitet werden, erklärte die Behörde.

„Kein Geld, kein Deal”

Bis 2020 sollten sich Russland sowie Schwellenländer wie China, Indien und Südafrika, die nicht der OECD angehören, anschließen. Umweltkommissar Stavros Dimas lobte von US-Präsident Barack Obama angekündigte Pläne für ein Handelssystem in den USA als „enorm ermutigend”. Die von der Kommission vorgestellte Strategie dient der Vorbereitung der EU für die Abschlussverhandlungen für ein neues Weltklimaabkommen. Europa will bei dem Treffen im Dezember in Kopenhagen mit einer Stimme sprechen. Umweltschützer nannten die Strategie einen Schritt in die richtige Richtung, aber zu unkonkret. Dimas machte klar, dass es nur dann gelingen werde, Entwicklungs- und Schwellenländer mit an Bord zu holen, wenn bis dahin Zusagen und Wege der Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in der Dritten Welt gesichert sind. „Kein Geld, kein Deal”, betonte der Grieche. Um den Temperatur­anstieg auf weniger als zwei Grad Celsius zu begrenzen, müssten die Industrieländer den Entwicklungsländern „wesentlich mehr Finanzmittel” bereitstellen. Bis 2020 müssten global etwa 175 Milliarden Euro zusätzlich investiert werden.

Große Anstrengungen

„Zur Bekämpfung der Ursachen und Folgen des Klimawandels sind erhebliche Investitionen notwendig”, sagte Dimas. „Diese verursachen allerdings erheblich niedrigere Kosten als eine Fortsetzung des zerstörerischen Klimawandels.” Erstmals schlug die Kommission Kriterien vor, um Reduktionsziele für Länder wie die USA, Australien oder Kanada berechnen zu können. Dazu zählen das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und das Bevölkerungswachstum. Australien hat indessen ein Emissionshandelssystem errichtet, Obama einen Neuanfang in der Umwelt- und Energiepolitik verkündet. Ein OECD-weiter Emissionshandel werde „immer realistischer”, sagte Dimas.

 

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