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„Es macht mich glücklich, ein Teil dieses Teams zu sein“

DSA Barbara Moser-Natter ist seit fünf Jahren stellvertretende Leiterin der Vorarlberger Telefonseelsorge.
DSA Barbara Moser-Natter ist seit fünf Jahren stellvertretende Leiterin der Vorarlberger Telefonseelsorge. ©Edith Hämmerle
DSA Barbara Moser-Natter spricht über die momentane Situation der TS.
TS Vorarlberg

Dornbirn. Nach wie vor erreichen sehr viele Anrufe oder E-Mails die Vorarlberger Telefonseelsorge (TS). Nach wie vor beschäftigt das Thema Corona die Menschen. In Zeiten der Isolation verstärkt sich das Gefühl der Einsamkeit, man träumt von einer Umarmung, sehnt sich nach Kontakten oder nach dem gewohnten Arbeitsplatz. Obwohl die Normalität langsam wieder Einzug hält, bleiben Sorgen und Ängste zurück. „Momentan treten auch wieder ältere Belastungen in den Vordergrund“, berichtet Barbara Moser-Natter. Die 49-jährige Wolfurterin ist seit 2015 stellvertretende Leiterin dieser sozialen Institution im Land, wo sie zu 75 Prozent angestellt ist. Neben der fünfjährigen Erfahrung bei der TS bringt sie ihre Fähigkeiten aus ihrer sozialen und psychologischen Ausbildung ein. Zu ihren Aufgaben zählt auch die Erstellung und Überwachung des Dienstplanes der Ehrenamtlichen, ebenso die Koordination deren Fort- und Weiterbildung.

Über 90 Ehrenamtliche

Eine Zunahme an depressiven Stimmungen ist derzeit spürbar. Selbst bei sonst stabilen Persönlichkeiten lassen die Ereignisse der letzten Wochen Spuren zurück. „Es macht mit jedem von uns was“, weiß Moser-Natter. Ganz besonders hervorheben möchte sie den Einsatz der über 90 Ehrenamtlichen. Gerade heute macht eine freiwillige Mitarbeiterin Dienst, die schon seit fast 40 Jahren, als von Anfang an, dabei ist. Die Frage, ob das Virus bei ihr selbst eine gewisse Angst einer möglichen Ansteckung ausgelöst habe, verneint sie und begründete es damit: „Ich hatte gerade auch an jenem Nachmittag Dienst, als ein Ausgehverbot über die Medien verhängt wurde. Sepp Gröfler, der Leiter der TS, kam sofort in der Dienststelle vorbei, um es mir mitzuteilen. Wir alle wurden laufend bestens informiert, die neuesten Meldungen waren uns zugänglich und außerdem wurden uns die Hygiene-Mittel umgehend zur Verfügung gestellt.“

Zukunftsängste

„Auch wenn Corona nicht mehr so sehr das Hauptthema bei den Anrufern ist, verstärken sich nach wie vor die Zukunftsängste, gerade was den Verlust des Arbeitsplatzes angeht. Bei anderen Anrufern sind es Befürchtungen, dass es nochmals zu einem Lockdown kommen könnte“, erwähnt Moser-Natter und kommt abschließend nochmals auf die Freiwilligkeit zurück. „Das gesamte Team macht den Dienst ehrenamtlich und anonym, sozusagen im Hintergrund, wo einem niemand öffentlich auf die Schulter klopft. Für andere Da-sein in einer Krisensituation war nicht nur ein Schlagwort, sondern wurde gelebt. Tag und Nacht. Es macht mich glücklich, ein Teil dieses Teams zu sein.“ EH

 

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