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Es gibt sie also doch noch, die Gegenkultur

Lochau - Hans Platzgumer fungiert als Kurator für das diesjährige "Transmitter"-Festival. Um Platzgumers Verdienste für die Musikwelt in Worte zu fassen, braucht man mindes­tens 334 Seiten.

Seine 2005 erschienene Autobiographie „Expedition – Die Reise eines Underground-Musikers in 540 kb“ erzählt von absurden Tour- und Studio-Episoden zwischen New York, Berlin, Tokyo, München und London, von den ParadigmenWechseln zwischen Independent-Rock, Grunge und Electronica, von künstlerischen Schaffenskrisen und der Inspirationskraft der Leere. Der gebürtige Tiroler hat mit seinen musikalischen Projekten wie „HP Zinker“, „hp.stonji“ oder „Queen of Japan“ die internationale Independent-Musikszene belebt und mitgeprägt. Doch es wäre vermessen, ihn nur auf die Musik zu reduzieren – Platzgumer ist auch noch Komponist, Produzent und Schriftsteller. Sein erster Roman, „Weiߓ (2008), rückt die ungeahnten Möglichkeiten der Veränderung in den Mittelpunkt – verpackt als Reise in die Arktis. Ein Mann auf der Suche nach einem Neubeginn. Der Selbstfindungstrip artet jeodch zum elementaren Überlebenskampf aus.

Die Mitte Europas

2001 zog es Platzgumer mit seiner Famlilie an den Bodensee – mit seiner Frau und den Kindern residiert er in Lochau. „Meine Frau ist von hier und für mich ist die Lage in Vorarl­berg perfekt. Davor habe ich ausschließlich in Millionenstädten gelebt, von daher ist es schon ein großer Unterschied. In München habe ich auch noch eine Wohnung, einmal in der Woche fahre ich dorthin,“ so Platzgumer. „Und wenn es mich wirklich in die Ferne zieht, dann sind auch die internationalen Flughäfen leicht zu erreichen.“ Im Lauf der Jahre hat sich Platzgumer ein weltumspannendes Netzwerk aufgebaut. „Ohne Kontakte ist man als Künstler aufgeschmissen und mir ist es wichtig, die Kontrolle über mein eigenes Schaffen zu haben.“

Punk als Geisteshaltung

Diesen Donnerstag öffnet das „Transmitter“-Festival in den Hohenemser Rheinauen seine Pforten. Hans Platzgumer zeichnet sich als Kurator für die ersten beiden FestivalTage verantwortlich. Erfahrung in diesem Bereich bringt der weitgereiste Musiker jedenfalls mit, war er doch schon als musikalischer Kurator für das ABC-Bert-Brecht-Festival in Augsburg tätig. „In Augsburg war es mir wichtig, Gruppen zu präsentieren, die sich mit dem Werk Brechts vereinbaren lassen.“ Ähnliches hat er in Hohenems vor. „Mit meinem Programm will ich zeigen, dass auch heute noch Punk existieren kann, darf und muss, und zwar nicht als Modeerscheinung, sondern als Haltung, die sich dem Rechteentzug entgegenstellt, dem die Elite seine Bürger jedes Jahr weiter unterwirft.“

Folk und Oper

Neben dem „Transmitter“ haben für Hans Platzgumer momentan sein Folk-Soloalbum und ein Auftragswerk für die Neuköllner-Oper in Berlin Priorität. „Die Folk-Platte wird wieder ganz was Neues. Akustik-Gitarre, Cello, Stimme – alles komplett selbst eingespielt. Im Februar hat dann „Peer lügt“, ein elektronisches Musiktheater frei nach Ibsen, in Berlin Premiere.“ Nebenbei ist dann noch ein neuer Roman im Entstehen. „Das neue Buch wird ‚Der Elephantenfuß heißen. Die Geschichte spielt sich in der Todeszone von Tschernobyl ab,“ verrät Platzgumer vorab. Erscheinen soll es im Laufe des nächsten Jahres. So schnell gönnt sich Platzgumer keine Pause.

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