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Erster Kreativwirtschaftsbericht Bodensee: Jeder Zehnte arbeitet in Kreativberufen

2015, Regionale Bedeutung und Konzentration: Die Karten zeigen die geografische Konzentration der Creative Economy. Grün eingefärbte Regionen sind jene, in denen der Erwerbstätigenanteil der Creative Economy überdurchschnittlich hoch ist.
2015, Regionale Bedeutung und Konzentration: Die Karten zeigen die geografische Konzentration der Creative Economy. Grün eingefärbte Regionen sind jene, in denen der Erwerbstätigenanteil der Creative Economy überdurchschnittlich hoch ist. ©Zürcher Hochschule der Künste - ZHdK
Software und Werbung als wichtigste Branchen – Vorarlberg knapp unter dem Durchschnitt.

Jeder zehnte Erwerbstätige ist im Bereich der Creative Economies beschäftigt. Das zeigt der erste Kreativwirtschaftsbericht für die Bodenseeregion, den die Zürcher Hochschule der Künste und die Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung gemeinsam mit der Internationalen Bodensee-Hochschule präsentiert haben. Vorarlberg liegt mit einem Anteil von 8,3 Prozent nur knapp darunter. Die StudienautorInnen schlagen die Stärkung von Kooperationen zwischen Kreativwirtschaft und Hochschulen vor, um das Potential des Wirtschaftszweiges zu nützen.

458.000 Personen (Stand 2015) arbeiten in der Bodenseeregion in der Creative Economy. Das entspricht 9,6 Prozent aller Erwerbstätigen. Auch in Vorarlberg ist die Kreativwirtschaft mit einem Anteil von 8,3 Prozent der Beschäftigten – insgesamt 16.000 Personen – von großer Bedeutung. Das zeigt der erste Kreativwirtschaftsbericht für den Bodenseeraum. Er wurde gemeinsam von der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und der Konstanzer Hochschule Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) erstellt und von der Internationalen Bodensee-Hochschule (IBH) gefördert.

Erfasst wurden für den Kreativwirtschaftsbericht sowohl die Erwerbstätigen in Kreativbetrieben, beispielsweise einer Werbeagentur, als auch die Erwerbstätigen in kreativen Berufen außerhalb des Kreativsektors, also etwa ein Grafiker in der Finanzbranche. Spitzenreiter nach Regionen ist Zürich mit einem Anteil von 16,8 Prozent der Beschäftigten, die in der Creative Economy arbeiten. Hinter der Ostschweiz (10,1 %) und Vorarlberg (8,3 %) folgen die deutschen Regierungsbezirke Tübingen, Freiburg und Schwaben mit einem Beschäftigungsanteil von 7,8 bis 7,2 Prozent.

Wichtigster Teilmarkt der Kreativwirtschaft in der Bodenseeregion ist die Softwareindustrie mit einem Anteil von 41,2 Prozent der Beschäftigten vor der Werbewirtschaft (23,5 %), Buch- und Presseverlagen (14,3 %) und der Designwirtschaft (13,8 %). In Vorarlberg ist die Werbewirtschaft mit 35,2 Prozent der Beschäftigten deutlich überrepräsentiert. Sie ist hier die stärkste Kreativbranche vor der Softwareindustrie (33,4 %) und der Designwirtschaft (13,5 %).

Investitionen schaffen Wirtschaftswachstum
Die StudienautorInnen zeigen auf, dass der Branchenkomplex bislang kaum als eigener Wirtschaftsfaktor betrachtet worden ist. „Die Kreativwirtschaft ist zweifelsohne ein wichtiger Innovationstreiber für die gesamte Bodenseeregion“, ist der Leiter der Geschäftsstelle der Internationalen Bodensee-Hochschule, Prof. Dr. Markus Rhomberg überzeugt. „Investitionen in die Kreativwirtschaft verstärken die Dynamik der Wirtschaftsentwicklung.“

„Der Bericht zeigt, wie verwoben die Kreativwirtschaft mit anderen Branchen in der Bodenseeregion ist“, betont Dr. Frank Speier, Vorsitzender der Kommission Wirtschaft der Internationalen Bodensee Konferenz. Er hält einen „regelmäßigen Dialog zwischen Wirtschaft, den Bildungsverantwortlichen in der Region und der Kreativwirtschaft für notwendig, damit die Politik die Rahmenbedingungen für diesen boomenden Sektor noch besser gestalten kann“. Der Kreativwirtschaftsbericht sei gleichzeitig ein Start für diesen wichtigen Austausch.

Information
Schiller, Janine (Hg.) (2019): Kreativwirtschaft Bodenseeregion. Wertschöpfung zwischen Kultur, Wirtschaft und Technologie. Zürich: Zürcher Hochschule der Künste.

Der Bericht ist als Download sowie als Printversion erhältlich. Er ist über die Websites www.creativeeconomies.com und www.bodenseehochschule.org zum Download verfügbar.

 

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