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Erster kabelloser Herzschrittmacher in Vorarlberg implantiert

Der 86-jährigen Patientin geht es ausgezeichnet.
Der 86-jährigen Patientin geht es ausgezeichnet. ©KHBG
Feldkirch. Zum ersten Mal überhaupt in Westösterreich wurde in der Abteilung für Kardiologie am LKH Feldkirch ein kabelloser Herzschrittmacher implantiert. Der 86-jährigen Vorarlberger Patientin geht es ausgezeichnet und sie ist stolz, als erste diese Art eines Herzschrittmachers erhalten zu haben.
Kabelloser Herzschrittmacher

Diese neueste Entwicklung in der Kardiologie bietet für die in Frage kommenden Patienten viele Vorteile, heißt es seitens des Krankenhauses: Die Implantation erfolgt schonend als lokale Therapie und ohne Anästhesie, ein Batteriewechsel ist nicht nötig und der kabellose Schrittmacher ist auch für MRT-Untersuchungen tauglich.

Ein Herzschrittmacher ist ein wichtiges Hilfsmittel für Menschen, deren Puls zu langsam wird. Er kommt auch bei bestimmten Herzrhythmusstörungen zum Einsatz. Fällt der Taktgeber aus, unterstützt der Herzschrittmacher in Form von nicht spürbaren, elektrischen Impulsen.”

Keine Operation und Batteriewechsel mehr nötig

Die üblichen Herzschrittmacher werden mittels einer Operation implantiert: Das Aggregat wird unterhalb vom Schlüsselbein eingesetzt, der Impuls über ein Kabel bzw. eine Sonde in die Herzkammer geleitet. Nach 8 bis 10 Jahren wird die Batterie operativ ausgetauscht”, erklärt Prim. Doz. Dr. Matthias Frick, Leiter der Kardiologie am LKH Feldkirch.

“Beim kabellosen Herzschrittmacher ist das anders: Für die Einführung des Schrittmachers ist nur ein kleiner Schnitt in der Leiste notwendig, mithilfe von radiologischer Bildgebung führen wir den Schrittmacher über die Vene direkt in die Herzkammer ein, wo er dann verhaftet bleibt und direkt die lebenswichtigen Stromimpulse ausschickt.”

Der kabellose Herzschrittmacher hat die Größe einer 1-Euro-Münze, für die Implantation ist keine Anästhesie notwendig. Impulse werden mehr als 10 Jahre ausgesendet, danach kann der Schrittmacher aufgrund seiner geringen Größe in der Herzkammer verbleiben und – so nötig – weitere implantiert werden. “Es ist also kein Batteriewechsel notwendig”, so Prim. Frick.

Welche Patienten kommen in Frage?

Der kabellose Herzschrittmacher eignet sich allerdings derzeit nicht für alle Patienten: Implantiert wird er älteren Patienten mit einer Herzrhythmusstörung, die maximal eine Sonde benötigen. Frick rechnet mit 10 bis 15 Patienten pro Jahr. Die Patienten werden in die Kardiologie am LKH Feldkirch überwiesen – entweder von den Abteilungen für Innere Medizin oder den niedergelassenen Kollegen.

MRT-Untersuchungen werden nicht behindert

Die Implantation dauert maximal 45 Minuten und erfolgt nach Diagnosestellung innerhalb weniger Tage. Im ersten Halbjahr finden zwei Kontrollen statt, danach wird der Schrittmacher einmal jährlich kontrolliert. Ein weiterer Vorteil ist für die Feldkircher Kardiologen auch, dass der kabellose Herzschrittmacher bei MRT-Untersuchungen kein Problem darstellt und in keinster Weise behindert.

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