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Erinnerungen an die „Getzner-Familie“

Der carla Store wird auch als Veranstaltungsort genutzt – hier das Erzählcafé des Geschichtsverein Bludenz.
Der carla Store wird auch als Veranstaltungsort genutzt – hier das Erzählcafé des Geschichtsverein Bludenz. ©Elke Kager Meyer
Ein geschichtsträchtiger Verein in einem geschichtsträchtigen Haus: Der Bludenzer Geschichtsverein hielt seine diesjährige Jahreshauptversammlung in der ehemaligen „Fabrik Klarenbrunn“ ab.
Geschichtsverein Bludenz

Diese Räumlichkeiten werden zwischenzeitlich als Unternehmenspark genutzt. Christian Leidinger (Die Koje) und Karoline Mätzler (Caritas carla Store) führten zu Beginn die interessierten Gäste durch die Räumlichkeiten, anschließend berichteten der Obmann des Geschichtsvereins, Christoph Thöny, sowie die Vorstandsmitglieder Manfred Tschaikner, Othmar Lenk und Otto Schwald im Eiltempo über die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres. So wurden acht eigene Veranstaltungen – unter anderem Erzählcafés und Geschichtswerkstätten – abgehalten, bei 24 Events, darunter die „Lange Nacht der Museen“, die Architekturtage, der „Tag des Denkmals“ sowie die „Lange Nacht der Kirchen“, war der Geschichtsverein Bludenz Kooperationspartner. Bekannt ist der Verein vor allem durch die Herausgabe der Bludenzer Geschichtsblätter, die übrigens online nachgesehen und bestellt werden können (www.bludenz.at/geschichtsverein).

 

Erzählcafé

Im Anschluss an den Jahresrückblick stand ein Erzählcafé über die „Spinnerei Klarenbrunn“ auf dem Programm. Ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichteten über ihre ganz persönlichen Erinnerungen an das Haus und das Leben darin. „Die Bludenzer Industriegeschichte hat natürlich auch den Wohlstand in die Stadt gebracht und sich maßgeblich das Stadtbild ausgewirkt“, machte Stadtrat Christoph Thoma zu Beginn auf die Wichtigkeit der Firmen Getzner, Suchard, Fohrenburg & Co für die Bedeutung dieser Firmen für die Entwicklung der Stadt Bludenz aufmerksam. Auch Otto Schwald unterstrich dies in seinem einführenden Impulsvortrag – so habe sich die Bevölkerung in der Stadt im Verlauf des 19. Jahrhunderts verdreifacht. Ein Besucher des Erzählcafés erinnerte sich an seine Lehrausbildung bei Getzner: „Wir haben schon damals eine fundierte Ausbildung erhalten.“ Besondere Erinnerungen hatten vor allen die männlichen Besucher an die sogenannten „Mädchenheime“, wo junge Mitarbeiterinnen wohnten. „Das Mädchenheim hatte natürlich für uns eine besondere Anziehungskraft“, erinnerte sich ein Getzner-Pensionist. „Ein Portier wies aber Männerbesuche kategorisch ab.

Wir schafften es aber doch irgendwie, in die Zimmer zu kommen und haben den Mädchen Streiche gespielt“, erinnerte er sich lachend. Auffallend, dass viele ehemalige Mitarbeiter „ihrer Getzner-Familie“ ihr ganzes Arbeitsleben lang die Treue hielten. Und schließlich lockte die Textilindustrie auch zahlreiche Trentiner nach Bludenz. So kam es, dass sogar ein eigener „Trentiner-Pfarrer“ im „Wälschen Kirchle“ die Trentiner Christen betreute. Gebeichtet und geflucht haben die italienischen Zuwanderer aber bis zuletzt in ihrer Muttersprache – so die Erzählung.

 

 

 

 

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