AA

Ergreifende und lebensnahe Erzählungen

Roswitha, Monika und Bernadette erzählten bei der Jahreshauptversammlung von ihren Erfahrungen im Bereich der Pflege zuhause.
Roswitha, Monika und Bernadette erzählten bei der Jahreshauptversammlung von ihren Erfahrungen im Bereich der Pflege zuhause. ©sg
Jahreshauptversammlung Krankenpflegeverein Großes Walsertal

Der Krankenpflegeverein Großes Walsertal zog bei der Jahreshauptversammlung Bilanz und ließ mit Berichten von Betroffenen aufhorchen.

Raggal/Marul. (sg) „120 Patienten wurden in 3532 Hausbesuchen im Jahr 2011 von unseren Krankenschwestern betreut“, präsentierte Obmann Georg Türtscher stolz die erbrachten Leistungen bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Krankenpflegevereins Großes Walsertal. Er eröffnete die Jahreshauptversammlung und bedankte sich in seinem Bericht bei den Krankenschwestern Cornelia, Miriam und Carina und allen MOHI-Helfer. Georg Türtscher zählte die vergangenen Veranstaltungen auf und rückte vor allem die Arbeit und den Einsatz des Vorstandes bei der 20-Jahr-Feier in den Vordergrund. Durch die einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses einer Krankenschwester, musste Kassier Simbert Burtscher in seinem ausführlichen Kassabericht von einem EUR 6.000,- hohen Abgang berichten. Durch bestehende Rücklagen konnte dieser Verlust im Geschäftsjahr 2011 ausgeglichen werden. Simbert Burtscher betonte, dass die Betreuung der Patienten auf Grund der bisherigen ausgeglichen Bilanz immer ohne Selbstbehalt möglich war. Rund 13 Prozent der Gesamteinnahmen bestehen ausschließlich aus Spendengeldern. Zwischendurch sang der Kirchenchor Raggal und lockerte die Versammlung mit volkstümlichen Liedern auf.

 

Pflege zuhause

Um den Umgang mit Patienten und die Arbeit der Mitarbeiter des Mobilen Hilfsdienstes dem Publikum nahe zu bringen, erzählten drei Frauen aus dem Großen Walsertal von ihren Erlebnissen. Monika Bickel ist zertifizierte Heimhelferin und beschrieb ihre Arbeit mit einem an Demenz erkrankten Mann, welchen sie wöchentlich besucht und ihm vorliest und gemeinsam Lieder singt. Genauso erzählte Bernadette Küng, ebenfalls MOHI-Helferin, dass ihr Patient schon mit Jasskarten auf sie wartet. Sie begleitet ihn auf dem Weg zur Kapelle, wo anschließend gemeinsam gesungen und gebetet wird. Zum Abschluss berichtete Roswitha Fischer über die Erfahrungen bei der Pflege ihrer Mutter und Unterstützung durch den Krankenpflegeverein. Roswitha schilderte den Krankheitsverlauf der dementen Frau und die dadurch entstandenen Herausforderungen für die pflegenden Angehörigen. „Was sollen wir machen, wie teilen wir uns die Betreuung auf und wer hilft uns bei der Pflege unserer kranken Mama? Wir Kinder wurden jeden Tag mit diesen Fragen konfrontiert.“, verdeutlichte Roswitha mit eigenen – sehr berührenden – Worten und sprach so manchem Angehörigen von Pflegebedürftigen aus dem Herzen. Roswitha gab zum Ausdruck, dass für sie die angenehme Kommunikation zwischen Krankenschwestern, MOHI-Helfer, Arzt und Angehörigen sehr wichtig war. „In dieser Situation war ich für jede Unterstützung seitens des Krankenpflegevereines sehr dankbar und ich schätze es heute noch“, beendete Roswitha ihre sehr emotional vorgetragene Lebenserfahrung. Dieser Einblick in den Pflegealltag, regte nicht nur zum Nachdenken an, sondern brachte die Notwendigkeit des Krankenpflegevereines und Mobilen Hilfsdienstes im Tal auf den Punkt.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Gemeinde
  • Ergreifende und lebensnahe Erzählungen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen