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  Erdgeschichte, die man anfassen kann

Der Steinbruch Unterklien blickt auf eine 400-jährige Geschichte zurück
Der Steinbruch Unterklien blickt auf eine 400-jährige Geschichte zurück ©Gerty Lang
400 Jahre gibt es die Steinbrüche zwischen Dornbirn und Hohenems.
Im Steinbruch

Dornbirn/Hohenems. Wenn man von Dornbirn Richtung Hohenems fährt, eröffnet sich ein Blick auf die breite Kulisse des Steinbruchs Unterklien, der sich auf einer Fläche von ca. vier Quadratkilometer erstreckt. 1610 wurde der Steinbruch erstmals urkundlich erwähnt. Einige hundert Jahre lang wurden in der Hohenemser Parzelle Klien Glaukonit-Sandstein abgebaut, welcher anschließend in er Parzelle Boden vor dem Dornbirner Gütle geschliffen wurde. Neben Wetzsteinen wurde das Material der Steinbrüche im Klien sowohl zur Herstellung von Mühl- und Pflastersteinen als auch für den Hausbau verwendet. In Dornbirn wurde einst behauptet, dass der „Satz“ des Breitenberges, emserisch auch Kühberg genannt, bis zur obersten Kante gereicht habe. In den Jahren 1654 und 1760 ereigneten sich Großfelsstürze, welche dann die heutige Landschaft zwischen der Bundesstraße östlich der Siedlung Bremenmahd geprägt haben. Die Gemeinde Hohenems eröffnete 1626 in der der Parzelle Unterklien einen Steinbruch zur Erzeugung von Schotter-, Pflaster- und Wetzsteinen. In späteren Jahren wurde der Steinbruch an diverse Kleinunternehmer verpachtet, ist in den Chroniken nachzulesen. Dabei wurde der Standort längst nicht nur als Steinbruch genutzt, sondern diente gegen Ende des Zweiten Weltkrieges kurzfristig auch Produktionsstätte für einen Rüstungsbetrieb. Im November 1944 wurde in den Höhlen des Unterkliener Steinbruchs Zahnräder für Kriegsfahrzeuge und Panzer bzw. wahrscheinlich auch Flugzeugteile gefertigt.

Fahrt durch den Steinbruch

Die deutlich geschichteten Felswände sind das versteinerte Ergebnis einer ca. 60 Mio. Jahre dauernden Ablagerung von Kalkschlamm, Kalkschalen von Tieren und Pflanzen, Tonschlamm und Sand in einem tropischen Meer. Herr über die Geröllmassen ist die Rhomberg Steinbruch Gesmbh, die heuer ihr 50-jähriges Jubiläum feiert. Mit Teamleiter Philipp Keckeis und Torben Nakoinz vom Marketing begibt sich die VN-Heimat im Geländefahrzeug auf eine Reise auf den steinigen Wegen. Spannend sind die mächtigen Radlader und Muldenkipper, die uns auf unserer Tour begegnen. Nachdem wir die Vorsieb- und Nachbrechanlage passiert haben, führt die Etagen-Straße in fast schwindelerregende Höhe. „Der Gesteinsabbau in die Tiefe erfolgt innerhalb der bestehenden Abbaufelder mit den klingenden Namen „Edith“ und „Edeltraud“. Die Steinbruchsohle wird auf 15 m abgesenkt,“ erzählt Keckeis. Die vorgesehene Rohstoffkubatur beträgt ca. 500.000 Kubikmeter Festgestein und wird in einem Zeitraum von 10 Jahren durch Kleinsprengungen abgebaut. Anschließend wird der Stein in den bestehenden Aufbereitungsanlagen veredelt. „In der neben dem Steinbruch auf Dornbirner Gebiet situierten AWG-Fläche werden Baustoffe recycelt und dadurch aufgewertet. Kies und alter Gleisschotter werden im Brecher zerkleinert, gesiebt und anschließend weiterverarbeitet“, erklärt der Teamleiter.

Vorbei an unzählig blühenden Schmetterlingssträuchern führt uns der Weg in die „Deponie“. Libellen, Wildbienen, Schmetterlinge haben hier ein neues Zuhause gefunden. Auch Pflanzen wie Sonnenblume oder wilde Brombeere, finden hier ihre ökologische Nische.

 

Kultur im Steinbruch

Der Steinbruch ist aber auch gleichzeitig ein Ort der Kultur und Förderer Hohenemser Vereine. Er diente schon als Kulisse für Krimis oder Modeschauen, war Austragungsort für Trial-Meisterschaften, ist Exkursionziel für Schulklassen. Aber auch das Bundesheer war mit Panzer- und Blackhawk-Vorführungen präsent. Um den Bedarf an Baumaterial in Vorarlberg auch in Zukunft mit heimischem Gestein decken zu können, plant die Rhomberg Gruppe den weiteren Abbau des Steinbruchs in Hohenems-Unterklien.

 

 

Quelle: „Chronik des Steinbruchs Hohenems-Unterklien“

 

 

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