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"Er wollte mich treffen"

Gaschurn - René Hillberger wurde am Sonntag nach dem Fußballspiel SV Gaschurn – SC Fußach mit dem Notarzthubschrauber ins LKH Feldkirch eingeliefert. Das Wann&Wo traf ihn im Krankenhaus. Vorbericht

Dem jungen Fußacher geht es nach dem schweren Foul den Umständen entsprechend gut, seinem Gegenspieler kann er jedoch nicht verzeihen.

WANN & WO: Wie kam es zu deiner Verletzung. Was ist genau passiert?

René Hillberger: Es war in der letzten Spielminute. Wir lagen bereits 0:4 zurück, das Spiel war entschieden. Nach einem Ausschuss des Torhüters stieg ich zum Kopfball hoch, bekam in dem Moment aber mit voller Wucht den Ellbogen meines Gegenspielers in den Kehlkopfbereich gerammt. Ich fiel zu Boden, hatte Atemnot. Im ersten Moment dachte ich, dass sich das Dress eng um meinen Hals geschnürt hat. Ich riss daran, bekam jedoch immer mehr Atemnot und Krämpfe und verlor das Bewusstsein.

WANN & WO: Wie ging es dann weiter?

René Hillberger: Irgendwann traf der Krankenwagen ein, ich habe das ja nicht mehr so genau mitbekommen. Im Krankenwagen hatte ich erneut einen Krampfanfall, woraufhin der Hubschrauber alarmiert wurde, mit dem ich ins Landeskrankenhaus nach Feldkirch geflogen wurde.

WANN & WO: Wie geht es dir mittlerweile?

René Hillberger: Ich habe zum Glück keine inneren Verletzungen erlitten. Beim Kehlkopf passt mehr oder weniger alles. Nur mein Kreislauf ist noch nicht ganz stabil. Deswegen bekomme ich noch eine Physiotherapie und darf das Krankenhaus dann heute oder morgen wieder verlassen.

WANN & WO: Würdest du das Foul als unglücklichen Unfall, wie er beim Fußball nun mal passieren kann, bezeichnen?

René Hillberger: Absolut nicht. So, wie mein Gegenspieler in den Zweikampf gegangen ist, konnte es nur Absicht sein. Er wollte mich treffen. Das habe ich auch von mehreren Seiten gehört und selbst die Gaschurner Fans waren empört über diese Aktion. Er hat offenbar schlecht geschlafen, denn am nächsten Tag hat er mich angerufen und sich bei mir entschuldigt. Aber ich kann ihm nicht vergeben, solch eine Aktion ist für mich unentschuldbar. Bei so etwas hört der Spaß auf.

WANN & WO: Wie kannst du dir dieses böse Foul erklären? Das Spiel war ja schon zugunsten der Montafoner entschieden.

René Hillberger: Die einzige Erklärung, die ich dafür habe ist die, dass er einfach zwei Köpfe größer ist als ich. Ich habe aber davor ein paar Kopfballduelle gegen ihn gewonnen und mich im Zweikampf oft durchsetzen können. Vielleicht hat ihn das zu sehr gefrustet, ich weiß es nicht.

WANN & WO: Wirst du in Zukunft weiterhin Fußball spielen, und wenn ja, wirst du dich auf dem Platz anders verhalten?

René Hillberger: Wir sind ja keine Profis und wollen und sollen deswegen ja aus Spaß Fußball spielen. Ich hatte bereits mehrere Verletzungen, unter anderen einen mehrfachen Bänderriss und einen Schlüsselbeinbruch. Solche Aktionen haben einfach nichts mehr mit Spaß zu tun, deswegen überlege ich mir schwer, ob ich weitermachen soll. Heutzutage geht es beim Fußball fast nur noch um Geld, selbst in den unteren Ligen. Das finde ich schade.

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