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"Er wollte ein Nacktfoto!"

Karo Tothpal tappte glücklicherweise nicht in die Falle des Betrügers.
Karo Tothpal tappte glücklicherweise nicht in die Falle des Betrügers. ©handout/Tothpal
Mit WANN & WO sprach Karo Tothpal (29) aus Lauterach über die ihr widerfahrene Betrugs-Geschichte, die in "20 Minuten" für Schlagzeilen sorgte.

Von Alyssa Hanßke/Wann & Wo

Eines Morgens checkte das in der Schweiz lebende Model Karo Tothpal ihr Postfach und entdeckt eine E-Mail der etwas anderen Art. „Der Mann schrieb, er arbeite als Redakteur für das deutsche Playboy-Magazin und habe mich über meinen Instagram-Account gefunden“, erzählt die gebürtige Lauteracherin. Der Unbekannte kam auch gleich zur Sache: „Er fragte, ob ich Teil einer Social-Media-Kampagne der Zeitschrift sein möchte. Dafür müsse ich ihm jedoch Fotos von mir schicken.“ Der angebliche Redakteur erklärte dem Model, dass sie auf den Fotos zwar nicht ganz nackt zu haben brauche, ihre Brüste aber auf den Bildern gut zu sehen sein müssten. Ihr Kopf selbst müsse auf dem Nacktfoto nicht zu sehen sein. Zusätzlich brauche er ein normales Foto von der 29-Jährigen, um identifizieren zu können, dass es sich bei der Aktaufnahme auch tatsächlich um sie handle. „Die Mail klang sehr professionell. Natürlich googelte ich zur Sicherheit den Namen und die Mail-Adresse, von der aus mir der vermeintliche Redakteur geschrieben hatte. Beides führte mich zur Homepage von Playboy und einer realen, dort arbeitenden Person. Alles sprach also dafür, dass es sich um eine echte Anfrage des Magazins handelt“, erzählt Karo.

Betrüger entlarvt!

Dennoch war die 29-Jährige noch nicht ganz überzeugt: „Mir kam es komisch vor, dass mich der Mann direkt nach Aufnahmen fragte, ohne mir vorher überhaupt einen Vertrag oder ähnliche Dokumente vorzulegen. Daraufhin antwortete ich dem vermeintlichen Redakteur, ich könne ihm gerne ein normales Foto von mir schicken, doch ohne Vertrag könne ich ihm auf keinen Fall eine Nacktaufnahme senden.“ Darauf folgte eine Mail, die nicht mehr so freundlich war, wie die erste: Der Mann meinte, dass die Dinge so nun mal bei ihnen funktionieren würden und setzte das Model unter Druck – er gab ihr für die Entscheidung eine Deadline von zwei Tagen. An diesem Punkt reagierte Karo genau richtig: Sie ging der Sache weiter nach. „Ich nahm mit dem echten Redakteur Kontakt auf, hinter dessen Namen sich der Betrüger versteckte. Dieser bestätigte meine Befürchtung: Eine Frau habe dem Unternehmen die gleiche Geschichte gemeldet. Es handelt sich um Betrug. Die Anwälte sind bereits eingeschaltet.“ Aufgrund ihres Misstrauens, ist die 29-Jährige noch einmal unbescholten davon gekommen. Nun teilt sie ihre Geschichte, um gerade junge Mädchen vor solchen Betrugsmaschen zu warnen: „Ich weiß nicht, ob ich tatsächlich auf das Angebot eingegangen wäre, auch wenn es echt gewesen wäre. Aber alles wirkte so real. Ich habe Angst, dass gerade junge Mädchen auf ein solches Scheinangebot, gerade auch mit der in Aussicht gestellten Gage, reinfallen könnten. Darum wollte ich vor einer solchen Situation warnen.“

Hinterlistige Online-Fallen

Phishing-Mails

Eine Mail von einer vermeintlichen Bank, Paypal oder einem Kreditkartenunternehmen erscheint im Posteingang – mit der Aufforderung: Die eigenen Kontodaten oder PINs müssen über den angegebenen Link in einem Formular eingetragen werden. Bei wem nicht bereits jetzt die Alarmglocken läuten, sollte gewarnt sein: Über diese Methode – dem Phising – versuchen Betrüger an die Kontodaten des Opfers zu gelangen.

Die Mail vom Anwalt

Wenn sich plötzlich die an einen selbst gerichtete Mail eines Anwalts im Posteingang findet, kann man schon einen Schreck bekommen. Im Anhang eine angebliche Klageschrift. Die Angst sagt: Sofort öffnen! Der Verstand sollte aber schnell merken, dass hier etwas falsch ist. Immerhin werden wichtige Nachrichten bis heute per Einschreiben und nicht via Mail verschickt. Generell sollten keine Mails von unbekannten Absendern geöffnet werden!

Scareware

Eine besonders dreiste Form des Online-Betrugs ist die sogenanne Scareware.  Dies kann in Form eines Werbebanners oder durch das Herunterladen einer ansonsten unverdächtigen Freeware passieren. Plötzlich taucht eine Schock-Meldung auf dem Bildschirm auf: „Vorsicht, Ihr PC hat einen Virus!“ Freundlicherweise gleich mit einem angeblichen Lösungs-vorschlag im Gepäck. Aber Achtung: Ebendieser beinhaltet nämlich den eigentlichen Virus. Erst durch das Herunterladen des angebotenen Gegenmittel-Tools wird die Software tatsächlich verseucht.

(WANN & WO)

Die aktuelle Ausgabe der Wann & Wo lesen Sie hier.

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