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Entwicklung von Blum bleibt trotz Corona-Krise stabil

Blum schaffte trotz Corona-Krise ein Umsatzplus.
Blum schaffte trotz Corona-Krise ein Umsatzplus. ©VOL.AT
Die Vorarlberger Beschlägehersteller-Gruppe Julius Blum GmbH - Vorarlbergs größter Arbeitgeber - hat das Geschäftsjahr 2019/2020 (per 30. Juni 2020) trotz der Coronakrise mit einem leichten Umsatzplus abgeschlossen. Das Geschäftsvolumen von Blum belief sich auf rund 1,907 Mrd. Euro (plus 14,9 Mio. Euro bzw. 0,8 Prozent). Geschäftsführer Philipp Blum sprach von "zufriedenstellenden" Zahlen.
Blum-PK
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Blum präsentierte Bilanz für 2019/2020

Höchst. Bis zur Coronakrise habe man sich auf einem sehr guten Weg befunden, im April und Mai seien die Umsatzrückgänge jedoch so massiv gewesen, "wie wir es noch nie erlebt haben", sagte Blum bei der alljährlichen Pressekonferenz des Unternehmens am Donnerstag.

Zur Ertragssituation macht das Familienunternehmen traditionell keine Angaben. Blum bezeichnete die vergangenen Monate als "große Herausforderung", manche Kunden seien nicht einmal auf digitalem Weg erreichbar gewesen. Nach der Umstellung auf "Notbetrieb" von Mitte März bis Ostern sei man seit Juni nun wieder gut beschäftigt. "Wir hoffen, dass wir das Ärgste überstanden haben, erwarten jedoch einen stürmischen Herbst", sagte Philipp Blum.

44 Prozent in der EU erwirtschaftet

44 Prozent der Umsätze des zu Ende gegangenen Wirtschaftsjahres wurden in der EU erwirtschaftet, 15 Prozent in den USA. In Westeuropa habe die Coronakrise "massivste Spuren" hinterlassen, so Blum, in der D-A-CH-Region habe man das Vorjahresniveau ebenso wie in Nordamerika halten können. Ein deutliches Umsatzplus sei in Osteuropa erzielt worden, wo sich die Märkte Polen, Tschechien, Russland und Ukraine gut entwickelten. In Asien habe man größtenteils Umsatzrückgänge hinnehmen müssen, nicht aber in China, wo man gewachsen sei. "Dort ist das Wirtschaftsleben Anfang März wieder zügig hochgefahren worden", schilderte Blum. Der in Bau befindliche Produktionsstandort in China soll Mitte 2022 in Betrieb gehen. Bisher verfügt das Unternehmen außer in Vorarlberg mit acht Werken auch in den USA, Brasilien und Polen über Produktionsstandorte. Insgesamt ist Blum in über 120 Ländern aktiv, es werden 32 Tochtergesellschaften bzw. Repräsentanzen betrieben. Neu dazugekommen ist Südafrika.

Die Blum-Gruppe investierte im abgelaufenen Geschäftsjahr laut Co-Geschäftsführer Martin Blum 327 Mio. Euro (Vorjahr: 242 Mio.), fast drei Viertel davon in Vorarlberg. Der Mitarbeiterstand der Gruppe stieg im Geschäftsjahr 2019/20 um 262 auf 8.349 Personen an. In Vorarlberg, wo 6.180 Personen beim Unternehmen beschäftigt sind, kamen 143 neue Mitarbeiter hinzu.

Ausblick "mit großer Unsicherheit"

Die kommenden Monate sieht Philipp Blum in einem Ausblick "mit großer Unsicherheit" behaftet. In vielen Ländern sei die Gesundheitskrise noch nicht überstanden, die Folgen für die Wirtschaft würden lange spürbar bleiben. Bei Blum plane man vorsichtig, man gehe von einer verhaltenen Entwicklung aus. Dabei bezeichnete er den Herbst als "Bewährungsprobe". Zwar sei es im Juni aufwärtsgegangen, das sei aber auch auf einen Nachholeffekt zurückzuführen. "Wir wissen noch nicht, wo das neue Niveau liegt", stellte Philipp Blum fest. Auch deshalb habe man die Anmeldung zur Kurzarbeit bis Ende September verlängert. "Das ist ein Rettungsring, der uns Sicherheit gibt. Wir haben den klaren Wunsch und das Ziel, die Kurzarbeit nicht in Anspruch zu nehmen", sagte Blum. Als besonders wichtig zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen erachtete er einen gemeinsamen Weg der Europäischen Union: "Gerade für uns als international tätiges Unternehmen ist diese Gemeinschaft elementar".

Blum-PK über das abgelaufene Wirtschaftsjahr

(Red.)

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