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Endspurt für Sulner Kindercampus

KIndercampus Sulz kurz vor der Fertigstellung
KIndercampus Sulz kurz vor der Fertigstellung ©Christof Egle
Eröffnung im Juni, Bezug bereits im Frühjahr
Kindercampus Sulz vor der Fertigstellung

Sulz. Seit dem Frühjahr 2018 wird fleißig an der Baustelle zum neuen Kindercampus Sulz gewerkt. Unterbrochen werden mussten die Arbeiten dann im Sommer desselben Jahres. Auf dem Baugelände wurden Knochen und Skelette entdeckt. Schnell wurde klar, dass man quasi auf die eigenen Vergangenheit – einen Friedhof der wie neueste Untersuchungen zeigen nicht wie zuerst angenommen aus dem 15. bzw. 16.Jahrhundert, sondern schon aus der Zeit zwischen 9. bzw dem 13. Jahrhundert stammt – gestoßen war. Es folgte ein sofortiger Baustopp, die Archäologen übernahmen das Zepter, legten den Friedhof frei und sicherten so die historische Funde. Rund vier Monate ruhten die Bauarbeiten. Diese Verzögerungen konnten aber wieder gut aufgearbeitet werden und so laufen derzeit die finalen Bauarbeiten, es fehlt eigentlich innen wie außen nur noch der Feinschliff. Auch wenn die offizielle Eröffnung erst im kommenden Juni angesetzt ist, wird sich der Kindercampus bereits zuvor mit Leben füllen, bereits nach den Semesterferien sollen die erste Gruppen in ihre neue rund 3,6 Millionen Euro teure Heimat einziehen. Sowohl Kindergarten als auch die Kleinkinderbetreuung werden dann ihren Platz im Campus erhalten. Für Bürgermeister Karl Wutschitz ein absoluter Meilenstein in der Gemeindegeschichte und auch für viele junge Familien wird so die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert.

Das Thema Kleinkinderbetreuung nicht in der Familie, sondern in einer kommunalen Einrichtung wird in der öffentlichen Wahrnehmung aber durchaus unterschiedlich gesehen, wie auch die laufende Regionalumfrage der Vorarlberger Nachrichten für das Vorderland zeigt. Wenn es um den weiteren Ausbau des Kinderbetreuungsangebots geht, empfinden nur gut 60 Prozent dieses Thema für wichtig. Für knapp ein Viertel der Teilnehmer ist die Frage nicht wichtig, der Rest hat keine Meinung dazu. Worin die Motive für das Abstimmungsverhalten liegen, kann an dieser Stelle nicht final geklärt werden, mutmaßlich gibt es aber noch einiges an funktionierenden Familienstrukturen, die wenig bis kaum auf ein Kinderbetreuungsangebot abseits vom klassischen Kindergarten angewiesen sind. Für alle andere, die dieses Privileg nicht genießen können, sind aber Investitionen wie der neuen Sulner Kindercampus ein Segen, der das Alltagsleben wieder ein Stück weit erleichtern wird. CEG

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