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Elsner fühlt sich missbraucht

Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner sieht sich als Opfer der Politik. "Ich fühle mich von der Politik missbraucht", sagte Elsner heute Mittwoch am 84. Tag des BAWAG-Prozesses im Zuge eines Disputs um die Befragung des Gutachters.

Das Justizministerium habe die Weisung gegeben, dass die Anklage noch vor den Wahlen 2006 (gemeint offenbar die Nationalratswahlen am 1. Oktober 2006, Anm.) erhoben werden solle, sagte der Angeklagte. “Man hat einen Schuldigen gesucht”, beklagte Elsner. Das Volumen des Akts habe sich seitdem vervielfacht.

Staatsanwalt Georg Krakow reagierte sofort: “Woher wissen Sie das mit der Weisung?”, hakte er nach. “Woher soll ich’s wissen, ich nehme es an”, ruderte Elsner zurück. “Es gab in dem Verfahren überhaupt keine inhaltliche Weisung”, betonte der Staatsanwalt.

Die Anklageschrift sei schon vorher beim Magazin “News” gewesen, bevor sie die Angeklagten zugestellt bekommen hätten, empörte sich Elsner weiter: “Was ist das denn für eine Vorgangsweise!”

Richterin Claudia Bandion-Ortner hatte zuvor den besonders großen Umfang des BAWAG-Strafprozesses eingeräumt: “In dieser Dimension hat es wahrscheinlich in diesem Haus noch überhaupt kein Verfahren gegeben”. Das Gutachten von Fritz Kleiner sei deshalb erst während der Hauptversammlung in Auftrag gegeben worden, weil erst im Laufe der Hauptversammlung Unterlagen zum Gegenstand vorgelegt worden seien.

Rudolf Breuer, der Anwalt von Peter Nakowitz, sieht das Ganze anders: Für ihn liegt die einzige Verantwortung für das lange Verfahren bei der Anklagebehörde, die eine Anklage gemacht habe ohne ein Gutachten einzuholen. Lediglich die Staatsanwaltschaft habe daher die Verzögerungen im Verfahren zu verantworten. Elsner sollte aus der U-Haft entlassen werden, meinte Breuer.

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