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Elbe überschritt Neun-Meter-Marke

Die Elbe hat Freitag gegen 9.00 Uhr in Dresden die Neun-Meter-Marke überschritten. Kampf um Semperoper aufgegeben, auch Dresdner Zwinger soll nicht mehr geschützt werden.

Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt und Geologie lag der Wasserstand bei 9,01 Metern. Normal sind zwei Meter. Zuvor hatten die Behörden den Kampf gegen das Wasser rund um weltbekannte kunsthistorische Güter wie den Dresdner Zwinger und die Semperoper aufgegeben und sich zumindest auf auf eine teilweise Überflutung der Gebäude eingestellt. In dem Operngebäude war zunächst das Kellergeschoss betroffen.

Zuvor war gegen 8.00 Uhr im tschechischen Usti (Aussig) ein Pegel von 11,72 Meter gemessen worden. Die Tendenz sei dort langsam steigend. „Der Scheitel befindet sich jetzt zwischen Melnik und Usti“, hieß es.

Die Behörden in Dresden hatten in der Nacht auf Freitag nach den Worten eines Sprechers der Stadt ihre erfolglosen Bemühungen eingestellt, die historische Semperoper und den Dresdner Zwinger vor einem weiterem Anstieg des Hochwassers der Elbe zu schützen.

Der Sprecher der Stadt Dresden, Kai Schulz, sagte: „Wir haben den Theaterplatz aufgegeben.“ Noch am späten Donnerstagabend hatten Einsatzkräfte vom Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr versucht, mit schwerem Gerät die Keller der historischen Gebäude leerzupumpen. Schulz sagte, die Pumpen würden an anderer Stelle in der Stadt gebraucht. Der Kampf gegen die Wassermassen am Theaterplatz habe keinen Sinn mehr gehabt.

Nach Angaben des Technischen Hilfswerkes stand das Elbwasser im Kellergeschoss der Semperoper mittlerweile rund 2,50 Meter hoch. Dort ist das Restaurant untergebracht ist. Auf dem Theaterplatz selbst hatte sich am Morgen eine erste große Wasserlache gebildet. Das Wasser sprudelte ungehindert durch Kanaldeckel hinter den Sandsackbarrieren auf den Platz.

Adi Luick, Dramaturg an der Semperoper, erklärte, der weltbekannte Zuschauerraum und der Orchestergraben seien bisher von der Überschwemmung verschont geblieben. Auch sei es gelungen, das gesamte Notenmaterial zu retten. „Das ist total frustrierend, alles ist wieder voll gelaufen“, sagte Luick. Es werde mindestens zwei Monate dauern, bis an der Semperoper wieder gespielt werden könne.

Auch im Keller der Gemäldegalerie des Zwinger wurde kein Wasser mehr abgepumpt. In der Elbe, die sich in den vergangenen Tagen in einen reißenden Strom verwandelt hatte, schwammen am Morgen Baumstämme und Unrat. Von Evakuierungsmaßnahmen waren allein in Dresden mittlerweile rund 30.000 Menschen betroffen.

Die Situation in Sachsen insgesamt war dramatisch. Weite Teile des deutschen Bundeslandes waren überschwemmt, Zehntausende Menschen wurden evakuiert. Auch Bitterfeld in Sachsen-Anhalt entschied sich für die Evakuierung von sechs der zehn Stadtteile. Obwohl der Wasserstand der Mulde stetig fiel, befürchteten die Behörden ein überschreiten der Dämme am Stadtrand. Zudem leckten die völlig durchnässten Deiche an immer mehr Stellen.

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