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Eiserner Hans und goldener Prinz

Dreimal kommt der Prinz als fremder Ritter verkleidet auf das Fest des Königs und fängt den goldenen Ball der Prinzessin. Wird er ihre Hand gewinnen?
Dreimal kommt der Prinz als fremder Ritter verkleidet auf das Fest des Königs und fängt den goldenen Ball der Prinzessin. Wird er ihre Hand gewinnen? ©Verena Kogelnig
Weitgereistes Figurentheater über die alchemistisch angehauchte Verwandlungsreise eines Prinzen.
Stefan Libardi Der Eisenhans

Feldkirch Er tourte damit durch Japan, führte es in Istanbul (Türkei) und in Orenburg (Russland) auf: Mit seinem Stück „Der Eisenhans“ reiste Stefan Libardi sprichwörtlich um den halben Globus. Nachdem es seit seiner letztmaligen Aufführung zehn Jahre pausieren durfte, kehrte das auf einem Märchen der Brüder Grimm basierende Figurenspiel nun auf die Bühne zurück. Am vorigen Samstagnachmittag zeigte es Libardi im Theater am Saumarkt vor seinem jungen Publikum.

Von Eisen zu Gold

Die größte Zahl an Spielorten des Dornbirners Libardi, der in Wien seine Wahlheimat gefunden hat, liegt nach wie vor in Vorarlberg. Doch seinen „Eisenhans“ trug er in die Welt hinaus. Mit den Bühnenelementen und den 13 Figuren, deren Ausarbeitung ganze drei Monate in Anspruch nahm, illustriert seine Umsetzung die Geschichte reichhaltig. Ohne der Sprache mächtig zu sein, bekomme man alles mit, ist Libardi überzeugt. Die fernen Orte erlebten daher bisweilen ohne Übersetzung die Entwicklung des jungen Helden dieses weniger bekannten Grimm-Märchens mit: wie der Prinz den rostbraunen Mann aus dem eisernen Käfig befreit, von diesem Eisenhans in den Wald mitgenommen und dann in die Welt hinausgeschickt wird, wie der Held am Hof eines fremden Königs niedere Dienste tut und schließlich durch Bescheidenheit, Mut und Eisenhans‘ Hilfe – nicht zuletzt aber durch sein goldenes Haar – das Herz und die Hand der Königstochter gewinnt.

Die Brüder Grimm veröffentlichten das Märchen in dieser Fassung erstmals in der 6. Auflage ihrer „Kinder- und Hausmärchen“ (1850). Libardis Inszenierung feierte ihre Premiere 1996. Es war das dritte Stück von Libardis „Theater im Ohrensessel“. Restauriert, die Gesichter der Puppen frisch bemalt kehrte es nun zurück. In Text und Aufbau bleibt es dicht am Original. „Ich versuche nahe an der Märchensprache und dem Gehalt des Märchens dranzubleiben“, bekundet Libardi. Zur Umsetzung der Geschichte fand er sich durch das nach dem Märchen betitelte Buch des amerikanischen Schriftstellers Robert Bly inspiriert. VKO

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