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Eingesperrt-Sein und Verfolgung

Hanno Loewy in der Praxisschule der PH Feldkirch
Hanno Loewy in der Praxisschule der PH Feldkirch ©Henning Heilmann
Direktor des Jüdischen Museums Loewy und Schriftsteller Kabelka in der Praxisschule
Hanno Loewy und Franz Kabelka an der Praxisschule

FELDKIRCH Mit dem Thema “Freundschaft in Zeiten des Eingesperrt-Seins” befassten sich Schüler der vierten Klasse der Praxisschule an der PH Vorarlberg in Feldkirch im Rahmen eines Schulprojekts mit dem Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems Hanno Loewy und dem Vorarlberger Schriftsteller Franz Kabelka.

Während der Ausgangssperre auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie erlebten viele Schüler das erste Mal selbst ein Gefühl des Eingesperrt-Seins. Noch viel drastischer und letztendlich lebensbedrohlich war das Eingesperrt-Sein für die Juden und weitere verfolgte Gruppen im Dritten Reich. Eine Brücke zwischen der aktuellen Erfahrung der Isolation Zuhause und dem Schicksal von Anne Frank zur NS-Zeit wurde geschlagen.

Flucht vor Nazis

Gespannt lauschten die Schüler den Ausführungen und Erzählungen von Hanno Loewy. Dem Direktor des Jüdischen Museums Hohenems gelang es, Grausamkeit und Sinn-losigkeit des Krieges und Menschenverachtung der Nationalsozialisten anhand von Beispielen aus Feldkirch zu veranschaulichen. Als Grenzstadt zog es viele Verfolgte nach Feldkirch, die versuchten, vor den Nazis in die benachbarte Schweiz zu fliehen. Manche bauten ein Versteck in einem Holzkohlezug, wo Hunde sie aufgespürt haben. Die Sozialistin und Widerstandskämpfern Hilda Monte ist noch am 17. April 1945 an der Grenze zu Liechtenstein beim Versuch in die Schweiz zu reisen, erschossen worden.

Isolation spürbar

Franz Kabelka leitet einen Schreibworkshop mit Schülern der 4. Klasse der Praxisschule und war erfreut, Schreibimpulse gesetzt und Liebe zur Sprache vermittelt zu haben. Schüler schilderten ihre Erfahrungen während des Corona-Lockdowns in bewegenden Texten. Die “Freundschaft in Zeiten des Eingesperrt-Seins” wurde aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Lukas Khan nannte das Eingesperrt-Sein als die schwierigste Zeit für die Freundschaft. Wie lebt man Freundschaft in Zeiten der Corona-Pandemie? Whatsapp, Facetime und die klassische Telefonie wurden als alternative Wege genannt, sich virtuell statt real mit den Freunden zu treffen. Auch mit dem Thema Freundschaft setzten sich die Schüler auseinander. Wichtig sei es, zwischen wahren Freunden und „Fake-Freunden“ zu unterscheiden und zu überlegen, wem man Probleme anvertraut.

Gute Resonanz

Als Lehrkräfte zeigten sich Christine Aebi und Ralf Greiner über die ausgezeichnete Resonanz der Schüler auf das Schulprojekt sehr erfreut. Das Angebot, „Geschichte anhand von Geschichten“ zu erfahren, wurde sehr interessiert und mit vielen konkreten Nachfragen wahrgenommen. Aktuelle Parallelen zur Verfolgung von Minderheiten durch die Nationalsozialisten wurden in rassistischen Einstellungen gegenüber Schwarzen und der Georg-Floyd-Bewegung in den USA gesehen. HE

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