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Eine Tragödie als Endstation

Mäder/VN - Täter Walter Sch., 68, galt in seinem Bekanntenkreis als umgänglich und friedfertig.

In den letzten beiden Jahren habe man ihn nicht mehr so oft gesehen, berichten Bekannte des mutmaßlichen Mörders und Selbstmörders Walter Sch. „Seit er mit dieser Frau zusammenkam“, glaubt Peter Sumper, der zum ehemaligen Tischler wenigstens noch gelegentlich Kontakt hatte. Der 70-jährige Bekannte des Täters erinnert sich, wie Walter Sch. vor gut zwei Jahren ein Kontaktinserat aufgab. „Er bekam cirka 50 Zusendungen. Entschieden hat er sich dann für die schlechteste“, ist Sumper überzeugt. Walter Sch. hatte all die Jahre zuvor allein gelebt, galt als Prototyp eines ewigen Junggesellen.

Vor Gericht

Das Leben des Paars gestaltete sich bald recht kompliziert. Auch die Kripo bestätigt: ­Walter Sch.s Freundin machte mit dem Geld ihres Partners zahlreiche Anschaffungen. Trotzdem gab es immer wieder heftige Auseinandersetzungen. Diese landeten einmal sogar vor Gericht, nachdem Walter Sch. seine Freundin beschuldigte, ihn bestohlen zu haben. „Doch dann kam es zu einer überraschenden Versöhnung. Anschließend heirateten sie heimlich. Ich erfuhr erst später davon und habe das nicht verstanden“, berichtet Peter Sumper. Walter Sch., der in geselliger Runde stets gerne gesehen wurde, habe sich bald fast völlig isoliert. „Ich war einer der wenigen, der noch einen gewissen Kontakt mit ihm hatte. Aber auch das wurde weniger und weniger.“ Einmal habe ihm Walter Sch. mitgeteilt, dass er bereits 250.000 Euro während seiner Partnerschaft ausgegeben habe. „Geld für Autos, Möbel, Schmuck. Wobei Walter Sch. gar keinen Führerschein ­hatte.“ Zum letzten Mal sah Peter Sumper seinen Bekannten vor zwei Monaten. „Wir saßen draußen, als es zu einem heftigen Streit zwischen Walter und seiner Frau kam. Sie hielt ihm vor, dass ein paar Fenster nicht richtig zugingen.“

Letzter Kontakt

Danach sah Peter Sumper seinen Freund nicht mehr. Den letzten telefonischen Kontakt mit Walter Sch. hatte er vor drei Wochen. „Es ging um Heizöl, das wir immer gemeinsam bestellen. Ich wollte wegen des günstigen Preises welches einlagern. Er nicht, weil er glaubte, es würde noch billiger. Danach hörte ich nichts mehr von ihm.“ Am vergangenen Sonntag fuhr Sumper noch am Haus seines Bekannten vorbei und wunderte sich, dass niemand im Haus oder im Garten war. Für Peter Sumper ist die Bluttat völlig unvorstellbar. „Ich bin fassungslos.“

Guter Arbeiter

Walter Sch. galt als unauffälliger wie angenehmer Nachbar. Hans Ender, der in Steinwurf-Distanz von ihm wohnt, beschreibt ihn so: „Er hat immer freundlich gegrüßt. Und war hilfsbereit. So lieh er mir vor einigen Jahren ein großes Baugerüst aus. Das tat er gerne.“ Auch sein früherer Arbeitgeber Manfred Ender von der gleichnamigen Tischlerei in Altach stellt dem 68-Jährigen ein gutes Zeugnis aus. „Er war 40 Jahre bei uns im Betrieb. Pünktlich, fleißig, angenehm im Umgang. Ein guter Mitarbeiter“, beschreibt Manfred Ender den späteren Mörder.

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