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Eine Schultasche voller Glück

Birgit Hagen vom Zäodl setzt sich seit vielen Jahren für finanziell schlechter gestellte Kinder ein und schenkt ihnen eine Schultasche. Im Keller sammelt sie dafür unverkaufte und gebrauchte Taschen.
Birgit Hagen vom Zäodl setzt sich seit vielen Jahren für finanziell schlechter gestellte Kinder ein und schenkt ihnen eine Schultasche. Im Keller sammelt sie dafür unverkaufte und gebrauchte Taschen. ©bvs
 Kein Kind muss mit einer Plastiktasche in die Schule gehen, findet Birgit Hagen (53) vom Zäodl in Lustenau. Deshalb verschenkt sie Schultaschen an Familien, bei denen es finanziell knapp ist. Und zaubert dadurch ein Lächeln in viele Kindergesichter.
Schultaschen für einen guten Zweck

 

Lustenau „Jedes Jahr haben wir in unserem Geschäft Schultaschen, die nicht verkauft werden“, sagt Birgit Hagen, Inhaberin des Schreibwarengeschäftes Zäodl. „Das sind nigelnagelneue Taschen, die einfach keiner wollte.“ Für eine gewisse Zeit würden sie zwar versuchen, die Taschen zu verkaufen, doch irgendwann landen sie im Lager des Geschäfts. Dort sammelt Hagen, die nicht verkauften Schultaschen und Rucksäcke, um sie Lustenaus Schulkinder und der Vorarlberger Volkshilfe zu spenden.

Modelle der Saison werden bevorzugt

Wie in der Modebranche gibt es auch bei den Schultaschen Modelle, die von den Kunden weniger angenommen werden. Nach drei bis vier Jahren ändert sich zudem das Design und die Modelle. Eine Tasche einer „älteren“ Saison zu verkaufen, sei praktisch unmöglich. Das übliche Prozedere wäre, die nicht verkaufte Ware wegzuschmeißen. „Das kann ich aber nicht. Das sind neue und voll funktionstüchtige Schulranzen.“ Lange war sie auf der Suche nach einem Abnehmer, der diese sinnvoll verteilt. Anfangs hat sie im Rahmen von Schulprojekten zehn Taschen nach Kenia, im anderen Jahr 20 nach Rumänien gespendet. „Nachdem ich aber aus den Medien erfahren habe, dass die Zahl der Sozialhilfeempfänger durch die Wirtschaftskrise 2008 angestiegen ist, fand ich den Weg zur Gemeinde Lustenau und zur Vorarlberger Volkshilfe.“

Hürde ist noch immer zu groß

Schon vor Corona sei zu beobachten gewesen, dass immer mehr Menschen immer ärmer würden. „Corona hat das leider verstärkt“, so Hagen. „Vor allem alleinerziehende Frauen, die keine oder zu spät eintreffende Alimente für ihre Kinder erhalten, haben Mitte des Monats kein Geld mehr.“ Einen Schulstart stellt für viele eine große finanzielle Belastung dar. Doch um Förderungen zu erhalten, muss nachgewiesen werden, dass jemand tatsächlich am Existenzminimum lebt. „Viele trauen sich nicht, aufzustehen und zu sagen: ich schaff es nicht mehr.“

Das Recht auf eine Schultasche

Um dem wenigstens ein bisschen entgegenzusteuern, hat Birgit Hagen die Direktoren der Lustenauer Schulen informiert. „Wenn ein Direktor ein Kind in seiner Schule hat, dass keine Schultasche besitzt, schickt er es zu uns.“ Jedes Kind habe das Anrecht auf eine eigene Schultasche, findet Hagen, die völlig selbstlos diese Aktion nun schon seit vielen Jahren betreibt. Jährlich spendet sie zehn bis 20 Schultaschen und rund zehn Rucksäcke an Lustenaus Schüler und die Vorarlberger Volkshilfe. Doch nicht nur Neuware befindet sich im Lager, auch gebrauchte Schultaschen, die in gutem Zustand sind, nimmt sie gerne entgegen und stellt sie zur Seite, bis Birgit Hagen eine nützliche Verwendung für die Taschen hat. „Wenn Kinder die Volksschule beenden, brauchen sie meist einen Schulrucksack. Die Ranzen sind aber immer noch in einem tadellosen Zustand und jemand anderer freut sich darüber“, weiß Hagen und zeigt mit einem Lächeln auf die vielen Schultaschen in ihrem Lager. Bvs

„Ich möchte den Familien wenigsten eine kleine Last abnehmen.” Birgit Hagen, Inhaberin Zäodl

 

 

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