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Eine Million Tonnen Lebensmittel landet pro Jahr im Müll

Jeder Haushalt wirft pro Jahr Lebensmittel im Wert von 250 bis 800 Euro weg
Jeder Haushalt wirft pro Jahr Lebensmittel im Wert von 250 bis 800 Euro weg ©Pixabay
Die Hälfte hiervon fällt in Haushalten an. Jeder Haushalt wirft - vor allem wegen Zeitnot - pro Jahr 133 Kilogramm genussfähige Lebensmittel weg. Brot landet besonders oft im Müll.

Scheinbar haben wir keinen achtsamen Umgang mit Lebensmitteln gelernt. Anlässlich des "Tages der Lebensmittelverschwendung" am 2. Mai weist die Umweltschutzorganisation WWF Österreich darauf hin, dass nach neuen Schätzungen im Land pro Jahr rund eine Million Tonnen genießbare Lebensmittel im Müll landet. Laut dem mit dem Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien erstellten Bericht fällt ca. die Hälfte davon, 521.000 Tonnen, in Haushalten an.

133 KG pro Jahr und Haushalt

Jeder Haushalt werfe pro Jahr im Schnitt 133 Kilogramm an genussfähigen Lebensmitteln weg, das entspreche einem Wert zwischen 250 und 800 Euro. Erstmals seien bei dieser Auflistung auch andere Entsorgungswege als der Restmüll inkludiert, wie Biomüll, Kompost, Kanal und Verfütterung an Tiere, wie Gudrun Obersteiner vom Institut für Abfallwirtschaft an der Universität für Bodenkultur (BOKU) erklärte.

Foto: Pixabay

Brot landet besonders häufig im Müll

Besonders oft im Müll landen gemäß dem Bericht noch genussfähiges Brot und Gebäck (28 Prozent) sowie Obst und Gemüse (27). Dahinter folgen Milchprodukte und Eier (12) sowie Fleisch und Fisch (11). Herzog betonte dabei die Auswirkungen auf das Klima: "Tierische Lebensmittel verlangen dem Klima und der Natur aufgrund hoher Treibhausgasemissionen und großem Flächenverbrauch besonders viel ab."

Nicht gegessene Lebensmittel sind Belastung für die Umwelt

Rund 16 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen würden unnötig ausgestoßen, weil die Lebensmittel nie gegessen werden. Zusätzlich würden Ressourcen wie Wasser und Energie verbraucht und Lebensräume von Tieren und Pflanzen zerstört. Die Reduktion der Lebensmittelabfälle würde daher auch den Flächenverbrauch reduzieren. "Wenn wir die Verschwendung stoppen, könnte umgerechnet eine Fläche von einer Million Hektar zum Naturschutzgebiet erklärt werden", erläuterte Herzog.

Das sind die Gründe für die Verschwendung

Bei den Gründen für die Verschwendung in Haushalten spiele der Faktor Zeitmangel eine entscheidende Rolle. Für jeden zweiten von mehr als 3.700 Befragten ist das der Hauptgrund. Dahinter werden Probleme wie der falsche Lagerplatz, fehlende Koch-Ideen und ein zu hoher Aufwand bei der Verarbeitung aufgelistet. Auch zu wenig Wissen trage dazu bei, dass der Müllberg wächst. Hinzu kämen Unsicherheiten bei überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum, bei Schimmelbefall oder wenn Lebensmittel nicht mehr frisch wirken.

Drei Tipps gegen Lebensmittel-Verschwendung (Archiv)

Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung

Nicht unerhebliche Verluste gebe es zudem in der gesamten Wertschöpfungskette. In der Landwirtschaft etwa werde Obst und Gemüse, das nicht den Handelsstandards entspricht, unnötig aussortiert. Zudem gehen demnach in der Produktion Nebenprodukte ungenutzt verloren. Im Handel wiederum würden nicht mehr ganz frische Lebensmittel entsorgt. Auch in Kantinen und in der Gastronomie gingen Nahrungsmittel verloren.

"Wir müssen vermeidbare Abfälle auf allen Ebenen reduzieren. Das entlastet nicht nur die Geldbörse, sondern schont auch Natur und Klima", sagte Olivia Herzog, WWF-Österreich-Expertin für nachhaltige Ernährung. Neben einem Umdenken in den Haushalten seien Politik und Wirtschaft gefordert. "Die Bundesregierung sollte einen starken Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung vorlegen - mit dem Ziel diese bis 2030 zumindest zu halbieren."

(APA)

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