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Eine Allianz zwischen Kirche und Politik

Der neue Pfarrer Johann Alois Dietrich wird in den Pfarrhof geleitet.
Der neue Pfarrer Johann Alois Dietrich wird in den Pfarrhof geleitet. ©Archiv
Aus der Geschichte Lustenaus: Pfarrer Johann Alois Dietrich baute das katholische Vereinswesen aus.

Lustenau. Das Jahr 1848 hatte eine nachhaltige Politisierung der Gesellschaft mit sich gebracht und zur Bildung der beiden ideologischen Lager geführt, die die Gemeindegeschichte fortan prägen sollten: des freisinnig-liberalen, später auch großdeutschen auf der einen und des katholisch-konservativen, später christlich-sozialen auf der anderen Seite.

Die Liberalen fanden Zuspruch bei den Fabrikanten, den Wirtschaftstreibenden, im Bürgertum sowie in der Beamtenschaft. Auf ihren Fahnen standen vor allem politische Partizipation, Trennung von Staat und Kirche, laizistisches Schulwesen und nicht zuletzt auch die Gleichberechtigung der vorhandenen Religionsgemeinschaften.

Als zahlenmäßig stärkere Gruppe formierten sich die Konservativen, die ihre Anhängerschaft insbesondere in klein- und mittelbäuerlichen Kreisen und selbstverständlich im Klerus fanden. Sie standen dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel ihrer Zeit ablehnend gegenüber: Industrie, Gewerbefleiß, Verdienst seien, klagte ein Geistlicher, die neuen Losungsworte geworden, der Fabrikant, ohnehin oft ein Reformierter, glaube, ein Mensch könne keinen wohltätigeren Dienst erweisen, als wenn er den Armen recht viel zu verdienen gebe, dass sie besser essen und trinken können. Die Körpersorge sei in alle Schichten eingedrungen, sodass dabei das Ewige, die Sorge für das Jenseits immer mehr in den Hintergrund trete. Es bestehe insbesondere ein Hunger nach falscher Freiheit. Man beschimpfe die Geistlichen als Pfaffen.

Vereinswesen ausgebaut

Als Johann Alois Dietrich die Nachfolge von Pfarrer Thomas Hagen im Priesteramt antrat, baute er als Erstes das katholische Vereinswesen in der Gemeinde weiter aus und organisierte es neu. Pfarrer Dietrich wurde 1864 als Sohn des Lauteracher Vorstehers Fidel Dietrich und dessen Gattin Karolina Reiner geboren. Er studierte von 1895 bis 1898 Theologie in Brixen. Am 29. Juni 1898 zum Priester geweiht, feierte er im selben Jahr in seinem Heimatort Primiz.

Seine geistliche Laufbahn führte ihn zunächst als Pfarrhelfer und Pfarrprovisor nach Hohenems, bis er in Rankweil und Feldkirch jeweils das Frühmesserbenefizium versah. Schließlich trat er im Jahre 1911 die Nachfolge des verstorbenen Seelsorgers Thomas Hagen in der Marktgemeinde Lustenau an. Konsequent verfolgte er den von seinem Vorgänger eingeschlagenen Weg und forcierte vor allem die katholische Frauenbewegung. Auch der Marianischen Jungfrauenkongregation, dem Ferienheim Oberbildstein und dem Krankenpflegeverein ließ er besondere Förderung zukommen. Vor allem aber gründete er das „Kartell christlicher Vereine“.

Wechsel nach Dornbirn

Ebenso auffallend war der enge Kontakt zur Christlich-Sozialen-Partei. Pfarrer Dietrich setzte sich bei Wahlen persönlich für die konservative Partei ein. 1922 wurde er Pfarrer in Dornbirn. Er widmete sich der Koordination der katholischen Laienarbeit. So war er Gründungsobmann der Landesorganisation der katholischen Jugendvereine und Landesobmann der Katholischen Aktion Vorarlberg.

Für sein unermüdliches Wirken ernannte in Papst Pius XI. 1936 zum päpstlichen Hausprälaten. 1943 verstarb Johann Alois Dietrich in Innsbruck. Unter seiner Federführung erlebte das katholische Vereinswesen seinen Höhepunkt.

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