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"Eindrücke waren gewaltig"

Der Hohenemser Christian Klien war mit seinem dritten Platz beim Klassiker in Le Mans glücklich.

VN: Erstmals Gratulation zu dem feinen dritten Rang beim größten Autorennen der Welt. Wie hast du deinen Saisonhöhepunkt, die Le-Mans-Woche, erlebt?
Klien:
Es war eine fantastische Woche. Die ganze Familie war dabei, auch mein Privattrainer Daniel Devigili, der mich die ganze Woche hindurch prima betreut hat. Der dritte Platz ist für mein Team ein Riesenerfolg, denn wir waren das Juniorteam von Peugeot. Ricardo Zonta und ich starteten hier das erste Mal. In Le Mans gewinnst du so viele neue Eindrücke praktisch im Zeitraffer. Es gibt jede Menge neue Erfahrungen: Die Spannung über 24 Stunden, das Fahren in der Dunkelheit, die Atmosphäre mit den 250.000 Zuschauern, die Einteilung deiner Kräfte – es war einfach gewaltig.

VN: Wie war das genau mit dem Dreher ins Kiesbett bei Einbruch der Dunkelheit?
Klien:
Ein Problem in Le Mans ist die Tatsache, dass einige von den insgesamt 165 Rennfahrern reine Hobby-Piloten sind. Bei manchen fragst du dich sogar, wie die überhaupt zum Führerschein gekommen sind – die sind, speziell in der Nacht, komplett überfordert. Auf einer schnellen Runde bin ich auf so einen Fahrer aufgelaufen. Der hat nicht in den Rückspiegel geschaut. Beim Einlenken in eine Kurve war eine Lücke, doch er hat mich nicht gesehen und mir einfach die „Türe“ zugeknallt. Wir haben uns leicht berührt, wodurch ich ins Kiesbett rutschte und steckenblieb. Die Streckenposten in Le Mans sind auch nicht gerade die schnellsten Jungs, es dauerte sehr lange, bis die mich aus dem Kies zogen. Aber das sind genau jene Erfahrungen, die du als Debütant wohl machen musst.

VN: Du bist in deinem vierten und letzten Turn drei Stunden und 18 Minuten permanent am Steuer gesessen.
Klien:
Ja, da bin ich insgesamt 700 Kilometer am Stück gefahren. Geplant war eigentlich nur ein Doppelstint. Aber in dieser Rennphase am Sonntagmorgen waren extrem wechselnde Bedingungen mit leichtem und starkem Regen, mit nasser und abtrocknender Fahrbahn. Es war sehr rutschig, aber ich habe mich gut zurechtgefunden und permanent zwischen drei und acht Sekunden gegenüber dem führenden Audi wettgemacht. Ich habe dann die Box angefunkt und gebeten, dass sie mich noch draußen lassen sollen, weil ich genau wusste, wo es nass und rutschig war und wo es abtrocknete und man pushen konnte. Das Fahren des „Vierfach-Stints“ war zwar sehr hart, aber das kleinere Problem. Erst als ich ausstieg, war ich mental völlig fertig und ausgebrannt. Im ersten Moment konnte ich nicht einmal Fragen meiner Renncrew beantworten.

VN: Sind nun nach diesem Erfolg für heuer noch weitere Peugeot-Einsätze möglich?
Klien:
Wir haben uns mal völlig auf das Le-Mans-Rennen konzentriert. In nächster Zeit werden wir uns mit Peugeot zusammensetzen, und dann wird man weitersehen. Heuer sind nur noch zwei 1000-km-Rennen in der FIA-Le-Mans-Series, eines überschneidet sich mit einem GP. Mal sehen, aber ich müsste auch wieder die Frei­gabe von BMW bekommen.

VN: Wie kurz ist dein Heimat-Urlaub?
Klien:
Sehr kurz. Schon am Donnerstag erfolgt die Anreise zum GP in Magny Cours.

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