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Ein Winterquartier für Ellie und Winston

Lea, Paul und Maria vor dem zur Wintervoliere umgebauten Spielhaus.
Lea, Paul und Maria vor dem zur Wintervoliere umgebauten Spielhaus. ©Laurence Feider
 Drei Dornbirner Jugendliche haben einen Gnadenplatz für Nymphensittiche geschaffen.
Wintervoliere für Ellie und Winston

 

Dornbirn. Gerade jetzt, wo es draußen so kalt ist, genießen die Nymphensittiche Ellie und Winston ihr neues Zuhause – eine großzügige, behindertengerechte und beheizte Wintervoliere. Diese haben sie drei Jugendlichen aus Dornbirn zu verdanken, die ein Herz für Tiere haben, die sonst niemand haben will. „Als große Tierfreunde sind wir regelmäßig auf der Website des Vorarlberger Tierheims und schauen, ob ein Tier dort dringend einen Lebensplatz benötigt. Vor allem Tieren, die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung niemand aufnimmt, wollen wir einen sicheren und möglichst artgerechten Platz bieten“, erzählt Lea Diem (21), die das Projekt gemeinsam mit ihrer Schwester Maria (15) und ihrem Freund Paul Mayer (21) umgesetzt hat.

Spielhaus umgebaut

Die drei Jugendlichen wurden so auf ein Nymphensittich-Paar aufmerksam, von dem das Weibchen aufgrund unbehandelter gebrochener Flügel flugunfähig ist und das deshalb niemand zu sich nehmen wollte. „Da wir bereits zwei Nymphensittiche in unserer großzügigen Sommer-Außenvoliere hatten, wollten wir auch Ellie und ihren Partner Winston aufnehmen. Es fehlte uns nur eine Wintervoliere im Garten, da wir die Tiere nun aufgrund der Anzahl nicht mehr über den Winter ins Haus holen konnten“, erklärt Lea Diem. Dafür bot sich der obere Teil eines Stelzenhauses an, in dem Lea und ihre Geschwister als Kinder gespielt hatten, das aber jetzt schon länger leer stand. Der untere Teil war bereits als Sommervoliere für Hanna und Harry, die Nymphensittiche der Familie, im Einsatz.

Behindertengerecht und beheizt

Lea, Maria und Paul organisierten auf eigene Kosten das notwendige Material, isolierten die Decke, den Boden und alle Wände mit Hartschaumdämmplatten und belegten den Boden mit PVC-Platten. „Die größte Herausforderung war die Einrichtung, die ja behindertengerecht sein musste – so mussten zum Beispiel alle Stangen miteinander verbunden sein“, berichtet Lea. Mit Holzstangen aus dem Baumarkt und Ast-Gabelungen aus dem Garten schufen sie ein „Vogelparadies“ mit genügend Platz zum Fliegen, vielen Klettermöglichkeiten und verbundenen Wegen, das den Bedürfnissen aller Vögel entspricht. Zwei der vier Fenster wurden mit Hartschaumplatten isoliert, die anderen mit Gittern ausbruchssicher gestaltet – so haben die Vögel genug Tageslicht. Eine Infrarotheizung mit Thermostatregler sorgt dafür, dass die Tiere nicht frieren.

„Wir könnten noch weiteren Nymphensittichen einen Gnadenplatz bieten und sind diesbezüglich auch mit dem Vorarlberger Tierheim in Kontakt“, erzählt Lea Diem. Sein Projekt hat das engagierte Trio auch beim diesjährigen, regionalen Jugendprojektwettbewerb eingereicht – für einen der ersten Plätze reichte es zwar nicht, aber den Jugendlichen geht es eh in erster Linie darum, den geretteten Tieren ein Zuhause zu bieten, wo sie einen schönen Lebensabend verbringen können.

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