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Ein Verteidiger als bester Torschütze

©VOL Live/Roland Paulitsch
Derbyzeit in Lustenau. Das spüren Spieler wie Trainer und vor allem das Umfeld der beiden Klubs FC und Austria.
Der VOL-Ticker zum Derby ab 20:30 Uhr
Ticker Altach - St.Pölten ab 18:30 Uhr

Für eine Woche herrscht an der Grenze zur Schweiz Ausnahmezustand. Der Fußball wird zur Glaubensfrage und trennt eine Gemeinde in Blau und Grün. Auch wenn sich Trainer und Spieler im traditionellen Ballyhoo vornehm zurücknehmen, so ganz kalt lässt keinen das Duell der beiden Lustenauer Erstligaklubs am Freitag (20.30 Uhr). Wobei FCL-Trainer Hans Kogler weiter auf „Unterstatement“ setzt. „Für uns ist es schon ein Erfolg, nach 17 Runden auf Augenhöhe mit der Austria zu sein.“
Was Kogler vor dem Aufeinandertreffen noch zu sagen hatte und auch Spieler Philipp Hagspiel etwa über die eigene bzw. gegnerische Mannschaft – die VN listen es auf. Die jeweiligen Gegenargumente lieferten Austria-Coach Edi Stöhr und sein „Lieblingsschüler“ Sascha Boller.
» Hans Kogler: Die Medien haben uns vor Saisonstart zum Außenseiter gemacht. Fakt ist, wir haben eine junge Mannschaft, der Auftakt war nicht besonders gut, aber wir haben auch viel Qualität durch all die Neuzugänge gewonnen. Und wir sind sehr schnell zu einer Einheit gewachsen. Das konnte nicht unbedingt erwartet werden, dass wir Qualität haben, war mir schon bewusst. Was vielfach unbeachtet bleibt ist die Tatsache, dass wir seit einigen Runden mit neun Vorarlbergern in der Startformation spielen. Das ist auf diesem Niveau nicht so alltäglich. Was das Derby betrifft, so geht es um drei Punkte – nicht mehr und nicht weniger. Ein Sieg über die Austria ist deshalb nicht süßer, denn mir persönlich schmeckt jeder Sieg.
» Philipp Hagspiel: Wir haben keine Divas im Team, die für Unruhe sorgen. Unser Trainer lässt uns einfach nur Fußball spielen. Wir stellen uns nicht einfach hinten rein und hoffen auf ein Unentschieden. Ich sage euch: Uns darf man nie abschreiben – egal wie es läuft oder steht. Außerdem: Ein Spiel gegen den Erzrivalen ist immer etwas Besonderes. Das ist einer der Höhepunkte in der Saison. Aufpassen heißt es für uns vor allem auf Sascha Boller. Er ist ein Spieler, der für diese Liga über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt.
» Edi Stöhr: Die Underdog-Rolle hat der FC gut perfektioniert. Wobei ich mich schon frage, was die sogenannten Experten über die 2. Liga wissen. Mir treibt es die Zornesröte ins Gesicht, wenn – wie zu Saisonbeginn geschehen – der FC von vielen als Absteiger tituliert wird. Die Mannschaft gehört für mich personell zum Besten, was die Liga zu bieten hat. Wenn deshalb einige behaupten, 26 Punkte seien enttäuschend für die Austria, aber super für den FC, kostet mich das nur ein Lächeln. Was uns betrifft, so haben wir gerade auswärts viele Punkte liegen gelassen. Aber mit der Entwicklung der Mannschaft bin ich zufrieden. Wir stehen gut, spielen gut, was uns fehlt sind mehr Tore. Unser bester Torschütze liegt auf Platz 17 (Anm. d. Red.: Jürgen Kampel/5) und ist Verteidiger. Damit ist alles gesagt: Unser Defizit ist der Sturm. Was das Derby betrifft, so war der FC beim letzten Aufeinandertreffen um eine Idee willensstärker. Bei der Niederlage zum Ende der Vorsaison hatten wir 80 Prozent Ballbesitz und dennoch verloren. Ich gehe davon aus, dass wir am Freitag den Spieß umdrehen.
» Sascha Boller: Den Saisonstart haben wir verschlafen. Da gibt es nichts zu beschönigen. Aber ich denke, wir sind jetzt auf dem aufsteigenden Ast. Das Potenzial ist vorhanden. Ein Problem bei uns ist aber, dass wir nicht immer unsere 100 Prozent abrufen. Warum? Das weiß ich selbst nicht. Auch in Deutschland habe ich einige Derbys gespielt. Deshalb weiß ich, wie wichtig es ist, locker zu bleiben. Wir dürfen nicht mit zu viel Emotionen ins Spiel gehen, sonst geht es in die Hosen. Denn der FC hat einige gute Fußballer in seinen Reihen, von denen man sich etwas abschauen kann. Vor allem Stefan Schwab gefällt mir gut. Für nachhaltige Emotionen hatte beim letzten Derby am 24. August (2:1 für den FCL) Christoph Schösswendter gesorgt, als der Verteidiger die blau-weiße Fahne mitten ins grün-weiße Heiligtum (Reichshofstadion), am Anspielpunkt, in den Boden steckte. Fortsetzung folgt am Freitag . . .

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