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Ein Tribut an das Leben

Götzis - Die Hospizbewegung feierte ihr Jubiläum mit Heiterem und Besinnlichem.
25 Jahre Hospizbewegung

Es war keine todernste Sache. Wenngleich Krankheit, Sterben und Trauer ständige Begleiter in der Arbeit der Hospizbewegung sind, zollte die gestrige Matinee zum 25-jährigen Bestehen dem Leben Tribut. Viele waren in die Kulturbühne Ambach in Götzis gekommen, um das Jubiläum gemeinsam zu feiern und gleichzeitig getrost in die Zukunft zu blicken. Die, so wünscht sich Karl Bitschnau, Leiter der Hospizbewegung, zur Abrundung ein Hospizhaus bringen soll. „Das werden wir auch noch stemmen“, meinte er zuversichtlich.

Positives Resümee

Entstanden ist die Hospizbewegung 1984 aus der Krankenbegleitung. Mittlerweile gibt es landesweit regionale Gruppen, eine Palliativstation am LKH Hohenems sowie ein Mobiles Palliativteam. Ebenso wurden die Betreuung in den Pflegeheimen sowie die Begleitung für Kinder und Jugendliche verbessert. Für Caritasseelsorger und Initiator Elmar Simma war der Schritt hinaus ein logischer. „Gestorben wird nicht nur im Krankenhaus“, merkte er an. Mit dem Angebot an Vorträgen und Fortbildungen zum Thema stieg auch das Interesse jener, die mithelfen wollten. „Da war es dann eigentlich gar nicht mehr schwer, Leute zu finden“, erzählte der Russ-Preis-Träger. Als eine der ersten meldete sich Ruth Monz. Die Ausschreibung im Kirchenblatt habe sie angesprochen. Nach der Ausbildung kam sie ans LKH Bludenz. „Damals gab es bei den Schwestern noch viel Erklärungsbedarf, denn sie sollten mich nicht als Konkurrenz sehen“, plauderte die patente Frau aus dem Schatz ihrer Erinnerungen. Letztlich spielte sich alles ein und Ruth Monz blieb der Hospizbewegung 19 Jahre treu. „Es war trotz der Anstrengungen eine wunderbare Arbeit, weil sie wertgeschätzt wurde“, lautet ihr positives Resümee.

Mahnende Worte

Dieser Wertschätzung kann sich die Hospizbewegung heute noch sicher sein. Evi Gstöhl ist eine von den „Jungen“ im großen Team. Zur Hospizarbeit kam sie aus eigener Not. Die Betreuung der pflegebedürftigen Schwiegereltern hätte sie ohne Hilfe von außen nie geschafft. „Da wollte ich etwas zurückgeben“, begründet sie ihren freiwilligen Einsatz. Kranke und sterbende Menschen zu begleiten, ist auch Schirmherrin Ilga Sausgruber zum Herzensanliegen geworden. „Kein Mensch kommt allein zur Welt, und kein Mensch sollte allein aus der Welt gehen“, heißt ihre Botschaft. Mahnende Worte kamen dagegen von ihrem Mann, LH Dr. Herbert Sausgruber. Die Gesellschaft habe es an sich, vieles nur nach seiner Nützlichkeit zu beurteilen. Deshalb sei die aktive Sterbehilfe in manchen Ländern schon mehrheitsfähig geworden. „Am Beginn des Lebens haben wir schwer versagt, an dessen Ende ist uns dank Palliativmedizin eine Änderung gelungen“, so Sausgruber. Heiter bis berührend die musikalischen Einlagen, für die „Stemmeisen & Zündschnur“, Michael Köhlmeier und die „Obergrichta Senna“ sorgten.

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