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Ein Theaterstück, das (sich) veränderte

Kurz nachdem die zweite Aufführung der Szene begonnen hatte, wagte sich jemand aus dem Publikum mutig auf die Bühne, um einen Darsteller zu ersetzen und das Stück abzuändern.
Kurz nachdem die zweite Aufführung der Szene begonnen hatte, wagte sich jemand aus dem Publikum mutig auf die Bühne, um einen Darsteller zu ersetzen und das Stück abzuändern. ©Verena Kogelnig
Forumtheater über Entwicklungszusammenarbeit und Migration bewegte das Publikum.
Forumtheater Geh nicht
Forumtheater Geh nicht Teil 2

Feldkirch Wieder und wieder stiegen Zuschauer auf die Bühne, um das Theaterstück zu verändern und zu verbessern – so wie es war, wollten sie es nicht lassen. Dies begeisterte die Schauspieler. Sie begrüßten jede Intervention mit einem Applaus und wurden dann abwechselnd von einem der Zuseher ersetzt. Michael Schiemer, der das Forumtheater „Geh nicht“ gemeinsam mit Julia Felder inszeniert hatte und die Aufführung am Montag im Theater am Saumarkt moderierte, freute sich über jeden Eingriff in das Stück.

Aus dem Leben gegriffen…

Das Forumtheater entwickelte der Brasilianer Augusto Boal als eine Methode seines „Theaters der Unterdrückten“. In einem solchen Stück soll sich das Publikum in eine kurze Szene, die Machtverhältnisse thematisiert und den Schluss offen lässt, einmischen. Die Szene, die Schiemer und Felder von der Vorarlberger Initiative InKonTra mit den acht Schauspielern erarbeitet hatten, kreiste um das Thema Entwicklungszusammenarbeit und Migration. Sie brachte Charaktere auf die Bühne, die zu helfen versuchten, aber die Hilfsbedürftigen übersahen; solche, die gute Absichten hatten und solche, die Macht ausüben wollten; solche, die einander nicht verstanden und doch versuchten, miteinander zu reden; und solche, die darüber reden wollten, wie viel sie halfen. Ihre Gesichter hatten alle Rollen von den Laienschauspielern selbst erhalten: In den acht Tagen, in denen Schiemer und Felder mit Juliana, Ahmad, Murtada, Georg, Axel, Deborah und Zaidh das Stück entwickelten, flossen deren Erfahrungen, die sie als Ghanaer, Iraker und Österreicher mit dem Thema gemacht hatten, ein. „Manche Charaktere sind nahe an der persönlichen Geschichte“, erläuterte Schiemer, „aber wir waren bemüht, die Distanz zu wahren. Dennoch gibt es diese Figuren irgendwo auf dieser Welt.“

…um Eingriffe herauszufordern

Durch die Authentizität und Aktualität gelang es InKonTra, die gemeinsam mit den Koordinationsstellen für Entwicklungszusammenarbeit der Länder Vorarlberg und Tirol das Forumtheater veranstaltete, die Zuschauer zu ergreifen und zu empören – sie in „Zuschauspieler“ zu verwandeln, wie Schiemer es formulierte. Vielfältig und mutig griffen sie in das Stück ein, das zuvor bereits in Dornbirn und Schruns zur Aufführung gekommen war. Soviel hatte sich Schiemer, der seit 2015 Forumtheater gestaltet, erhofft: „Wir möchten zum Nachdenken anregen, den Blickwinkel verändern und – so pathetisch es klingt – die Welt ein kleines Stück besser machen.“ VKO

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