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Ein steter Verfechter des Friedens

Angelika Hirschhaggl-Linder, Markus Linder, Werner Bundschuh, Thomas Gassner
Angelika Hirschhaggl-Linder, Markus Linder, Werner Bundschuh, Thomas Gassner ©Christof Egle
Der Rankweiler Geistliche Alois Knecht ein mutiger unbequemer Diener Gottes
Alois Knecht - Unbequemer Diener Gottes

Rankweil. Ohne Erinnerung hat die Zukunft keine Geschichte – unter diesem Motto gedachte man im vollbesetzten Rankweiler Vinomnasaal an den 1992 verstorbenen Alois Knecht, einem radikalen Kriegsgegner, dem seine Überzeugung sechs Jahre Aufenthalt im KZ Dachau verschafften. Veranstaltet vom katholischen Bildungswerk und Marktgemeinde Rankweil im Rahmen der Carl-Lampert Woche erzählten Großneffe und Kabarettist Markus Linder sowie Großnichte Angelika Kerschhaggl-Linder persönliche Erinnerungen und Anekdoten vom Leben Knechts. Kerschhaggl-Linder rezitierte Auszüge aus dem Buch des Priesters, welches er noch als 94jähriger verfasst hatte. Historiker Werner Bundschuh, versuchte die einzelnen Geschichten in einen historischen Kontext einzuordnen, keine leichte Aufgabe aufgrund der dürftigen und noch nicht aufgearbeiteten Quellenlage.

Knecht, geboren 1894, absolvierte die Stella Matutina in Feldkirch und drückte die Schulbank zusammen mit dem späteren Bundeskanzler Kurt Schuschnigg. Nach bestandener Matura wurde Knecht in die k.u.k Armee eingezogen und kämpfte unter anderem in den Schlachten am Isonzo. Seit diesen Tagen entwickelte er sich zu einem Friedensfanatiker, was ihm im Jahr 1939 die KZ-Internierung brachte. In einer Friedenspredigt in seiner Pfarrgemeinde Meiningen, kritisierte der sonst stets unpolitisch agierende Knecht, den vor wenigen Tagen ausgebrochenen 2.Weltkrieg, als das größtmögliche Unglück für die Menschen, woraufhin er angezeigt und verhaftet wurde. Aufregung am Abend dazu kam auf, als sich die Tochter des damaligen vermeintlichen Denunzianten zu Wort meldete und Unklarheiten in den genauen Umständen 1939 und der 1945 erfolgten Verhaftung ihres Vaters kritisierte. Darauf entstand eine weitere Diskussion einer möglicherweise noch nicht vollständig aufgearbeiteten Quellenlage. Seitens eines Besuchers wurde die Idee geboren, diesbezüglich eine Dissertation auszuloben um die genauen Fakten zu klären und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, was nun von der Pfarre Rankweil überlegt wird.

Tatsache war der Dachau Aufenthalt von Knecht bis Kriegsende, als einer von rund 2700 Geistlichen im dortigen Lager, den er aber überlebte und danach weiter als Pfarrer tätig war. Er blieb ein humorvoller Mann, wie die Verwandten von Knecht bestätigten, fühlte sich aber zeitlebens ungerecht behandelt. Alois Knecht starb 1992 mit fast 98 Jahren im Rankweiler Herz Jesu Heim, nur einen Steinwurf von seinem Elternhaus entfernt. CEG

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