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Ein „Sonnenkönig“ auch in deutschen Landen

"Concerto Stella Matutina" huldigte dem "sächsischen Sonnenkönig" August dem Starken. Rechts im Orchester der Dirigent und Solochellist Christophe Coin.
"Concerto Stella Matutina" huldigte dem "sächsischen Sonnenkönig" August dem Starken. Rechts im Orchester der Dirigent und Solochellist Christophe Coin. ©Emir T. Uysal
Komponisten am Dresdner Hof von August dem Starken.

 

Götzis. (sch) Die neue Saison 2014 des international berühmten Vorarlberger Ensembles „Concerto Stella Matutina“ hat auf der ausverkauften Kulturbühne AMBACH glanzvoll begonnen. „Der sächsische Sonnenkönig“ war das Motto des ersten Abo-Konzerts, und in der Aura des legendären deutschen bzw. auch polnischen Herrschers Augusts des Starken bewegte sich das Konzert mit Werken von Barockkomponisten, die an seinem Hof wirkten. Friedrich August I., Kurfürst von Sachsen, ab 1697 auch König von Polen und Großfürst von Litauen in Personalunion, lebte von 1670 (Dresden) bis 1733 (Warschau). Das Attribut „der Starke“ bekam August bald wegen seiner Körpergröße samt über 100 Kilo, seiner Händekraft, mit der er Hufeisen zerbrach, nicht zuletzt auch wegen seiner unermüdlichen Potenz im Ehebett und noch öfter anderswo. Die Hochzeit seines Sohnes, des Kronprinzen, dauerte übrigens einen Monat lang und kostete die protzige „Kleinigkeit“ von vier Millionen Taler.

 

Dresden als Wiege moderner Orchesterkultur

August der Starke war primär ein großzügiger Freund aller Künste und schuf eine Ära in Dresden, die bis heute seinen Ruhm verkündet (Dresden als barocke Prachtmetropole „Elbflorenz“).

Während seiner Regentschaft bekam auch die Dresdner Hofkapelle durch hervorragende Musiker einen legendären Ruf. So wurden etwa die Streicher in französischer Strichdisziplin geschult. Einige Tonkünstler am Dresdner Hof (sie sind trotz beachtlicher Qualitäten nur „Kleinmeister“ geblieben) präsentierte „Stella Matutina“ in gewohnt interpretatorischer Spitzenqualität. Und der französische Weltstar auf dem Barockcello, Christophe Coin (geb. 1958), dirigierte dezent im Orchester und brillierte auch als Solist.

Händel war der berühmteste Meister im Programm. Zu Beginn des zweiten Teiles erklang seine bewegte Ouvertüre „Alexander´s Feast“ (1736) HWV 75:1. Daneben einige in der Gunst des starken August stehende Tonschöpfer: Christoph Förster (1693-1745) mit der majestätischen Sinfonia in D-Dur; Johann Georg Pisendel (1687- 1755) mit der in einem Presto italienisch eingefärbten Ballettmusik „Imitation des caracteres de la danse, g-Moll“; Johann Adolf Hasse (1699-1783) mit dem Cello Concerto in D-Dur, meisterhaft von Christophe Coin im Stil einer Sinfonia concertante gespielt. Grandios die ausladende Fuge im ersten Satz. Einige Solisten glänzten sodann auf ihren Instrumenten bei Johann David Heinichens (1683-1729) Concerto con Violino, Oboe e Flauto Traversiere, G-Dur (Seibel 213). Krönender Abschluss des Konzerts im Zeichen Augusts des Starken, auch als „deutscher Sonnenkönig“ bezeichnet, war Johann Friedrich Faschs (1688-1758) pompöses Concerto in D FWV, L:D3, für Solovioline (brillant KM Silvia Schweinberger!), 3 Trompeten (Walser-Breuß, Lampert, Mayr in Hochform!), Pauken, 2 Oboen, Streicher und B.c. Wieder zwei Sternstunden lang festlicher Barockglanz durch „Stella Matutina“, die August der Starke ganz sicher auch an seinen Hof eingeladen hätte… Ein Encore von Carl Philipp Emanuel Bach aus Anlass des 300. Geburtstags.

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