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Ein offener Ort der Begegnung

©Darko Todorovic
Mit dem Austriahaus hat die Bregenzer Pfarre Herz-Jesu einen lebendigen Ort der Begegnung. Außen bekam dieser einen frischen Anstrich und ein neues Dach, innen einladend offene räumliche Strukturen.
Ein offener Ort der Begegnung

Legendär sind die Flohmärkte, die im Austriahaus in unregelmäßigen Abständen stattfinden, hier treffen sich allwöchentlich die Senioren zum Kaffee, proben die singenden „Kirchenmäuse“ ihre Auftritte, gibt es Sprachkurse, wird gekocht, gegessen und getanzt. Und das nicht nur von Gemeindemitgliedern – kann der große Saal des Austriahauses doch auch von diversen Vereinen, Schulen und Institutionen der Stadt gemietet werden.

Alles für das Leben in der Kirchengemeinde wichtige Aktivitäten, für deren Entfaltung bisher allerdings der Platz sehr eingeschränkt war. Was sich mit dem Auszug der Kirchenbeitragsstelle aus dem straßenseitig gelegenen Teil des Austriahauses grundlegend geändert hat. Das Haus bedurfte ohnehin dringend einer Sanierung. Mit dieser betraut wurde das Bregenzer Architektenpaar Ute Wimmer-Armellini und Peter Wimmer, ist dieser als aktives Mitglied des Pfarrkirchenrats doch der mit dem ganzen Vertrauen von Pfarrer und Pfarrgemeinde ausgestattete Haus-Architekt.

Von außen hat sich das 1911 für den Jugendbund Austria errichtete und seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs als Pfarrheim geführte dreigeschoßige Haus praktisch nicht verändert. Der straßenseitige Teil bekam einen neuen, freundlich hellen Anstrich, das reizvoll in zwei Stufen ausschwingende Dach wurde neu gedeckt. Neu ist auch die nun einflügelige Eingangstüre. Der Sockel des Austriahauses und der große Saal haben ihre braune Farbe behalten, die sie bei der letzten Renovierung 1989 durch Architekt Karl Sillaber verpasst bekamen. Damals wurde hauptsächlich in den Saal, die Bühne und den Jugendraum im Untergeschoß investiert.

Die Mittel waren auch bei der nunmehrigen Sanierung knapp. Der große Saal bekam nun endlich sein so lange vermisstes Foyer, das durch Schiebewände in kürzester Zeit komplett verwandelt werden kann. Um aus einem rund 92 Quadrat- meter großen und offenen Raum mit wenig Aufwand zwei Seminarräume mit je 36 Quadratmetern zu machen, die durch einen mittigen Gang erschlossen werden. Und da die Schiebewände eigentlich hölzerne Rahmen für riesige Glasscheiben sind, ergeben sich schöne horizontale Durchblicke in sämtliche Richtungen. Ist allerdings Privatheit bzw. Ungestörtheit gefragt, können weiße Vorhänge vor die Wände gezogen werden.

Der von der Eingangstür durch das Haus bis zum Saaltrakt führende, breite Gang wurde mit großen hellen Steinzeugfliesen belegt, die Seminarräume mit geöltem Eichenparkett. Aus Eiche sind auch die Trennwände und jene Türen gemacht, hinter denen sich großzügige Stauräume verstecken. Beleuchtet wird das gesamte Erdgeschoß durch direkt an die Decken montierte Neonleuchten in Scheibenform mit dem beachtlichen Durchmesser von 90 Zentimetern.

Den Einbau eines Lifts in das Austriahaus hat das schmale Budget nicht zugelassen, für barrierefreien Zugang zu Saal wie Seminarräumen und auch zu den im Untergeschoß untergebrachten und ebenfalls neu gemachten WCs sorgen hofseitig angebrachte Rampen. Der Zugang zu den extern vermieteten zwei Obergeschoßen erfolgt ebenfalls von dieser Seite des Hauses durch ein neu eingebautes Stiegenhaus. Das der räumlichen Enge wegen leicht gewendelt und aus dünnen, mit grauem Eisenglimmer gestrichenen Stahlplatten gemacht und frei in den Raum gestellt ist.

Die Zufahrt zum Austriahaus wurde aufgeweitet und taugt somit auch für Outdoor-Feste. Die Parkplätze sind neu gestaltet, die Abstellplätze für Fahrräder wurden verdoppelt. Der Garten des Austriahauses ist von der Pfarre an die Stadtgemeinde Bregenz verpachtet, die hier liebevoll einen öffentlichen Kinderspielplatz eingerichtet hat. Ein kleiner Baum wurde vor zwei Jahren neben den riesigen alten gepflanzt.

Der große Saal ist prinzipiell architektonisch sehr schön, funktionell und vielfältig bespielbar. Seine Akustik ist allerdings nicht ideal. Ein Konzept, diese zu verbessern, gibt es bereits, dieses umzusetzen bleibt vorerst allerdings Zukunftsmusik.

Daten & Fakten

Objekt Austriahaus Renovierung Teil II
Bauherr Pfarramt Herz-Jesu, Bregenz
Architektur/Planung/Bauleitung Architekten Wimmer-Armellini, Bregenz, www.wimmer-armellini.at
Statik Gaisberger ZT, www.zt-gaisberger.at
Planung 2011–2013
Ausführung 4/2014–8/2014
Grundstücksgröße 1396 m²
Umgebaute Fläche ca. 180 m²
Bauweise Umbau: Dachsanierung mit Biberschwanz-ziegeln; Sanierung der Außenanlagen mit Granit-Kleinsteinpflaster; Wände innen Leicht- und Massivbau; Stiegenhaus aus Stahl; Raumtrennelemente aus Eichenholz und Glas; Brandschutztürelemente in EI30-Qualifikation Eichenholz/Glas; Einbaumöbel Eiche furniert; Böden Feinsteinzeug Mosa und Eichenmassivholzparkett geölt
Ausführung: Baumeister: Rhomberg Bau, Bregenz; Dachdecker: Herbert Nagel, Höchst; Zimmerer: Holzbau Forster, Opfenbach(D); Schlosser: Klocker, Dornbirn; Maler: Wilfried Netzer, Wolfurt; Heizung, Sanitär, Lüftung: Bechter, Bregenz; Elektroinstallation: Pircher, Bregenz; Innentüren EI30: Tischlerei Sternath, Hard; Eingangstür: Tischlerei Reichart, Bregenz; Trockenbau: Kreativ Verputz, Hörbranz; Holzboden: Michael Bischof, Hard; Einbaumöbel: Übelhör, Bizau; Fliesenleger: Knapp, Lauterach
Baukosten ca. 390.000 Euro (netto)Austriahaus Renovierung Teil II
Bauherr Pfarramt Herz-Jesu, Bregenz
Architektur/ Architekten Wimmer-Armellini,
Planung/Bauleitung Bregenz, www.wimmer-armellini.at

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