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Ein Jahr Knut!

Knut war so winzig. Die Handvoll Eisbär mit einem Geburtsgewicht von 810 Gramm war lange dem Tode näher als dem Leben.

Doch zu seinem ersten Geburtstag (5. Dezember) strotzt der Eisbär aus dem Berliner Zoo vor Gesundheit – der Prachtbursche wiegt schon rund 200 Kilogramm.

Mehr als 2,5 Millionen Menschen haben den Publikumsliebling im ältesten deutschen Zoo in der Hauptstadt schon besucht, viele Millionen sahen die TV- Filme mit „Knuddel-Knut“ und seinem Ziehvater Thomas Dörflein. Zum ersten Geburtstag plant der Zoo nun ein Volksfest. Pfleger Dörflein wird eine Spezialtorte aus Eis, Obst und Gemüse servieren. Zum Nachtisch bekommt Knut Buttercroissants und Weintrauben.

Knut hat es locker zum umschwärmten Medien-Star gebracht. Viele Bilder gingen um die Welt – von der Handaufzucht mit der Milchflasche über erste wacklige Eisbären-Schritte bis zum Tauchen am Wasserfall. Kein anderes Tier in der 163-jährigen Zoo-Geschichte, weder Gorilla Knorke noch die in diesem Jahr gestorbene Pandabärin Yan Yan, wurde zu einem solchen Kassenschlager wie Knut. Der Bär brachte dem Zoo nach dessen Angaben schon zwischen acht und zehn Millionen Euro ein.

Neben den Eintrittsgeldern der in diesem Jahr erstmals deutlich mehr als drei Millionen Besucher fließen weltweit Werbe-Erlöse von Knut in Plüsch, Porzellan oder Schaumzucker, auf DVD und Kreditkarten. Auch das Buch des amerikanischen Bestsellerautors Craig Hartkoff und Sprüche auf T-Shirts und Pullovern („Mir gehts Knut“, „Knut tut gut“) gehören dazu.

Die Geschichte des zuerst hilflosen Jungtiers berührte viele. Mutter Tosca verstieß ihre am 5. Dezember 2006 geborenen Zwillinge. Knuts Bruder starb nach vier Tagen. Doch Knut schlabberte sich mit Hilfe von Pfleger Dörflein durch. Zwölfmal am Tag und in der Nacht gab dieser ihm wochenlang die Flasche mit Spezialmilch, rieb ihn mit Babyöl ein, schlief bei ihm und sang ihm Elvis-Presley-Lieder vor.

Auch die Tierärzte Andre Schüle und Andreas Ochs kümmerten sich um das Überleben von Knut. Mehrmals überstand der Bär lebensbedrohliche Fieberschübe. „Immer wieder zitterten wir um ihn“, berichtete Zoo-Chef Bernhard Blaszkiewitz. Doch der „gute Fresser und große Kämpfer“ schaffte es. Am 23. März, als Knut das erste Mal öffentlich gezeigt wurde, kamen mehr als 500 Journalisten. Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) übernahm die Patenschaft für das Jungtier. Knut wurde zum Symbol einer bedrohten Tierart. Nach Angaben von Umweltschützern leben weltweit noch 25.000 Eisbären in der Arktis.

Die Handaufzucht von Knut löste auch eine Debatte darüber aus, ob dies noch artgerecht sei. Selbst ernannte Tierrechtler forderten eine Todesspritze. „Knut darf leben“, sprach der Zoo-Vorstand dann ein Machtwort. Die Zuneigung der tierliebenden Berliner und vieler Touristen hat das heranwachsende Raubtier noch immer. Pfleger Dörflein sagte in einem Interview: „Das ist faszinierend, was dieser Bär in den Leuten ausgelöst hat.“ Auch der fürsorgliche Pfleger wurde unfreiwillig von der Welle erfasst: Er bekam zahlreiche Briefe mit Heiratsangeboten.

Inzwischen hat sich Knut von seinem Ziehvater – anfangs unfreiwillig – abgenabelt und ist allein in seinem Gehege unterwegs. Bis zum nächsten Sommer werde der Eisbär-Nachwuchs auf alle Fälle im Berliner Zoo bleiben, sagt Tierarzt Schüle. Unklar sei aber, ob Knut in diesem Winter ein Geschwisterchen bekommt. Ob Eisbär-Mutter Tosca trächtig ist, sei nicht so genau zu sehen. „Wir warten ab“, sagt der Experte.

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