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Ein Herz für kleine Kristalle

Rosmarie Mäser ist leidenschaftliche Micromounterin
Rosmarie Mäser ist leidenschaftliche Micromounterin ©Gerty Lang
Ohne Mikroskop geht gar nichts. Rosmarie Mäser sammelt Mineralien im Miniformat, sogenannte Micromounts.
Micromounting mit Rosmarie Mäser

Dornbirn. Es sind Fundstücke, deren Besonderheiten sich nur mit der Lupe entdecken lassen. Fein säuberlich sortiert in kleinen Döschen und Boxen füllen die Zwergkristalle die Regale. Jedes Mineral ist katalogisiert und wird am PC verwaltet. Rosmarie Mäser ist Micromounterin. Unter diesem, aus den USA eingeführten Begriff versteht man Klein- und Kleinstmineralien, die höchstens einen Daumennagel groß sind. Um sie zu betrachten braucht es eine Lupe oder ein Mikroskop. Die kleinen Kristalle und Stufen werden mit einem speziellen Kitt in Klarsichtdosen montiert. Von da leitet sich auch der Name ab Micro=klein, to mount=montieren.

Beim Blick durch ein Mikroskop kann man in eine neue Welt der Kristalle eintauchen, welche mit freiem Auge nicht sichtbar wäre. Die 63-jährige ist gerne in der Natur. Ihr Vater war Bergbauer, die Mutter Schilehrerin. „Die Natur ist mein zweites Wohnzimmer“, schmunzelt Rosmarie. Begonnen hat die Sammelleidenschaft schon im Kindesalter. Sie war fasziniert vom „Katzengold“. Ihr Interesse war geweckt. Sie sucht im Gelände ihr Glück, wird beim Suchen zum größten Teil vom Nervenkitzel des Erstentdeckens getrieben. Bach- und Flussläufe oder einfach nur der Wegrand im Raum Bludenz sind ihr Revier. Sie schnappt sich eine Gesteinsprobe, bewertet deren Qualität, knackt die besten Stücke klein und findet oft wunderschöne, mit Kristallen ausgekleidete Klüfte, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Zuhause stellt sie den Sockel her, montiert die Kostbarkeiten und beschriftet die Dosen. Mancher Sammler von kleinformatigen Mikromineral-Stufen legt hiermit seinen Grundstein, ein hervorragender Amateur- oder Profi-Mineraloge zu werden. Und deshalb schätzt sie auch die besondere Zusammenarbeit mit Dr. Georg Friebe von der inatura.

„Manche Funde werden deshalb auch in Wien bestimmt. Und es waren schon einige Erstfunde dabei“, freut sich Rosmarie. Das Studieren der „Micros“ ist sehr bereichernd und erbauend. Es steht dem ernsthaften Mikromineral-Sammler ein entschieden größerer Bereich der Mineralien-Welt zur Verfügung, da die meisten Mineralarten ausschließlich in Kleinstkristallen ausgebildet sind und von anderen Sammlern nicht erschlossen werden. Mit jeder selbstgefundenen Stufe, mit jedem selbsterstelltem Micromount baut sie im Laufe der Zeit eine mehr oder minder persönliche Beziehung auf. Eine Beziehung, die sie durch eingetauschtes oder sogar gekauftes Material kaum aufbauen könnte. Mit selbstgefundenen Stücken sind besondere Erinnerungen, vielleicht eine besondere Exkursion oder nennenswerte Fundumstände verbunden.

Doch nicht nur die Microkristalle haben es der Dornbirnerin angetan. Sie ist auch Spinnenexpertin. Allein in ihrem kleinen Garten im Hatlerdorf sind 53 Spinnenarten vertreten. Von der Dornspinne bis zur Zebraspinne reichen ihre Beobachtungen. Und auch die Kräuter haben es ihr angetan. Von den Gartengewächsen zaubert sie Salben und Cremes für allerlei Wehwechen. Für ein Gespräch steht sie gerne im März auf der Mineralienbörse in Dornbirn zur Verfügung.

Info:

45. Inter. Vorarberger Mineralien, Edelstein und Fossilientage
Mit Sonderschau der schönsten Mineralien der Mitglieder des Mineralienvereins
Dornbirn, Kulturhaus
Samstag 14. März 10 – 17 Uhr
Sonntag 15. März 10 – 17 Uhr

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