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Ein Gitter gegen Brückensprünge

Lingenau – Es hat dann doch gedauert: Bereits am 25. Februar 2011 hatten sich Dipl.-Ing. Armin Wachter vom Landesstraßenbauamt, der Chefarzt am Landeskrankenhaus Rankweil Primar Albert Lingg und Sepp Gröfler von der Telefonseelsorge im Zuge eines Lokalaugenscheins auf eine Lösung geeinigt: Gitter beidseits der Fahrbahn sollten künftig Suizide an der Lingenauer Hochbrücke verhindern.
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Zu viele Menschen hatten hier ihrem Leben ein Ende gesetzt. Die Volksschüler von Müselbach hatten auf die 370 m lange Bogenbrücke aus Stahlbeton aufmerksam gemacht, weil sie immer wieder unfreiwillige Zeugen der Leichenbergungen geworden waren. Die Telefonseelsorge hatte in einer ersten Reaktion gelbe Tafeln mit der Notrufnummer 142 eingangs der Brücke montiert. Und nun sollten eben mannshohe Gitter, auf den Geländern montiert, dem grausigen Spuk ein Ende machen.

Wer muss das zahlen?

Wachter zeigte sich damals optimistisch: „Im Sommer 2011 wird die Brücke gesichert werden.“ Aber die Frage, wer die veranschlagten Kosten in Höhe von 260.000 Euro tragen soll, hat die Umsetzung dann beträchtlich verzögert. Schlussendlich „haben wir die Arbeiten am 22. August ausgeschrieben“, bestätigt Wachter. Den Zuschlag erhielt die Hohenemser Firma Benzer. Bezahlt werden die Kosten aus dem Straßenbaubudget. Die wird nun voraussichtlich am 21. November mit den Bauarbeiten beginnen. Am 9. Dezember sollen auf beiden Seiten der Brücke die Gitter stehen. „Für die Dauer der Arbeiten wird es bestimmt teilweise Sperren geben.“ Aber Wachter geht von einer raschen Abwicklung entlang der Baustelle aus. Den Sommer über gab es laut Sepp Gröfler bei der Telefonseelsorge keine weiteren Anrufe von Menschen, die an die Brücke als letzten Ausweg dachten. Primar Albert Lingg, Chefarzt am Landeskrankenhaus Rankweil, entnimmt der Statistik, dass sich zwischen 1987 und 2006 in Vorarlberg 895 Menschen das Leben nahmen. 44,7 Prozent wählten den Tod durch den Strang. 12,1 Prozent haben sich erschossen, 11,3 Prozent warfen sich vor den Zug. 9,3 Prozent setzten ihrem Leben durch einen Sprung in die Tiefe ein Ende. Das bedeutet etwa fünf Todessprünge jedes Jahr. Von Felsen herab oder von Hochhäusern oder eben von der Lingenauer Brücke. In einschlägigen Internetforen wird sie als sicherer letzter Weg beworben. Selbst aus dem Ausland und aus anderen Bundesländern kommen Menschen mit der Absicht in den Bregenzerwald, sich hier das Leben zu nehmen. Aber das soll nun ein Ende haben.

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