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Ein Genie, das sich nicht ausnutzen ließ

Klaus Cäsar Zehrer stellte bei seiner Lesung und im Gespräch mit Michael Luisier das Genie W. J. Sidis vor.
Klaus Cäsar Zehrer stellte bei seiner Lesung und im Gespräch mit Michael Luisier das Genie W. J. Sidis vor. ©Verena Kogelnig
Biographischer Roman über hochbegabten und integren Menschen, der wenigen ein Begriff ist.
Klaus Cäsar Zehrer Das Genie

Feldkirch Die Biographie über William James Sidis ist mehr als eine Lebensgeschichte: Es ist ein Buch über Hochintelligente und Erziehung, über Politik ebenso wie Werte. Es ist zudem ein Buch, das durch die akribische Recherche des Autors die Lebenswelt des Porträtierten mit unverhofften Details wiedererweckt. Am Donnerstag las Klaus Cäsar Zehrer im Theater am Saumarkt aus seinem Debütroman „Das Genie“, in dem er das Leben von Sidis nachzeichnet.

Intelligenz und Pazifismus

Der mathematisch und sprachlich hochbegabte W. J. Sidis (1898-1944) wurde bisweilen als der intelligenteste Mensch aller Zeiten bezeichnet, mit einem geschätzten IQ höher als jener von Albert Einstein. Dennoch ist er fast unbekannt. Selbst Zehrer, Autor und Herausgeber, hatte nie von ihm gehört, bis er zufällig bei einer Suche im Internet Sidis erwähnt fand. Magnetisiert von dem, was er las, begann eine Recherche, in deren Verlauf er sich in hunderte zeitgenössischer Zeitungsartikel über Sidis sowie Schriften des Genies selbst vertiefte, Biographien berühmter Mitmenschen und alte Stadtpläne studierte. Hieraus schuf Zehrer einen Roman, der dem Leben eines Menschen nachgeht, welcher schon mit elf Jahren an der Harvard University in Boston als Student eingeschrieben wurde. Indem er familiären Hintergründen und der inneren Welt von Sidis nachspürt, macht Zehrer Sidis‘ Entscheidung verständlich, sich von einer akademischen Laufbahn abzuwenden. In dem Roman beeindruckt Sidis als ein Mann von seltener Integrität, der seine Intelligenz nicht zu Kriegszwecken missbraucht sehen will. Konsequent hält Sidis in einer Zeit an seinen pazifistischen Idealen fest, als Kriegsdienst-Totalverweigerern wie ihm schwere Strafen drohen. „Mit ihnen wurde so umgegangen, wie wir das heute mit Guantanamo in Verbindung bringen“, klärte Zehrer bei der Lesung auf.

Im Rahmen der Lesung und des Gesprächs mit dem Moderator Michael Luisier, Kulturredakteur beim Schweizer Radio, eröffnete Zehrer weitere Einzelheiten, die nicht Eingang in das Buch gefunden haben. So gehe die Anschauung, der Mensch nutze nur einen Bruchteil seiner geistigen Kräfte, auf Williams Vater Boris Sidis zurück. Zehrer strich die Gefühllosigkeit des Arztes und Psychologen bei von ihm durchgeführten Tierexperimenten heraus. Die von ihm entwickelte Erziehungsmethode, der Boris das Genie seines Sohnes zuschrieb, habe Boris an weiteren Kindern ausprobiert. Nach Williams Weigerung, gesellschaftliche Erwartungen zu erfüllen, galt das „Wunderkind“ jedoch als ausgebrannt und die Methode als fehlgeschlagen. VKO

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