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Ein Fußballfest in der Cashpoint-Arena ist angesagt

©Luggi Knobel
In einem internationalen Freundschaftsspiel standen sich am Dienstag, 1. August, ab 19.30 Uhr, Cashpoint-Arena, niemand geringerer als Borussia Dortmund und der italienische Spitzenklub Atalanta Bergamo gegenüber. Allein aus Italien hatten sich mehr als tausend Anhänger angekündigt. VOL.AT tickerte live aus Altach.

Liveticker: BVB vs. A. Bergamo

Interviews vor dem Spiel:

Wer in unserer Region über den italienischen Fußball spricht, der meint Champions-League-Finalist Juventus. Oder die spektakuläre Offensivmaschinerie von Napoli, die beste Offensive Italiens. Der meint die beiden Mailänder Vereine Inter und Milan; noble Namen mit grosser Vergangenheit und ungewisser Zukunft. Die beiden Römer Klubs Lazio und Roma, die sich in den letzten Jahren hervorragend schlagen und stets vorne dabei sind. Ein bekannter Name ist auch Fiorentina, immer wieder in europäischen Wettbewerben dabei und in einer malerischen Kulturstadt in der Toscana zuhause. Aber wer ist Atalanta? Woher kommen die, was können die? Was dürfen die Zuschauer in Altach erwarten?

Die Stadt/Region

In Italien nennt niemand den Verein Atalanta Bergamo. Diese Bezeichnung ist nur in ausländischen Zeitungen zu lesen, weil sonst niemand weiss, woher Atalanta kommt. Dies zeigt schon mal, dass der Verein eher Kennern ein Begriff ist als der breiten Menge. Atalanta ist der Fussballclub aus der Stadt Bergamo in der Lombardei. Mit 120’000 Einwohnern ist diese ziemlich klein, kleiner etwa als Monza.

34 italienische Städte sind grösser als Bergamo, die Provinz hat aber rund eine Million Einwohner. Viele von ihnen sind in der starken Industrie beschäftigt, in den vielen Bergtälern geht’s indes eher ländlich zu. Touristisch hat die Region einiges zu bieten, gerade zum Wandern reisen viele in den nördlichen Teil der Provinz Bergamo, wo es auch Skigebiete gibt. Die berühmteste Skifahrerin aus Bergamo ist Sofia Goggia, die im letzten Jahr im Gesamtweltcup Dritte wurde und in Bergamo dementsprechend populär ist.

Der einzige nationale Titel datiert im Jahr 1963, als Atalanta den italienischen Pokal gewann. Als Cupfinal-Verlierer (und Serie-B-Mannschaft) durfte Atalanta 1987/88 im Pokal der Pokalsieger mitmachen und erreichte dabei das Halbfinal, wo es am späteren Sieger Mechelen (Bel) scheiterte.

In der Serie A war der Verein aus Bergamo noch nie so gut klassiert wie 2016/17 mit dem vierten Platz. Ob der eher unrühmliche Titel des Serie-B-Rekordmeisters als Erfolg gewertet werden kann, sei dahingestellt – sicher ist aber, dass Atalanta in Italien als „Regina dei Provinciali“, als Königin der Provinzklubs, bezeichnet wird. Dies liegt an den 57 Saisons, die der Klub in der höchsten Spielklasse bestritten hat. Kein Provinzverein war häufiger A-klassig. Der Tiefpunkt der Vereinsgeschichte ist acht, neun Jahre her: Cristiano Doni, jahrelang Symbolfigur der Mannschaft und bis heute Rekordtorschütze, wurde der Spielmanipulation überführt und für dreieinhalb Jahre gesperrt. Doni wurde von der Stadt und den Fans geliebt – die Frage, was (ausser Geld) ihn zu diesen Taten getrieben hat, beschäftigt viele Fans heute noch.

Die Nachwuchsabteilung und bekannte ex-Spieler

Während die Kampfmannschaft bisher keine großen Bäume ausgerissen hat, trifft dies auf die Nachwuchsabteilung Atalantas nicht zu. Diese genießt in Italien einen ausgezeichneten Ruf. Viele bekannte Namen wurden bei Atalanta zu solchen, ob als Eigengewächse oder als Spieler, die zum reifen nach Bergamo ausgeliehen wurden. Giuseppe Meazza spielte einst in Bergamo, auch Gaetano Scirea, Cesare Prandelli, Roberto Donadoni oder Alessio Tacchinardi. Bekanntere Namen aus der jüngeren Vergangenheit sind Christian Vieri oder Pippo Inzaghi. 1996/97 wurde er in Bergamo Torschützenkönig und legte dort den Grundstein zu seiner grossartigen Karriere.

Riccardo Montolivo, aktueller Teamspieler, und Simone Zaza, bekannt für seinen Trippel-Anlauf beim Elferschiessen an der EM 2016 gegen Deutschland, sind weitere Namen. Weil der Verein finanziell zwar solid, aber nicht allzu reich ist, spielen diese Spieler jedoch nie lange in Bergamo. Das beste Beispiel liefert die letzte Saison: Die Eigengewächse Roberto Gagliardini, Mattia Caldara und Andrea Conti wurden zu Leistungsträgern und Nationalspielern, aber ebenso wie der Ivorer Franck Kessié haben sie alle schon jetzt Verträge bei anderen Vereinen unterschrieben. Der einzige von ihnen, der auch nächste Saison noch in Bergamo spielt, ist Mattia Caldara. Er wird von Juventus nochmals nach Bergamo verliehen. Die anderen drei sind weg, alle bei Mailänder Klubs. Eine Facette des harten Lebens als Provinzklub.

Die Fans

Atalanta wird in Altach auf viele mitgereiste Fans zählen dürfen. Im Vorverkauf wurden für die Nordtribüne, auf der die Fans aus Bergamo stehen, mehrere hundert Karten abgesetzt, die Fans werden ordentlich Stimmung machen. Die Nordtribüne ist auch in Bergamo ihr Zuhause: Die leidenschaftlichsten Fans Atalantas stehen in der Curva Nord. Unter diesem Namen tritt die Fankurve auf, nachdem sich im letzten Jahrzehnt mit den Brigate, der Nomadi und den Wild Kaos gleich drei namhafte Fangruppen aufgelöst haben. Die Ultras der Curva Nord gehören ohne Zweifel zu den bekanntesten und berüchtigtsten Kurven Italiens. In der Vergangenheit hat sie immer wieder – auf positive und auf negative Art – von sich reden gemacht, im letzten Jahrzehnt ist es aber etwas ruhiger geworden um die Curva Nord.

Zu den größten Initiativen, die die Nord ergriffen hat, gehört die Festa della Dea, das „Fest der Göttin“. Dieses fand 14-mal auf einem Parkplatz eines Einkaufszentrums statt und war eine Art Festival. Sechs Tage lang pilgerten an jedem Abend Tausende ans Fest. Spieler, Trainer, Vorstandsmitglieder und Ehemalige gaben sich dort die Klinke in die Hand und feierten sich und den Verein. In der Vergangenheit hat die Curva Nord immer wieder Herz gezeigt und Menschen geholfen, die von Unwetterkatastrophen betroffen waren. Unter anderem halfen sie mit, den Rugby-Verein der von einem Erdbeben betroffenen Stadt L’Aquila wieder aufzubauen. Noch heute trägt L’Aquila Rugby ein Logo der Nord auf seinen Trikots.

Der Zuschauerschnitt Atalantas beträgt nur rund 17’000. Dies ist in unseren Breitengraden, wo oft nach Deutschland geschielt wird, geradezu lächerlich wenig, hat aber verschiedene Gründe. Erstens ist Pay-TV viel billiger und bequemer, zweitens gibt es bürokratische Hürden, um an ein Ticket zu kommen und drittens sind die meisten Stadien veraltet und nicht auf dem Stand der heutigen Zeit. Die Stimmung bei den Heimspielen in Bergamo ist aber trotzdem stets gut und laut – davon können sich die Testspielbesucher in Altach ein Bild machen.

Der Zuschauerschnitt wird in der nächsten Saison steigen, wurden doch schon bis zum heutigen Zeitpunkt fast gleich viele Dauerkarten verkauft wie im Vorjahr. Keine Frage: Bergamo ist in Eu(ro)phorie – und hofft, dass diese noch ein Weilchen andauern wird. (rz)

Borussia Dortmund vs. Atalanta Bergamo

Dienstag, 01.08.2017, 19:30 Uhr
CASHPOINT Arena, Altach

Ticketpreise und -kategorien:

  • Mittlere Sektoren: Vollpreis 45€, Ermäßigt* 35€, Kinder 30€
  • Randsektoren: Vollpreis 37€, Ermäßigt* 25€, Kinder* 19€
  • Eingeschränkte Sicht: Vollpreis 35€, Ermäßigt* 25€, Kinder*15€
  • Stehplätze: Vollpreis 20€, Ermäßigt* 15€, Kinder* 9€
  • Business Tickets: Vollpreis 150€, Kinder/Jugendliche (bis 15 Jahre) 70€

*Ermäßigt: Jugendliche, Lehrlinge, Studenten, Präsenzdiener, Pensionisten ab 65
*Kinder: Kinder von 6-14 Jahren

Tickets unter: tickets.scra.at

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