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Ein Energiekick am Alten Rhein

Langsam doch zielstrebig gehen die Bader des Alten Rheines in das zehn Grad kalte Wasser. Alles konzentriert sich auf die eigene Atmung.
Langsam doch zielstrebig gehen die Bader des Alten Rheines in das zehn Grad kalte Wasser. Alles konzentriert sich auf die eigene Atmung. ©bvs
Am Alten Rhein in Lustenau wagt eine kleine Gruppe den Schritt ins kalte Wasser.
Ein Energiekick am Alten Rhein

 

Lustenau Sie lächeln. Wohlwissend, welch schönes Gefühl sie gleich erleben werden. Mit Badetaschen bepackt, geht eine kleine Gruppe Menschen zielbewusst zum Wasser des Alten Rheines. Dort, am Ufer begrüßen sie sich heiter. Es herrscht eine besondere Stimmung. Eine Stimmung, die auch Spaziergeher mit in den Bann zieht. Dann geht es plötzlich schnell. Die Vorfreude, auf das was sie erwartet, steigt. Lediglich mit Badesachen bekleidet, gehen sie, ohne zu zögern, ins zehn Grad kalte Wasser des Alten Rheines. „Im ersten Moment, nimmt es dir den Atem“, beschreibt Ingrid Hofer (44) aus Lustenau das Gefühl, wenn sie in das kalte Wasser steigt. Man dürfe nicht zu lange nachdenken und langsam doch in einem Zug ins Wasser gehen. „Sonst dreht man um“, lacht sie.

 

Ein Schwall voller Glücksgefühle

 

Eher aus Zufall habe sich diese Badegruppe aus Bekannten und einigen Yoga-Schülern von Anna Blume (52), Yoga-Lehrerin in Lustenau, formiert. „Meine Freundin hat mir davon erzählt und geschwärmt, wie wunderbar das Baden im kalten Wasser sei. Anfangs war ich skeptisch, doch dann habe ich es einfach gewagt“, erzählt Blume. Bei den ersten Badegängen ging sie allein in den Alten Rhein. Durch das kalte Wasser schütte man Endorphine aus, das sei unbeschreiblich. „Das ‚Winterbaden‘ hat eine reinigende Wirkung. Danach bin ich energiegeladen, ich sprühe vor Energie. Es tut einfach gut“, sagt sie.

 

Spontanes Baden

 

Eine Yoga-Schülerin habe sie am Alten Rhein beim Baden gesehen und wollte das auch einmal wagen. „Ich habe gleich eine WhatsApp-Gruppe mit ein paar Yoga-Kollegen gegründet“, sagt Jasmin Feurle (33) aus Dornbirn. „Alle waren begeistert.“ Seitdem treffen sich zwischen drei und fünf Personen eher spontan zu der neuen Leidenschaft, dem „Winterbaden“ am Alten Rhein. „Auch wenn wir schon Frühling haben, fühlt es sich an manchen Tagen noch wie tiefster Winter an“, lacht Feurle. Schön sei, dass sie sich statt beim Yoga, wenigstens ab und zu beim Baden sehen. Das tue gut, sind sich alle einig. Gemeinsam ins kalte Wasser steigen, umgeben von einer atemberaubenden Naturkulisse sein, mache einfach nur glücklich, erklärt Blume.

 

Eigene Grenzen überwinden

 

„Als ich das erste Mal ins kalte Wasser vom Alten Rhein gegangen bin, dachte ich: Jetzt ist es vorbei. Es hat am ganzen Körper gestochen“, sagt Manuel Kühnis (37) aus Feldkirch. Doch das Gefühl danach sei unbeschreiblich. Deshalb wagt er es wieder. Wichtig dabei ist das tiefe Ausatmen, wenn man in das Wasser geht. Das hilft, wenn die Luft wegbleibt. Einen weiteren Tipp geben die Badefreunde mit auf den Weg: Streckt man die Hände in die Luft, empfindet man die Kälte als nicht ganz so schlimm. Der Badedurchgang dauert für den Zuseher nicht lange, doch für die Bader ist es ausreichend, um gelöst und zufrieden aus dem Wasser zu kommen. Schnell trocknen sie sich ab, ziehen sich warm an und trinken danach eine Tasse Tee. Man spürt, sie sind eins mit der Natur geworden. Bvs

 

„Das Baden im kalten Wasser ist belebend und wohltuend“ Anna Blume (52), Yoga-Lehrerin aus Lustenau

 

Umfrage

 

„Ich mag Herausforderungen mit der Natur. Das Baden im kalten Wasser fühlt sich super an. Ich atme in die Kälte aus und dann ist es schon geschafft. Danach wird man mit einer Menge Glücksgefühle belohnt.“ Anna Blume (52), Lustenau

 

„Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal machen werde. Ich komme gerne am Abend, dann kann ich den Tag quasi abspülen. Diese Naturerlebnis fährt einem voll ein. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis.“ Guntram Ferstl (51), Lustenau

 

„Die schauen alle so fit aus, waren meine ersten Gedanken. Dann wusste ich weshalb, und habe es einfach auch ausprobiert. Es ist super. Beim Reingehen nimmt es einem kurz die Luft, doch dann spürt man die Kälte nicht mehr.“ Dilek Marte-Usta (38), Lustenau

 

„Die Kälte macht mir eigentlich nichts aus, deshalb bin ich beim ersten Baden einfach reingelaufen. Das Gefühl, beim Herauskommen, ist unbeschreiblich schön. Es fühlt sich alles leicht und rein an.“ Ingrid Hofer (44), Lustenau

 

„Ich habe Anna beim Baden gesehen und gleich darauf die WhatsApp-Gruppe erstellt. Mein erster Gedanke war: Das möchte ich auch wagen. Es ist schön, dass wir nicht nur die Freude zum Yoga, sondern auch zum „Winterbaden“ teilen.“ Jasmin Feurle (33), Dornbirn

 

„Bei meinem ersten Baden war es eiskalt, das Wetter winterlich. Doch ich bin ins Wasser. Es gibt einem tatsächlich einen Energiekick. Ich hätte nicht gedacht, dass mich diese Freude am Baden dermaßen packt.“ Jeannine Feurle (28), Dornbirn

 

„Es fühlte sich an, als ob kleine Stromstöße über meinen Körper wanderten. Es war eiskalt. Doch ich habe es durchgezogen und wurde mit einem unbeschreiblichen Gefühl belohnt. Es belebt und gibt einen Schub Energie.“ Manuel Kühnis (37), Feldkirch

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