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„Ein Dorf in Flammen": Ausstellung anlässlich Großbrand Fraxern 1934

Ausstellung der Feuerwehr im Jakob-Summer-Saal am 25., 26. und 27. April. Bei der Katastrophe in Fraxern 1934 brannte das halbe Dorf (34 Gebäude) nieder. 1 Todesopfer.
Ausstellung der Feuerwehr im Jakob-Summer-Saal am 25., 26. und 27. April. Bei der Katastrophe in Fraxern 1934 brannte das halbe Dorf (34 Gebäude) nieder. 1 Todesopfer. ©Ortsfeuerwehr Fraxern
Fraxern. (kam) Die Katastrophe am 18. April 1934, die das halbe Fraxner Dorf nieder brannte und damit zahlreiche Familien obdach- und mittellos hinterließ, jährt sich heuer zum 80. Mal. Eine beispielhafte, über die Landesgrenzen hinaus stattfindende Hilfsaktion fand seinerzeit statt, die es den leidgeprüften Fraxner Bewohnern ermöglichte, eine neue Existenz aufzubauen.
Bilder Großbrand Fraxern 1934

Anlass genug für die Mannen und Frau der Ortsfeuerwehr Fraxern unter Kdt. Christian Devigili, sowohl die Ereignisse rund um diese riesige Brandkatastrophe, als auch die geschichtliche Entwicklung der Fraxner Feuerwehr in einer dreitägigen Ausstellung darzulegen.

Ausstellung „Ein Dorf in Flammen”

  • Im Jakob-Summer-Saal, Fraxern
  • Freitag, 25. April, 19.30 Uhr: Eröffnung und Ausstellung
  • Samstag, 26. April ab 19.30 Uhr: Ausstellung
  • Sonntag, 27. April, 9.30 bis 12 Uhr: Ausstellung

Mittwoch, 18. April 1934. Fraxern mit 400 Einwohnern. 8.00 Uhr. Die Kirschenbäume blühen in voller Pracht. Die seit Tagen föhnigen Wetterverhältnisse haben sich in einen Föhnsturm gesteigert. Der Unterricht in der Volksschule hat bereits vor einer halben Stunde begonnen. Die Frauen kümmern sich um alltägliche Pflichten. Eine Frau – wohnhaft im heutigen (2014) „Buteler” – will die Wäsche waschen. Wie allgemein üblich entzündet sie dafür den im Freien stehenden Waschofen. Um 8.15 Uhr nun der für das Kirschendorf folgenschwere Eingriff der Natur: Durch Funkenflug entzündet sich das Vordach dieses Hauses. Innerhalb kürzester Zeit brennt nicht nur dieses Haus lichterloh. Durch den Föhn greifen die Flammen unfassbar schnell auf die umliegenden Häuser über. Ein Dorf steht in Flammen!
Kaum ein Mann hält sich zu dieser Zeit im Fraxner Dorf auf. Die meisten sind in den frühen Morgenstunden auf die zwei Gehstunden entfernte Alpe Staffel aufgebrochen, zum gemeinsamen Wiederaufbau der Alphütten, welche kurz zuvor einem Brand zum Opfer fielen. Sofort rennen sie zur Hilfe ins Dorf, als sie von der Alpe aus den riesigen Flammenrauch bemerken.
In höchster Panik wird versucht, Menschen und Tiere aus den Gebäuden zu retten. 18 auswärtige Feuerwehren kommen der Fraxner Wehr zur Löschhilfe. 34 Häuser brennen bis auf die Grundmauern nieder, darunter: Pfarrhaus, Schulhaus, Gasthäuser Krone und Adler, Sennerei und Säge der Gemeinde Fraxern. Die Schock-gebeutelten Fraxner müssen noch Schlimmeres verkraften: Der 67-jährige Landwirt und Familienvater Michael Peter (Großvater des heutigen – 2014 – „Peter-Hof”-Landwirts Michael Peter) verliert sein Leben in den Flammen, als er versucht, Habseligkeiten aus seinem Haus zu retten.
Den beginnenden Waldbrand unterhalb des Dorfes bringt das Bundesheer unter Kontrolle.
Das Feuer im Dorf wütet bis 11.30 Uhr. Das halbe Dorf liegt in Schutt und Asche. Ein trauriges Trümmerfeld. Die Verzweiflung ist groß. Bundesheertruppen versorgen am Abend die Bevölkerung und Helfer mit Essen. In den verschont gebliebenen Häusern werden die obdachlosen Familien untergebracht.

Landesübergreifende Hilfsaktion
Die Medien tragen die Botschaft dieser Brandkatastrophe über die Landesgrenzen hinaus. Eine äußerst beispielhafte Hilfsaktion, die die Fraxnerinnen und Fraxner nie vergessen werden, ermöglicht nicht nur die zwischenzeitliche Aufnahme vieler Kinder, sondern erlaubt auch einen raschen Wiederaufbau der zerstörten Gebäude.

Bereits vor 1934 kam es in Fraxern zu folgenschweren Großbränden

  • Zum ersten Mal 1525, als das gesamte Dorf nieder brannte, nur ein Haus und ein Speicher blieben unversehrt.
  • Und 1760 brannten insgesamt 20 Häuser nieder. Auch der Zwiebelturm von der alten Kirche wurde dabei zerstört.

Bei all diesen Großbränden wurde das Fehlen von ausreichend Löschwasser beklagt. Laut Auskunft von Wehrmann und einer der Organisatoren der Ausstellung, Thomas Porod, bildeten in diesen Fällen die baulichen Verhältnisse in Fraxern ein fast unüberwindliches Hindernis. Die meisten Häuser waren zur Gänze aus Holz gebaut, sogar die Dächer waren mit Holzschindeln gedeckt. Und die gesetzlich vorgeschriebenen Bauabstände wurden in den wenigsten Fällen eingehalten. So konnte sich das Feuer unglaublich rasch ausbreiten. Selbst bei genügend vorhandenem Löschwasser wäre das dermaßen rasche Ausweiten des Feuers unter diesen baulichen und den 1934 föhnsturmmäßigen Voraussetzungen kaum zu verhindern gewesen.

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