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„Ein chancengerechtes, glückliches Aufwachsen ermöglichen“

Familie ist für Olivia Mair privat und beruflich sehr wichtig.
Familie ist für Olivia Mair privat und beruflich sehr wichtig. ©Elke Kager Meyer/Olivia Mair
Olivia Mair hat die Leitung des Familienzentrum Nenzing übernommen.

Was ist für Sie an Ihrer neuen Arbeitsstelle reizvoll?
Olivia Mair: Wir wollen insbesondere Familien mit Kindern zwischen null und sechs Jahren erreichen mit dem Ziel: ein chancengerechtes und glückliches Aufwachsen zu ermöglichen. Als Mama einer kleinen Tochter liegt mir das auch persönlich sehr am Herzen. Ich freue mich, diese Leidenschaft in meiner neuen Aufgabe umsetzen zu können.

Was bedeutet „Familie“ für Sie persönlich?
Olivia Mair: Familie ist etwas sehr Wichtiges für mich. Ich verstehe darunter Menschen, bei denen ich mich wohlfühlen kann, die mich mit all meinen Eigenheiten so annehmen wie ich bin und auf die ich mich immer verlassen kann. Das gibt mir das Gefühl von Geborgenheit, Zugehörigkeit und Sicherheit. Das verwurzelte mich und ließ mir gleichzeitig Flügel wachsen. Mir das mitgegeben zu haben, dafür bin ich meinen Eltern sehr dankbar und das bei meinem Mann und meiner Tochter gefunden zu haben, ist ein unbeschreibliches Glück.

„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.“ Können Sie diesem afrikanischen Sprichwort etwas abgewinnen?
Olivia Mair: Mit der Gründung der Familienzentren hat die Gemeinde Nenzing genau diesen Gedanken aufgenommen. Einerseits bedeutet das, dass alle in einem Dorf auf die Kinder schauen, sodass ihre Eltern sogar schon bevor sie nachhause kommen, wissen, wenn sie etwas angestellt haben. Andererseits gibt es den Kindern aber auch Geborgenheit und Sicherheit durch die Gewissheit, jederzeit bei den Nachbarschaft Hilfe zu bekommen. Es braucht neben den Familien, in denen die Kinder aufwachsen und sich eigenständig entwickeln können auch das Engagement der Gemeinde aktiv den sozialen Zusammenhalt zu fördern.

Welche Stärken kann Nenzing für Familien bieten?
Olivia Mair: Die familienfreundliche Haltung, die die Gemeinde auch wirklich lebt und ihre Offenheit für innovative, neue Ansätze in diesem Bereich verbunden mit dem Mut vor allem auch durch niederschwellige Zugänge nahe bei den Bürger*innen zu bleiben wie beispielsweise die Begegnungszone im Familienzentrum Kinderhaus. Wie ich in der kurzen Zeit erleben durfte, existiert zudem ein großes Bewusstsein für die Wichtigkeit eines stabilen Umfelds und tragender Beziehung für unsere Kinder sowohl bei politischen Entscheidungsträger*innen, bei den Mitarbeiter*innen der Gemeinde als auch in den elementarpädagogischen Einrichtungen.

Das neue Frühjahrsprogramm ist gerade „an jeden Haushalt“ gegangen. Welches sind die Highlights?
Olivia Mair: Für mich ist das ganze Programm „Familie sein in Nenzing“ ein Highlight – die Art wie es entstanden ist, gemeinsam mit der Zielgruppe. Es entwickelte sich durch viele wertvolle Gesprächen mit Eltern, im Austausch mit den Betreuungseinrichtungen und Kooperationspartner*innen, im Mitdenken des Familienkreises („Elternrat“) und im achtsamen Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen. Meine Vorgängerin Verena Punter hat alle Rückmeldungen in diesen vielfältigen, bunten Angeboten aufmerksam zusammengefügt. Die nun laufende Umsetzung der Vorträge und Workshops mit den engagierten Fachkräften aus den elementarpädagogischen Einrichtungen und der dadurch entstehende Austausch mit allen Beteiligten sind für mich ebenso inspirierende Highlights.

Wie möchten Sie Ihren Job gestalten, was ist Ihnen wichtig?
Olivia Mair: In der Einarbeitungsphase war ich positiv überrascht, dass die Arbeit der Familienzentren sehr viele Parallelen zu meiner bisherigen Tätigkeit in der Offenen Jugendarbeit aufweist. Bedarfsgerechte und leicht verfügbare Unterstützungsangebote für Eltern mit Kindern zu gestalten, stärkt das Selbsthilfepotential der Familien ihre Herausforderungen selbst zu lösen. Wie zahlreiche Studien belegen, gelingt dies nur durch Handlungsprinzipien wie niederschwellige Zugänge, Freiwilligkeit, Offenheit, Begegnung auf Augenhöhe, geschlechtssensible Haltung, Partizipation der Zielgruppe, Lebensweltorientierung. Genau nach diesen Prinzipien arbeitet auch die Offene Jugendarbeit und darauf aufbauend ist auch die Begegnungszone im Familienzentrum Kinderhaus gestaltet. Wichtig dabei ist, dass die Prinzipien von den Verantwortlichen und Umsetzenden gelebt und getragen werden und dafür setzte ich mich ein.


Zur Person Olivia Mair:
Familie:
Verheiratet, eine Tochter
Beruflicher Werdegang: Mediengestalterin in der Tourismuswerbung , Medienpädagogin SUPRO, Geschäftsführung Verein Amazone, Geschäftsführung koje – Dachverband der Offenen Jugendarbeit, Wissenschaftliche Mitarbeiterin von Dr.in Eva Häfele
Freizeit: im Vorstand des Fördervereins des Frauenmuseum Hittisau, Yoga, Reisen

Veranstaltungen in den kommenden Wochen:
Mittwoch, 24. Februar, 19.30 Uhr: „Ist mein Kind schon bereit für den Kindergarten?“
Dienstag, 2. März, 19 Uhr: „Windel ade“
Mittwoch, 3. März, 8.45 bis 11 Uhr: „Dreckspatza – Kindergartenalltag im Wald“
Mittwoch, 14. April, 19.30 Uhr: „Smartphone, Tablets und Intranet – Wie können Familien damit umgehen?“

Alle Infos und Anmeldemöglichkeiten: www.nenzing.at

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