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„Duschen gegen Schnitzel“

Die Regio „Im Walgau“ ist „KLAR“-Region und war deshalb Veranstalter des Vortrags.
Die Regio „Im Walgau“ ist „KLAR“-Region und war deshalb Veranstalter des Vortrags. ©Elke Kager Meyer
Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb zeichnete düstere, aber nicht hoffnungslose Zukunft
Helga Kromp Kolb

Die an der Wiener Universität für Bodenkultur tätige Meteorologin und Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb kennt wohl alle optimistischen und pessimistischen Studien zur prognostizierten Entwicklung des weltweiten Klimas. Sie ist Realistin. Und sie kann schwierige Zusammenhänge plausibel erklären. So geschehen im Rahmen eines Vortrags auf Einladung der „KLAR“-Region „Im Walgau“ vergangene Woche im Nenzinger Ramschwagsaal. „KLAR“ steht für Klimawandel-Anpassungsmodellregion und ist ein Förderprogramm des österreichischen Klima- und Energiefonds und dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus.

Die Gegenwart zeigt´s

Schon der für den Vortrag gewählte Titel spricht Klartext: Bei „Klimawandel – wie sieht unsere Zukunft aus?“ strich Kromp-Kolb das „Wandel“ durch und ersetzte es durch „Krise“. Die Entwicklung der vergangenen Jahre bestätigt ihre Erwartung. „Es geht darum, dass aus der Krise nicht die Katastrophe wird.“ Und weiter: „Wir dürfen uns nicht vor dem fürchten, was zu tun ist, sondern müssen Angst davor haben, was passiert, wenn nichts passiert.“ Wenn es nicht gelinge, die Erderwärmung unter der Marke von 1,5 Grad zu halten, müsse man davon ausgehen, dass das Klima so genannte Kipp-Punkte passiere und eine Negativspirale in Gang gesetzt werde, deren Folgen nicht zu berechnen seien.

Die Zeit drängt

Das Jahr 2016 sei das wärmste gewesen, seit Temperaturen und Klimaveränderungen gemessen werden – 2019 das zweitwärmste. Ob die Erhöhung des Meeresspiegels, die Zunahme an Naturkatastrophen oder steigende Temperaturen: „Wir müssen uns im Klaren sein, dass die Natur immer stärker ist als wir“, nahm sie als Beispiel auch Bezug auf die Brände in Australien: „Ein hochtechnisiertes Land, das hier absolut an seine Grenzen kommt.“ Ein zweites Beispiel: Wenn sogar beim Weltwirtschaftsforum in Davos das „Versagen der Klimapolitik“ als größtes Risiko für die Wirtschaft definiert wurde, sei dies in einer Umgebung, in der das Wirtschaftswachstum als oberstes Ziel gelte, doch beachtlich. Helga Kromp-Kolb präsentierte drei Lösungsansätze: Anpassung, Minderung und Eingreifen. Bei letzterem gelte es die Folgen sorgsam zu überprüfen. Auf höherer Ebene – sprich der Politik – gelte es Rahmenbedingungen zu schaffen, um die „Marke 1,5 Grad“ zu erreichen.

Doch auch jeder und jede Einzelne sei gefordert, einen Beitrag zu leisten: „Bewusst einkaufen, sparsam wohnen, gesünder bewegen, Informationen verbreiten“, nannte die Klimaexpertin einige Beispiele. „Es gilt, die eigenen Werte zu überdenken, längerfristig zu handeln und uns weg vom Begriff Lebensstandard, hin zum Begriff Lebensqualität zu entwickeln.“Ob man dann zugunsten des Sonntags-Schnitzel auf das Vollbad verzichte, bleibe jedem selbst überlassen. „Und: Heute ist der Tag, an dem ich beginne!“

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