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Dresdner Krankenhaus überflutet

Die Patienten eines Dresdner Krankenhauses mussten per Hubschrauber evakuiert werden. Das Problem: viele Kliniken der sächsischen Stadt stehen in Elbnähe.

Entsetzt steht ein Mediziner des Dresdner Diakonissenkrankenhauses im Hof der Klinik. Langsam, aber unaufhaltsam bahnt sich das Wasser der Elbe dort seinen Weg durch das verbarrikadierte Tor der Notfallaufnahme. Schwesternschülerinnen, Pfleger und Helfer stapeln eilig einen Sandsack auf den anderen. Diakonissen-Schwestern knipsen schnell ein Foto von dem schmutzig braunen und schnell strömenden Fluss, der genau an der Mauer der Klinik vorbeirauscht – und weiter anschwillt. Im Krankenhaus stehen an den Betten aller Patienten seit Dienstag gepackte Taschen. Doch abgesehen davon geht auf den Stationen alles seinen gewohnten Gang.

Viele Kliniken der sächsischen Landeshauptstadt liegen in Elbnähe. Einige haben schon Wasser im Keller. Eines der größten Krankenhäuser – im Stadtteil Friedrichstadt – steht seit Dienstag leer. Es versank in den Fluten. Die Patienten wurden in andere Häuser der Stadt verteilt. Nun erwartet sie möglicherweise eine zweite Evakuierung.

Seit Mittwochabend bringen Bundeswehr-Flugzeuge Intensivpatienten aus dem Hochwassergebiet in Sicherheit. Ein Airbus und zwei Transall-Maschinen mit medizinischer Ausrüstung sowie zusätzliche Hubschrauber starteten in der Nacht vor der erwarteten ganz großen Flut gen Dresden. Auch Neugeborene im Inkubator seien nach Berlin geflogen worden, berichtete die Polizei.

Donnerstagmittag sollten alle Patienten der Dresdner Intensivstationen in andere Krankenhäuser verlegt sein. Die mehreren hundert Kranken wurden unter anderem nach Köln, Berlin und Cottbus gebracht, sagte ein Sprecher der Stadt. Die Patientenrettung per Luft ist die größte zivile Rettungsaktion der Bundeswehr.

Derweil hoffen die Mitarbeiter des Diakonissen-Krankenhauses, dass sie doch noch von den Wasserfluten verschont bleiben. „Es ist alles in der Schwebe. Wir hoffen, dass keine Evakuierung kommt“, sagt eine Schwester. Eine Kollegin von ihr rennt einer Reporterin aufgeregt hinterher. „Gucken Sie sich hier um, aber sprechen Sie mit keinem. Die haben hier alle eine Nacht durch“, ruft sie der Journalistin zu.

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