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Drei Varianten für Deuringschlössle

Am Dienstag sollte eine Lösung für das Deuringschlössle gefunden werden, die Eigentümer prüfen jedoch weiterhin alle drei Varianten.
Am Dienstag sollte eine Lösung für das Deuringschlössle gefunden werden, die Eigentümer prüfen jedoch weiterhin alle drei Varianten. ©Curt Huber
Stadt Bregenz empfiehlt Tunnel statt Aufzug, Eigentümer nach Beratung ohne Einigung.

Eine Sturm der Entrüstung löste ein Bericht in den VN über einen geplanten Schrägaufzug vom Thalbach ins Deuringschlössle in der Oberstadt aus. Dieser wäre ein Eingriff in das Stadtbild gewesen, waren sich die Kritiker einig, obwohl das Bundesdenkmalamt keine Bedenken gegen diesen Schrägaufzug erhoben hatten.

Zugang bringt Entlastung

Einig sind sich jedoch die Oberstädtler mit den verantwortlichen Politikern der Stadt, dass ein Zugang zu dem Gastronomie- und Beherbergungsbetrieb direkt vom Parkplatz im Thalbach für die Oberstadt eine deutliche Entlastung bringen würde. Manche Gäste des Haubenlokals tun sich mit dem Aufstieg über die Meissnerstiege nicht mehr so leicht und suchen verständlicherweise einen Parkplatz in der Oberstadt. Dazu kommt, dass die Lieferanten der Zutaten für die Haubenküche und der Getränke ebenfalls über die Straßen der Oberstadt zufahren müssen. Der geplante Schrägauszug hätte alle diese Probleme gelöst: Vom Parkplatz im Tal hätte die Ware angeliefert werden können, für die Gäste wäre ein wettersicherer Zugang sichergestellt – alleine der Anblick des Aufzugs an der Außenseite des Lokals fand keinen Zuspruch.

Drei Varianten

Aus diesem Grund luden die Besitzer des „Deuringschlössles“ die Anrainer zu Gesprächen – schließlich standen drei Varianten zur Diskussion: Der Bau eines Lifts, eines Schrägaufzugs oder eines Tunnels zu einem Lift im Berginneren. Für jede dieser Varianten war aber eine Umwidmung der dafür benötigten Flächen notwendig. Und für diese Umwidmung – egal für welche Variante – ist die Stadtvertretung zuständig.

Empfehlung der Stadt

Das wieder stieß dem Bregenzer „Denker“ Karl Heinz Marent bei der Sitzung der Stadtvertretung sauer auf. „Wir wollen mit dieser Umwidmung aber nicht den Bau eines Schrägaufzugs möglich machen“, warnte er die Stadtvertreter vor der Abstimmung. Also wurden die Fachleute im Amt der Landeshauptstadt zu Rate gezogen: Dipl.-Ing. Dr. Bernhard Fink und Dipl.-Ing. Clemes Gössler fanden schließlich eine Lösung, der alle Stadtvertreter zustimmen konnten: In der Umwidmung des Grundstücks für gastgewerbliche Zwecke wurde die „Sonderfläche Tunnel“ festgeschrieben. Dieser Tunnel ist jedenfalls die mit Abstand teuerste Lösung des Problems – bleibt abzuwarten, ob ein entsprechender Bauantrag eingebracht wird oder ob die Zubringerprobleme zu dem Juwel in der Oberstadt weiterhin ungelöst bleiben.

Kein Ergebnis

Am Dienstag dieser Woche wurde jedenfalls das Problem des Zugangs vom Thalbach-Parkplatz zum Deuring-Schlössle noch einmal im Kreis der Eigentümer diskutiert. Trotz des Stadtvertretungsbeschlusses ist für Heino Huber noch nichts entschieden: „Wir wurden vom Beschluss der Stadtvertretung offiziell noch nicht informiert und prüfen daher nach wie vor alle drei Varianten“, meinte er im Gespräch mit der VN-Heimat.

Fluher Umwidmungen

Keineswegs einig waren sich die Stadtvertreter hingegen bei ihrer letzten Sitzung dieses Jahres über Grundstücksumwidmungen auf der Fluh: Nicht nur die Umwidmung des Grundstücks der Familien Sieber und Fessler gleich am Eingang zur Fluh stießen bei einem Teil der Stadtvertreter auf Unverständnis: „9000 Quadratmeter Grundfläche auf einem Schlag umwidmen“ – dafür hatte nicht nur Stadtvertreter Karl Heinz Marent kein Verständnis. Aber nicht nur er wunderte sich über diese Massenumwidmung, von der auch ein Grundstück von Ortsvorsteher Peter Vögel und eine Grundfläche von Edelbert Hopfner – dem Ehemann von Stadträtin Ingrid Hopfner – betroffen waren.

„Umwidmung überfällig“

Für Bürgermeister Markus Linhart waren diese Umwidmungen längst fällige Einlösungen von Versprechen, die z. T. noch auf die Ära Fritz Mayer zurückgehen, zum Teil waren es Lückenschlüsse – wie im Falle Hopfner und Vögel – zu längst als „Baufläche-Wohngebiet“ ausgewiesenen und voll erschlossenen Grundstücken. Dass allerdings Stadtrat Klaus Kübler (SPÖ) in einem VN-Interview in Zusammenhang mit der Umwidmung des „Hopfner- und des Fessler/Sieber-Grundstücks“ von „Freunderlwirtschaft“ gesprochen hatte, brachte das Fass zum Überlaufen und endete schließlich mit dem Auszug eines Teil der SPÖ-Fraktion aus dem Sitzungssaal. Selbst der „Grüne“-Koalitionspartner konnte bei der Umwidmung der „Rodelwiese“ (Fessler/Sieber) nicht mit dem Antrag der ÖVP mitstimmen: „Hier geht es nicht um Geld- sondern um Naturschulden“, artikulierte Alt-Vizebürgermeister Gernot Kiermayr das Unbehagen seiner Fraktion. Da nutzte es auch nichts, dass Bürgermeister Linhart auf die Tränendrüse drückte und schilderte, wie sehr „der alte Fessler, der als Straßenmeister nur ein kleines Einkommen hatte, Bürgermeister Mayr bat, das Grundstück erst dann umzuwidmen, wenn seine Kinder oder Enkelkinder einmal bauen möchten“. Er konnte sich – so Linhart – damals die höheren Grundsteuern für ein Baugrundstück einfach nicht leisten. Diese höheren Steuern müssen aber jetzt für alle umgewidmeten Grundstücke bezahlt werden, egal, ob die Besitzer in nächster Zeit bauen wollen, oder nicht.

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