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Doping-Trauma

Das Thema Doping im Radsport schlägt weiter hohe Wellen. In Spanien sorgen die Anschuldigungen des Ex-Profis Jesus Manzano für großes Aufsehen.

Verbotene Eigenblut-Transfusionen und Medikamenten-Missbrauch seien nach den Bekenntnissen des 25-jährigen ehemaligen Kelme-Profis in seinem Team bei der vergangenen Tour de France und bei weiteren Rennen an der Tagesordnung gewesen. Dabei wird der Anteil der Sauerstoff tragenden roten Blutkörperchen erhöht, um die Leistung zu steigern. Die Methode ist noch nicht nachweisbar.

Nach der Tour sei er nach einer erneuten Transfusion sogar in Lebensgefahr geraten. „Vor großen Rundfahrten wurde uns ein Liter abgenommen, der in zwei Packungen abgefüllt wurde.” Das Blut sei in Plastik-Behältern ohne Namens-Kennzeichnung – und oft auch nicht fachgerecht – gelagert worden. Nach einer Blutgabe in Valencia sei er „fast im Sarg zurückgekehrt”, sagte der neue Doping-Kronzeuge in einem Exklusiv-Beitrag der Sportzeitung „As”. Manzano, der trotz zahlreicher Doping-Kontrollen noch nie positiv getestet wurde, räumte offen ein, aus „Rache” gegen sein Ex-Team zu handeln. Kelme hatte Manzano rausgeschmissen, nachdem der Profi im Teamhotel während der Vuelta im September mit einer Freundin beim Sex erwischt worden war.

Die Reihe der Zweifler an den Manzano-Äußerungen ist aber lang. Kelme-Teamchef Vicente Belda erklärte in der spanischen Presse: „Alles Lüge”. Tour-Chef Jean-Marie Leblanc meinte: „Ich finde diese Welle an Anschuldigungen zweifelhaft. Ich nehme die Aussagen mit Vorsicht zur Kenntnis.” Der Königliche Spanische Radsportverband kündigte eine Klage gegen Manzano vor einem Zivilgericht an, um „die Ehre” des Radsports zu verteidigen.

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