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Don Quijote der Tiere

Rudi Längle kämpft um seinen Gnadenhof.
Rudi Längle kämpft um seinen Gnadenhof. ©Daniela Lais
Der neue Hof in der Bozenau

Rudi Längle zieht mit seinen Tieren in die Bozenau und braucht langen Atem

Riefensberg/Doren. Über steile Straßen erreicht man die idyllisch gelegene Bozenau. Ein paar Häuser, ein Campingplatz, die Ach und ganz im Mittelpunkt, ein Gnadenhof. Das neue Zuhause von Rudi Längle und seinen Tieren. Der einzige Vorarlberger Gnadenhof musste nach zahlreichen Problemen in Riefensberg eine neue Bleibe suchen und hat sie in der Bozenau gefunden. “Es ist wunderbar hier, vor allem für die Tiere”, schwärmt Längle. Die Platzverhältnisse sind mit dem Hof in Riefensberg nicht vergleichbar. Wo einst ein Hektar zur Verfügung stand, sind es jetzt, mit dem neuen Hof, fünf. Tiere sind aber noch kaum vor Ort, die Ställe noch in umfangreicher Renovierung. “Wir siedeln nach und nach um, die Tiere sollen keinem zu großen Stress ausgesetzt sein und wir müssen auch eine Box nach der anderen sanieren”, erklärt der gelernte Jurist. Eine große Hilfe sind da vor allem seine ehrenamtlichen Helfer. Der pensionierte Baumeister Karl, der Fachmann für alle Holzarbeiten und Brunhilde, die den Wänden der Ställe den letzten Anstrich verpasst. Schwerer hat Längle es da mit den Behörden.

Langsamer Amtsschimmel

“Der Amtsschimmel ist so langsam unterwegs, dass es fast unerträglich ist”, moniert der Gnadenhofbetreiber. Seit April liegen seine Papiere für die Umwidmung und die zusätzlichen Stallungen beim Amt. Ein “Sondergebiet Haustiercamp” muss genehmigt werden. Eigentlich nur ein formaler Akt, aber für Längle ein Kampf. “Es wäre wichtig, dass Landesrat Schwärzler Tempo macht, dann könnten wir endlich abschließen”, sieht Längle das Problem in obersten Behördenkreisen. Bis alles in trockenen Tüchern ist, hat er allerdings nicht nur mit den Behörden zu kämpfen. Auch Großsponsoren können nicht animiert werden, Geld in den Gnadenhof zu stecken. “Wir haben die Sponsoren an der Hand, aber sie möchten abwarten, bis die Umwidmung erledigt ist und erst dann finanziell einspringen”, erklärt Längle. Mit den finanziellen Mitteln der Sponsoren hätte der Jurist längst alles fertig, die Boxen wären saniert, der Paddock aufgebaut, die Wände gestrichen – so geht alles nur schleppend und in viel Eigenarbeit. Neben der Versorgung der Tiere und den Bauarbeiten fühlt sich der Jurist manchmal ein bisschen wie Don Quijote – im Kampf gegen die Windmühlen.

Tier mehr als Ware

Für fünf Jahre hat der Vorarlberger Gnadenhof die Stallungen und Weiden gepachtet. Danach soll der Hof über einen Kredit erworben werden. Die Eigenmittel werden bis dahin zusammen gespart. Schon seit Jahren besuchen immer wieder Schulklassen Längles Hof, Kinder die von und an den Tieren lernen. “Wir können nicht alle Tiere retten, aber der Gnadenhof soll ein Symbol dafür sein, dass ein Tier weit mehr ist als nur eine Ware. Tiere, auch Nutztiere, sind fühlende Lebewesen, die als solche beachtet werden sollen”, weist Längle auf die Problematik hin. LAI

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