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Dimension der Verwüstung wird sichtbarer

Knapp drei Wochen nach Beginn der großen Flut wird in vielen der schwer vom Hochwasser getroffenen Regionen im Osten Deutschlands das Ausmaß der Verwüstung immer deutlicher.

Allein im sächsischen Weißeritzkreis ist nach ersten Schätzungen einen Schaden von mehr als einer halben Milliarde Euro entstanden.

„Der gröbste Wiederaufbau wird vermutlich weit länger als ein Jahr dauern“, sagte die Sprecherin des Landratsamts, Dorothea Boldt, am Donnerstag. Im Landkreis Sächsische Schweiz sind 80.000 der 140.000 Einwohner vom Hochwasser betroffen. Bei etwa 3.000 Gebäuden gibt es Statikprobleme, mindestens 350 müssen definitiv abgerissen werden. Die Infrastruktur ist schwer beschädigt. Die EU-Kommission rechnet mit Schäden in Höhe von 15 Milliarden Euro in Deutschland, andere Schätzungen reichen bis zu 25 Milliarden Euro.

Nach Tagen und Wochen der Angst und Strapazen hat sich die Lage in den Hochwassergebieten weiter entspannt. In den Krisenregionen, in denen Hunderttausende von den Fluten betroffen waren, laufen die Aufräumarbeiten. Erstmals seit Beginn der zerstörerischen Flut am 11. August, bei der mehr als 20 Menschen starben, rollten am Donnerstag wieder ICE-Züge zwischen Berlin und Leipzig. In der brandenburgischen Prignitz wurde Hochwasser-Entwarnung gegeben. Nur noch in ganz wenigen Kreisen und Städten besteht weiter Katastrophenalarm.

Die Katastrophe kostet Deutschlands größten Versicherungskonzern Allianz nach eigener Einschätzung mehr als eine halbe Milliarde Euro. Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück rechnet durch die Flutkatastrophen in Europa und Asien in den vergangenen Wochen mit einer Belastung in dreistelliger Millionenhöhe.

Auch in den norddeutschen Hochwassergebieten begann die Bilanzierung der Schäden. Die Regionen sind jedoch bei weitem nicht so schwer vom Hochwasser getroffen worden wie Sachsen oder Sachsen-Anhalt. So sind die niedersächsischen Landwirte an der Elbe von größeren Überschwemmungen verschont geblieben.

Der stellvertretende Landrat des Landkreises Sächsische Schweiz, Helmut Verdang, warnte unterdessen vor einer extremen Belastung mit Öl als große Gefahr. Auch Gastanks stellten ein Risiko dar. Diese würden wie Bomben in der Gegend herumliegen. Die Gefahr eines Fischsterbens in der Elbe ist nach Expertenaussage jedoch gebannt.

Als Konsequenz aus der verheerenden Flut mahnten Fachleute Verbesserungen im Katastrophen- und Hochwasserschutz an. Die Vorsorge gegen derartige Naturkatastrophen müsse künftig auch über Ländergrenzen hinweg koordiniert werden.

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