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Diepoldsau fordert eine Südspange

Zwischen Kriessern und Mäder sollen die beiden Rheintal-Autobahnen verbunden und durchs Riet eine neue Strasse gebaut werden. Der Gemeinderat Diepoldsau bittet den Kanton und das Land Vorarlberg, die Idee umzusetzen. Die betroffenen Vorarlberger Gemeinden pflichten bei

RENE SCHNEIDER
DIEPOLDSAU. «Wie ein Botschafter auf Auslandreise» habe er sich gefühlt, sagt Roland Wälter. In den letzten Wochen hat er seine Amtskollegen in Mäder, Altach, Hohenems und Oberriet aufgesucht und erreicht, dass sie alle grundsätzlich beipflichten: Eine neue Autobahnverbindung südlich von Diepoldsau würde das mittlere Rheintal beidseits des Rheins massgeblich von Durchgangsverkehr entlasten.
«Wir bitten Sie, sehr geehrter Herr Landesrat, sehr geehrter Herr Regierungsrat, unser Gesuch um Verkehrsmassnahmen für das mitlere Rheintal zu prüfen und bedanken uns für Ihre positive Stellungnahme», schreibt der Gemeinderat Diepoldsau Landesrat Karlheinz Rüdisser von der Vorarl-bcrger Landesregierung und Regierungsrat Willi Haag von der St. Galler Kantonsregierung. Das Begehren gliedert sich in zwei Punkte: Das Planungsverfahren für den Zusammenschluss der Autobahnen A14/A13 südlich von Diepoldsau in die Wege zu leiten; und zweitens «diesen Planungsprozess losgelöst und unabhängig vom konsensorientierten Planungsverfahren .Mobil im Rheintal) zu führen». Die betroffenen Bürgermeister und Gemeindepräsidenten stünden «für ein Gespräch gerne bereit».
Eine Verbindung der beiden Autobahnen Höhe St.Margrethen-Höchst sei «für die geplagte Bevölkerung im unteren Rheintal dringend nötig», hält der Gemeinderat Diepoldsau in seinem Schreiben fest. Aber diese Verbindung werde keine Entlastung von Durchgangsverkehr in Diepoldsau zur Folge haben. Der Fluss von knapp 11 000 Fahrzeugen beim Zollamt Diepoldsau (jährlicheZunahme von zwei bis vier Prozent) werde durch die Verbindung der Autobahnen bei St. Margrethen nicht kleiner werden. Der Verkehr auf der Tram- und Hohenemserstrasse «mitten durch das Herz von Diepoldsau» habe «zunehmend spürbare, bis zum Teil un-haltbare Auswirkungen auf den Arbeits-, Wohn-, Lebens- und Erholungsraum», beschwört der Diepoldsauer Gemeinderat die Kantons- und die Vorarlberger Landesregierung.
Der Gemeinderat beschränkt sich in seinem Schreiben darauf, eine «südliche Verbindung» zu fordern, verzichtet jedoch auf einen konkreten Vorschlag bzw. eine Idee für die Linienführung der neuen Strasse. Das sei Sache der Regierungen und deren Planer, sagt Gemeindepräsident Roland Wälter.
Ein Blick auf die Karte zeigt, warum auch die Bevölkerung in der Region Mäder/Altach mehr-heitlich dem Vorschlag aus Diepoldsau beipflichten könnte: Die Bundesstrassen L58 und L55 in Mäder sind bei Reisenden ähnlich beliebt als Spange zwischen den beiden Autobahnen wie die etwas kürzere und weniger kurvenreiche Fahrt durch Diepoldsau.

Dieser Artikel ist am 16.09.2011 im Rheintaler erschienen

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