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Die unglaubliche kriminelle Karriere des Michael F. (24)

Wie lebte Michael F. während seiner Flucht?
Wie lebte Michael F. während seiner Flucht? ©VOL.AT/Vlach
Schwarzach. Der als flüchtiger U-Häftling bekannte Vorarlberger soll an drei Raubüberfällen beteiligt gewesen sein.
Weitere Überfälle während Flucht
U-Häftling wieder festgenommen
Archiv: Die Polizei zur Fahndung
Archiv: Verstärkung für Suchkräfte
Fahndung nach dem U-Häftling
Fahndung nach dem U-Häftling II

Michael F. machte die ersten Schlagzeilen im Juni 2013: In Untersuchungshaft, sollte er Polizisten am Lochauer Haggen das Versteck seiner Diebsbeute zeigen. Kaum der Handschellen entledigt, sprang er in ein Bachbett, überschlug sich dabei mehrmals im steilen Gelände, raffte sich wieder auf und flüchtete für vier Monate in die Freiheit. Ausgeschrieben zur internationalen Fahndung, spielte er Katz und Maus mit seinen Verfolgern. Er war verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt.

Nach fünf Monaten gefasst

Ein Wiedersehen mit der Polizei gab es für den Flüchtling erst am 7. November 2013: Zeugen hatten ihn erkannt. Das Einsatzkommando “Cobra” fasste ihn bei der Langener Straße in Bregenz.

Am 9. Dezember wurde der Leiblachtaler am Landesgericht Feldkirch zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Als Haupttäter einer Einbrecherbande, der 60 Einbruchsdiebstähle im süddeutschen Raum innert zwei Monaten vorgeworfen wurden, dies- und jenseits der Grenzen. Unter anderem hatten er und seine Komplizen mit einem Traktor in Doren einen Bankomat aus seiner Verankerung gerissen.

Dabei war Michael F. erst im Juli 2012 aus der Haft entlassen worden. Gesessen hatte er unter anderem, weil er seine Mutter mit einem Messer bedrohte und im Streit mehrere Bäume eines Nachbarn umsägte.

Die größten Coups aber soll sich der Vorarlberger in der Woche vor seiner Verhaftung im vergangenen November geleistet haben: Er steht unter dringendem Tatverdacht, mit weiteren Komplizen zwischen dem 29. Oktober und dem 6. November 2012 an gleich drei Raubüberfällen in Deutschland und der Schweiz beteiligt gewesen zu sein.

Wie lebte Michael F?

Doch wer waren diese Komplizen, und wo und wie lebte Michael F. während seiner vier Monate andauernden Flucht? Selbst internationale Ermittlungen vermochten dieses Rätsel nicht vollständig zu lösen. Bis heute nicht. Denn der Leiblachtaler gibt sich verschlossen. “Er ist darüber nicht sehr aussagewillig”, so Stefan Schlosser vom Landeskriminalamt. Sicher ist nur eins: Der Flüchtige versteckte sich nicht im Unterholz, sondern unter Dach und Fach. “Mit der Unterstützung von Angehörigen”, sagte Schlosser, “und zwar sehr gut versteckt.”

Auch wenn konkrete Verdachtsmomente über seinen Aufenthaltsort vorgelegt seien, so hätte es doch an rechtlichen Befugnissen (etwa für Observationen usw.) gefehlt.

Von Komplizen verraten

Doch Michael F. machte Fehler. Während er Geld aus früherer Diebsbeute bei Bordellbesuchen verprasste, lernte er einen 29-jährigen Deutschen kennen. Freundschaft unter Gleichgesinnten entwickelte sich – und der Plan für den nächsten Coup: Ein Überfall auf die Bankfiliale in Opfenbach. Der Deutsche wird am 11. November in Friedrichshafen verhaftet. Er verpfeift den Vorarlberger als Komplizen.

Doch Michael F. hat noch mehr Bekannte im Dunstkreis des Verbrechens. Unter ihnen einen 54-jährigen, unsteten Vorarlberger. Gemeinsam mit ihm überfällt er am 4. November eine Postfiliale in Haag (Schweiz). Der 54-jährige verfängt sich am 6. November im Netz der Fahnder – und nennt als Komplizen ebenfalls Michael F..

Der Kreis schließt sich. Aus irgendeinem Grund taucht der Leiblachtaler am 7. November in Bregenz auf. Und lässt sich diesmal widerstandslos festnehmen.

  • Am 29. Oktober nachmittags: Zwei Männer stahlen aus einer Bäckerei in Salez (Schweiz) eine Registrierkasse.
  • Zwei Tage später, am 31.10. gegen 19:00 Uhr: Zwei Unbekannte begingen einen bewaffneten Raubüberfall auf ein Lebensmittelgeschäft in Wildhaus (Schweiz). Zwei Angestellte wurden nach Dienstschluss abgepasst und mit vorgehaltener Pistole zurück ins Geschäft gezwungen wurde. Die Täter erbeuteten Bargeld aus dem Tresor.
  • 4.11: In einer Postfiliale in der Schweiz, in Haag, warteten zwei Bewaffnete um ca. 05:45 Uhr früh auf die eintreffende Angestellte und verlangten von ihr den Tresor zu öffnen. Weil sie das nicht konnte, warteten sie auf die Filialleiterin, die 50 Minuten später kam. Auch hier flüchteten die Täter mit Bargeld.
  • 06.11.: Gegen 09:00 Uhr in Opfenbach (Deutschland) wurde von einem Bewaffneten eine Bankfiliale überfallen. Es wurden der Filialleiter und eine Angestellte bedroht und zur Herausgabe von Bargeld aus dem Tresorraum gezwungen. Der Täter flüchtete mit einer größeren Menge an Bargeld.
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