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Die Straßen von Nofels und ihre Geschichte 5

In diesem Haus an der Sebastian-Kneipp-Straße wohnte Alfons Mähr, Meßner und langjähriger Herausgeber der Kirchenzeitschrift, die er im hohen Alter noch am PC selber gestaltete.
In diesem Haus an der Sebastian-Kneipp-Straße wohnte Alfons Mähr, Meßner und langjähriger Herausgeber der Kirchenzeitschrift, die er im hohen Alter noch am PC selber gestaltete. ©Bandi R. Koeck
Feldkirch-Bangs. (BK) Die Straßennamen von Feldkirch beinhalten neben einem Stück Geschichte der Montfortstadt auch Politik, Kultur, banale Anlässe, usw. Teil 5 widmet sich dem Stadtteil Nofels.
Sebastian-Kneipp-Straße bis Altenreuteweg

Der bekannte Feldkircher Priester und Heimatforscher Dr. Andreas Ulmer (gest. 1953) hat in seinem Buch „Die geschichtlichen Straßennamen in Groß-Feldkirch“ dies zusammengefasst. Weitere Erklärungen zu den Straßennamen wurden aus Heimatbüchern der Feldkircher Fraktionen entnommen bzw. stammen von Stadtarchivar Christoph Volaucnik.

In Feldkirch legte ein Komitee unter Leitung des Historikers Prof. Gebhard Fischer der Stadtvertretung am 30. November 1905 eine Liste mit Straßenbenennungen vor. Darin sind der genaue Verlauf der Straßen, die Grenzen und die Nummern der einzelnen Häuser verzeichnet. Die damals vorgenommenen Straßenbenennungen gelten bis heute, die Hausnummerierungen wurden allerdings verändert.

Nach der Vereinigung zu Gro.-Feldkirch im Jahre 1925 berichtete Josef Wolf in seinem Aufsatz „Ein Rundgang durch Gro.-Feldkirch“: „Bei diesem Rundgang fielen mir die vielerorts neu angebrachten Bezeichnungen von Straßen und Plätzen auf. In Groß-Feldkirch konnten somit im ganzen 111 mit Namen bezeichnete Wege festgelegt werden, von denen mehrere erst in jüngster Zeit neu benannt worden sind. In den neuen Stadtteilen sind viele Wege und Stege noch nicht eigens benannt, man pflegt sie vielfach nach Parzellen zu benennen wie Fresch, Auf der Egg, im Schüttenacker u. dgl. mehr. Im Gebiete des alten Feldkirch fanden 49 Bezeichnungen, in Levis 16, in Altenstadt 12, in Gisingen 15, in Nofels 9, in Bangs 2, in Tisis und Tosters 2“. Nach der Vereinigung mussten gelegentlich Änderungen vorgenommen werden. So gab es zum Beispiel sowohl in Nofels als auch in Feldkirch eine Schmiedgasse. Um Verwechslungen vorzubeugen, änderte Nofels seine Schmiedgasse in Schmittengässele um.

Alte Freschnerstraße (Nofels) — Sebastian-Kneipp-Straße – Unterfresch

Benannt nach der wahrscheinlich ältesten Besiedelung der Pfarre Nofels, der Parzelle Fresch. Die Deutung des Wortes „Fresch“ ist unklar. Das romanische Wort „fraska, frascha“ beschreibt eine grasreiche Bergflur. Die lautliche Entwicklung aus dem Wort „Fraxinus“ für Esche ist eher unwahrscheinlich. Die Parzelle Fresch liegt auf dem nördlichen Teil des Schellenbergs und setzt sich aus den Parzellen Oberfresch, Unterfresch, Schüttenacker und Auf der Egg zusammen. Die Verkehrsverbindung nach Fresch war sehr schlecht und der Bau einer Straße von Nofels nach Fresch ein Streitpunkt zwischen der Gemeinde und den Bewohnern dieser Bergparzellen. Erst 1890 konnte ein Straßenbauprojekt abgeschlossen werden.

Sebastian-Kneipp-Straße (Nofels)

1936

Rheinstraße – Staatsgrenze Liechtenstein

Der bayerische Priester Sebastian Kneipp (1821 – 1897) war und ist für seine Wasserkuren bekannt. Mit Hilfe seines Verwandten, Kaplan Matthias Merkle, war es Sebastian Kneipp möglich, Theologie zu studieren. Seine im Jahr 1849 diagnostizierte Tuberkulose konnte er mit einem Bad in der kalten Donau heilen. Den Ratschlag hierzu hatte er aus dem Buch von Johann S. Hahn „Unterricht von der Heilkraft des frischen Wassers“. Fortan zählten Wasserwanderungen zu seinem täglichen Ritual. Mehrmals wurde er wegen „Kurpfuscherei“ angeklagt, da er den Leuten mit seinen Wasserkuren zu helfen versuchte. Im Jahr 1855 wurde er zum Hausgeistlichen des Klosters Wörishofen bestimmt. Unter seiner Leitung entwickelte dieses sich zu einem Kurort. 1866 veröffentlichte er sein Werk: „Meine Wasserkur“. In den folgenden Jahren wurde Sebastian Kneipp europaweit bekannt und er begab sich auf Vortragsreisen, bei denen er unter anderem auch den Papst traf. Bereits zu Kneipps Lebzeiten wurden Kneippvereine gegründet, die sein Wissen bewahrten und weitergaben. In Feldkirch wurde 1924 ein Kneippverein gegründet, in Nofels 1931. Im selben Jahr wurde in Tosters oberhalb der Kapelle St. Wolfgang eine Wassertretanlage eröffnet. Ab 1928 wurden auch im Noflerbad die beliebten Kneipp Kuren angeboten, seit 1932 auch in der städtischen Badeanstalt in Feldkirch.

Altenreuteweg (Nofels)

1934

Der Name leitet sich vom Flurnamen „Alte Rüttenen“ ab. Das Wort „Rütte“ wiederum bedeutet „von Holzwuchs und Buschwerk gerodetes Gebiet“. Im Jahr 1732 übergab die Gemeinde Nofels die Grundstücke in das Eigentum der Bürger, die sie als Äcker nutzten.

Alter Matschelserweg (Nofels)

Der Weg wurde nach seinem Bestimmungsort, der Parzelle Matschels, benannt. Das Wort „Matschels“ leitet sich vom lateinischen „monticulus“ ab, was „kleiner Berg“ bedeutet. Nach Franz Schatzmann könnte die Bezeichnung „Matschels“ von einem Hof herrühren, der sich auf oder an dem Berg („Bergle“ genannt) befand. Im 15. Jahrhundert waren noch die Bezeichnungen „Montschels“ und „Montschells“ gebräuchlich. Aufgrund von zahlreichen Überschwemmungen dieses Gebietes verlagerte sich die Siedlung in sicherere Gebiete. Nachdem die Ansiedlung auf dem „Bergle“ 1775 aufgelassen worden war, kaufte die Gemeinde Altenstadt die Grundstücke der Familien Schatzmann und Breuß und errichtete dort einen Steinbruch. Das dort gewonnene Steinmaterial fand beim Bau der Illwuhre (Hochwasserdämme) Verwendung.

 

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