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Die Sprache als Tor zur Welt

Spaß und Bewegung stehen bei der 'Sprachförderung auf dem Programm.
Spaß und Bewegung stehen bei der 'Sprachförderung auf dem Programm. ©OJAL
Sprachförderungsprojekt in Lustenau feiert 10-jähriges Bestehen.
Die Sprache als Tor zur Welt

Lustenau. Kommunikation ist allgegenwärtig. Wie Paul Watzlawick schon sagte „man kann nicht `nicht` kommunizieren“. Sprache ist dabei bei weitem nicht das einzige Werkzeug, das uns dabei zur Verfügung steht, jedoch für das Schaffen verständlicher Situationen und die Gewährleistung eines reibungsarmen Alltags in Schule, Familie und Arbeitswelt unabdingbar.

Seit 2010 besteht das Sprachförderungsprojekt der Offenen Jugendarbeit Lustenau, das direkt in der Hannes-Grabher-Siedlung in Lustenau angesiedelt ist. Auch wenn das Projekt im Jahr 2019 in einen Kinder- und Jugendtreff mit drei offenen Nachmittagen umstrukturiert wurde, so steht das spielerische und kindgerechte Lernen der deutschen Sprache für die Kinder weiterhin im Vordergrund. Gerade auch der Standort des Kinder- und Jugendtreffs macht diesen so wertvoll, da in der Siedlung ungefähr 70% der insgesamt in etwa 430 dort lebenden Personen einen Migrationshintergrund haben.

Spielerisch die Sprache fördern

Der regelmäßige Besuch des Kinder- und Jugendtreffs gibt den Kindern Zeit und Möglichkeit, die deutsche Sprache spielerisch zu festigen und infolgedessen die Nachteile, die durch einen begrenzten Sprach- und Wortschatz entstehen, in Bezug auf Bildung und das Arbeitsleben, abzufangen und im besten Fall zu vermeiden. Spielerische Sprachförderung, Lesestunden, kreatives Gestalten, Wortspiele, Theater und Hilfe bei Hausaufgaben und Lerninhalten sind nur einige der Schwerpunkte, die hier für Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren angeboten werden. Essenziell ist in diesem Projekt, dass der Leistungsdruck wegfällt, und die Besucher die Möglichkeit haben, auf ihre eigene Art und Weise und in ihrem eigenen Tempo die Sprache zu erlernen. Auch die Beziehungsarbeit steht im Vordergrund. Die Kinder und Jugendlichen haben Platz, ihre Gefühle, Ängste und Sorgen zu äußern.

„Ich mag und wachse an den Herausforderungen, die ein so niederschwellig positioniertes Projekt mit sich bringt. Es verlangt von uns Mitarbeiterinnen höchste Flexibilität – zeitlich sowie inhaltlich“, so Leiterin und Sozialpädagogin Alexandra Kremmel, die seit 2010 das Projekt begleitet. Unterstützt wird sie von Regine Riedler, die als Jugendarbeiterin im Kinder- und Jugendtreff tätig ist. „Die Beziehungsarbeit mit den Kindern und den direkten Kontakt erlebe ich als inspirierend, erfrischend und erfüllend. Auch wenn es manchmal Schwierigkeiten und Situationen gibt, in denen das Dasein und das Begleiten das Einzige ist, was ich tun kann“, erklärt Alexandra Kremmel.

Betreuung auch in Corona-Zeiten

Auch während der COVID-19-Pandemie ist die Offene Jugendarbeit Lustenau so gut wie möglich für die Besucher des Kinder- und Jugendtreffs da. Sprachförderung und Beziehungsarbeit durch Gespräche, die während der Mobilen Jugendarbeit stattfinden, sowie durch das Bereitstellen von Lerninhalten, kreativer Aufgaben und Rätsel steht hier immer noch im Vordergrund. Auch wird ein Kopier- und Ausdruckservice für Familien ohne technische Ausrüstung angeboten. Dies wird so lange aufrechterhalten, bis ein offener Betrieb wieder möglich ist.

Abschließend betont Alexandra Kremmel, dass die Sprachförderung bzw. der Treffpunkt für Kinder und Jugendliche auch im Jahr 2021 fortgeführt wird und bedankt sich bei den Unterstützern, allen voran die Marktgemeinde Lustenau, die Vogewosi und das Land Vorarlberg.

 

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