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Die Musikerin liebt die Komposition

In gewisser Weise war Doris Glatter-Götz immer schon eine Querdenkerin. Vielleicht war dies mit ein Grund, warum sich die 49-Jährige nach der Matura für ein Studium der Querflöte entschieden hat. Die Direktorin der Rheintalischen Musikschule Lustenau hat aber nicht nur ihr Instrument fest im Griff . Auch beim Bau ihres Hauses bewies die Musiklehrerin und Kulturmanagerin, dass sie alle Register gezogen hat.
Bilder aus Doris Glatters Haus

Ihr trautes Heim, das in der Prälatendammstraße in Bregenz steht, hat die dreifache Mutter in eine harmonische Komposition verwandelt, in der alle Töne aufeinander abgestimmt sind.

Sie selbst stuft die Tonalität ihres Hauses zwar deutlich kleiner als ein Kammerorchester ein, „ . . . und dennoch können darin alle Stücke gespielt werden“. Da wäre einmal das Intro, das beim Eingangsbereich aus naturbelassenem Schiefer beginnt und sich in der verwandelbaren Küche nahtlos fortsetzt. Die Querfl ötistin liebt es dabei griffl os, damit der Kochbereich dezent zurücktritt. Nur der ausziehbare Esstisch tritt in den Vordergrund, dient er doch auf der anderen Seite des Regales als Schreibtisch. „Das ganze Haus ist äußerst wandelbar“, macht Glatter-Götz gleich die Probe aufs Exempel und schiebt den Küchenblock zur Seite. Die Flexibilität braucht die Tonkünstlerin, die ihr komplettes Haus zum Teil selbst inszeniert hat, auch. Schließlich kann es schon mal sein, dass die Küche einem Tanz-Ensemble weichen muss oder dass statt Teller und Töpfe Klavier und Geige den Ton angeben.

Das 70 Quadratmeter schwellenlose Erdgeschoss bildet so wie der erste Stock eine eigene Einheit. Als Bauherrin zog sie alles alleine durch. Der Dornbirner Architekt Wolfgang Ritsch gab ihren Vorstellungen die Form. Augenscheinlich ist Glatter-Götz‘ Vorliebe für Holz und die Farbe Rot. „Mein Haus ist von außen nach innen eine Holzbox“, spricht sie mit einer gewissen Wortmelodie. Die vom Holzbauer Dietmar Berchtold gefertigten Teile wurden wie ein Puzzle zusammengesteckt. Naturbelassener Schiefer gibt sich mit Schwarzenberger Weißtanne und dem Ahornparkett die Hand. Und draußen harmonieret die senkrechte Holzlattenfassade aus Fichtenholz perfekt mit dem schwarzen Windpapier.

Die „Lady in Red“ liebt das tolle Raumklima und die einmalige Atmosphäre. Inmitten einer Häusersiedlung hat sich die leidenschaftliche Sängerin eine autarke Insel geschaff en. Von der Energie-Effi zienz weist das Gebäude Passivhaus-Niveau auf. „Mir ist es wichtig, dass ich von allen unabhängig bin“, meint die Querdenkerin mit dem Hang zur Gotik. Fast schon sakral mutet das Innere des Satteldaches an. Der vier Meter hohe Raum mit dem Glasdach über dem Bad lässt scheinbar einen unendlichen Blick nach oben zu und wirkt wie das fi nale Furioso einer besonderen Konzeption. Das Bad wurde mitten in den Raum in Form eines Kubus gesetzt. Der erste Stock ist eine eigene Einheit. Hier wohnen die in Wien studierenden drei Kinder Michael (23), Agnes (21) und Helene (20), wenn sie auf Heimatferien sind. Und hier ist auch Platz für Ensemble- Mitglieder der Symphoniker, die Glatter-Götz gerne beherbergt. Und dann werden in dem Raumwunder tatsächlich mal alle Stücke gespielt.

Daten und Fakten

Einfamilienhaus im Siedlungsstil in Bregenz, Doris Glatter-Götz

Wohnfläche: 107,43 m²

Grundstück: 500 m²

Architektur: Wolfgang Ritsch, Atelier für Baukunst Planung

Planung: ein Jahr

Bauzeit: Dezember 2008 bis Juni 2009

Energie: Fast-Passivhaus (auf den Heizwärmebedarfswert bezogen) Heizung mit kontrollierter Be- und Entlüftung, Luftwärmepumpe, Fußbodenheizung, Kaminofen

Konstruktion: Es handelt sich um ein Holzhaus in Riegelbauweise. Der Stil wurde den spitzen Satteldächern der typischen Siedlungshäuser in der Straße angepasst. Dran angehängt wurde ein einstöckiger Quader, in dem sich Bad und Schlafräume befi nden und der im Obergeschoss als großzügige Dachterrasse dient. Im Haus selbst befi nden sich zwei voneinander abgetrennte Wohneinheiten. Ins Obergeschoss gelangt man durch eine separate Eingangstüre, ohne das Erdgeschoss betreten zu müssen.

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