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Die Lust am Lesen wecken

Bregenz - Als Lesekoordinator hat Kurt Benedikt alle Hände voll zu tun.

Dass Kurt Benedikt Lehrer wurde, verdankt er einem „klassischen Schicksal“. Schon der Vater hat unterrichtet. „Der war Volksschuldirektor in Dornbirn-Edlach.“ Kurt Benedikt ist also kurze Zeit beim eigenen Vater in die Schule gegangen. „Das war wirklich schräg.“ Zumal der Vater nicht den Anschein erwecken wollte, dass er sein eigen Fleisch und Blut bevorzuge. „Deshalb bin ich deutlich öfter im Winkel gestanden.“ Früher war das noch so: Gesicht zur Wand, hieß es dann. Kurt Benedikt hat die Maserung der Raufasertapete noch gut vor Augen.

Mehrfacher Staatsmeister

Er trat trotzdem in die Fußstapfen des Vaters. An der Pädagogischen Akademie, die heute Hochschule ist, hat Kurt Benedikt Deutsch und Sport studiert. Sport bot sich an. Als Leitathlet konnte Benedikt im Hochsprung die persönliche Bestmarke von 2,18 m vorweisen. Mehrere Staatsmeistertitel hat er nach Hause getragen. Das Bundesheer absolvierte er an der Heeressport- und Nahkampfschule in Wien. Und nun also Lehrer. Seine ersten beiden Dienstjahre in Riezlern hatten den Vorteil kleiner Klassen. „Dennoch waren das Lehrjahre.“ Später half Benedikt mit, die Sporthauptschule in Bregenz aufzubauen. So lange spielte der Sport eine Hauptrolle in seiner beruflichen Laufbahn, bis ihn eine Wolfurter Kollegin zu einer Leseausbildung animiert hat. „Da bin ich ganz tief reingerutscht ins Lesen.“ Als die Stelle eines Lesekoordinators für die Pflichtschulen in Vorarlberg ausgeschrieben wurde, griff Benedikt zu. „Es gab noch gar kein Profil für den Job.“ Das bot entsprechend Spielraum.

Von Klasse zu Klasse

Inzwischen sind drei Jahre ins Land gegangen. Kurt Benedikt zog mit Bücherkoffern von Klasse zu Klasse. In Bremen fand er ein Modell für Vorlesepaten. In der Pilotschule von Kennelbach kamen Vorarlbergs erste Lese-Omas zum Einsatz. „Das Modell hat sich selber vervielfältigt.“ Heute helfen an die 50 Lese-Omas Kindern in 18 Schulen auf die Sprünge. Das alles ist erst der Anfang. Den jüngsten PISA-Schock fand Benedikt ganz heilsam. „Dass sich bis zu 25 Prozent der Kinder mit dem Lesen schwertun, kann man nicht wegdiskutieren.“ Das so verhätschelte Gefühl, bei uns funktioniere eh alles besser, habe einen wohltuenden Dämpfer erhalten. Dabei passiert heute schon viel an Motivation in der Schule. Das Land setzt auf Frühförderung. Benedikt hat im Internet einen richtigen Wissensort geschaffen, an dem Schulen ihre Leseprojekte miteinander austauschen: Ob sie nun Büchertürme bauen, die Schüler zu Lesescouts ausbilden oder die Kinder wie in Bizau einander Lesefreunde werden lassen. Entscheidend ist bei all dem, „dass das Elternhaus miteinbezogen wird“, weiß Benedikt. Lesen ist nichts, was sich einfach an die Schule delegieren lässt. Wenn österreichische Schulen im PISA-Vergleich viel zu wenig Lesezeit aufweisen, wird sich das ändern müssen. DieLustamLesen aber muss den Kindern auch zu Hause vermittelt werden. Das weiß der Vater zweier erwachsener Töchter aus eigener Erfahrung.

ZUR PERSON

Kurt Benedikt

Als Lesekoordinator bündelt er die einzelnen Aktivitäten der Pflichtschulen.

Geboren: 28. November 1961

Ausbildung: Matura und PädAk

Laufbahn: Lehrer in Riezlern, Aufbau der Sporthauptschule Bregenz, seit 2008 Lesekoordinator

Familie: geschieden, zwei Töchter

(VN)

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