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Die letzte Ehre erweisen

Die Geschäftsführerin von Bestattung Feistenauer Angelika Matheisl (rechts) nimmt die interessierte Praktikantin gerne mit und zeigt ihr den vielseitigen Beruf.
Die Geschäftsführerin von Bestattung Feistenauer Angelika Matheisl (rechts) nimmt die interessierte Praktikantin gerne mit und zeigt ihr den vielseitigen Beruf. ©bvs
 Die Arbeit als Bestatter ist vielfältig und erfordert viel Einfühlungsvermögen. Ein Grund, weshalb Michelle Staubmann (17) gerade an diesem Beruf interessiert ist.
Die letzte Ehre erweisen

 

Lustenau Wenn Michelle Staubmann über ihre Arbeit spricht, dann hat sie die ganze Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer. Die HAK-Schülerin besucht für ihr Praktikum, das von der Schule vorgesehen ist, keine Bank oder ein Büro. Nein, sie hat sich bewusst für ein Praktikum bei einem Bestatter entschieden. Seit Beginn der Sommerferien hilft sie tatkräftig beim Bestattungsunternehmen Feistenauer mit und zieht sogar in Erwägung, nach der Schule als Bestattungsfachkraft zu arbeiten.

Beruf miterleben

„Ich habe keine Berührungsängste vor diesem Beruf“, erklärt Staubmann. Der Tod gehört zum Leben dazu. Sie findet es schön, wie man als Bestatter den Trauernden eine große Stütze sein und den Verstorbenen die letzte Ehre erweisen kann. Die junge Schülerin hilft viel im Büro mit und unterstützt Angelika Matheisl, eine der zwei Geschäftsführer bei Bestattung Feistenauer, bei der Organisation und Bearbeitung der Trauerfälle. „Ich durfte aber auch schon bei Überführungen mitkommen oder bei Beerdigungen dabei sein“, so Staubmann. Für die 17-jährige Schülerin eine Arbeit, die sie mit großer Motivation anpackt.

Immer erreichbar

Menschen sterben nicht nur zu Bürozeiten, sondern auch in der Nacht, an Feiertagen und Wochenenden. „Wir sind rund um die Uhr erreichbar. Wenn das Telefon klingelt, fahren wir zu den Verstorbenen“, erklärt Matheisl. Sie ist in dem Familienbetrieb groß geworden und täglich mit der Arbeit in Berührung gekommen. Der Tod ist auch für sie nichts Befremdliches. Und dennoch war es für sie anfangs nicht selbstverständlich, den Familienbetrieb zu übernehmen. Eher aus Zufall habe sie sich dafür entschieden. Heute möchte sie ihre Entscheidung nicht missen. „Es ist eine sehr schöne Arbeit, da wir den Angehörigen helfen können und sie bei der Trauerarbeit unterstützen.“

Wissen weitergeben

Bestattungsinhaber besuchen die Bestatter-Akademie in Wien. Die Mitarbeitenden werden angelernt und nach und nach in diese umfangreiche Arbeit eingeführt. „Ich habe mein gesamtes praktisches Wissen von meinen Eltern erlernt und dieses gebe ich nun meinen Mitarbeitern weiter“, erklärt Matheisl. Im Betrieb herrscht eine Routine bezüglich der internen Abläufe. Jeder weiß, was zu machen ist. Und trotzdem bringt die Arbeit mit den Trauernden keine Routine. Und die darf es auch nicht geben, weiß Matheisl. Denn es erfordert immer wieder viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Trauernden. Ganz besonders nahe gehen den Bestattern junge Verstorbene oder Unfallopfer. Trotz aller Herausforderungen dieses außergewöhnlichen Berufes stellt sich Michelle Staubmann ihrer Aufgabe und träumt davon, später einmal diesen Beruf vielleicht ausüben zu können. bvs

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