„Die Kinder sind an die Siedlung gebunden“

Der Spielplatz ist bereits voll. Doch in der Hannes-Grabher-Siedlung leben 88 Kinder, die einen Ort zum Verweilen brauchen.
Der Spielplatz ist bereits voll. Doch in der Hannes-Grabher-Siedlung leben 88 Kinder, die einen Ort zum Verweilen brauchen. ©bvs
In der Hannes-Grabher-Siedlung wohnen 88 Kinder. Ziemlich viele für den zu kleinen Spielplatz.
„Die Kinder sind an die Siedlung gebunden“

Lustenau Die Hausaufgaben sind erledigt. Nun geht’s raus an die frische Luft und auf den Spielplatz. Auch die Kinder der Hannes-Grabher-Siedlung rennen fröhlich am Nachmittag herum, spielen Fangen und denken sich neue Spiele aus. Doch auf dem Spielplatz der Siedlung bietet sich ein groteskes Bild. Hier sind nur vereinzelt Kinder anzutreffen. Gespielt wird hier nicht. „Die Kinder rennen eigentlich lediglich um die Häuser herum“, beginnt Bahar Özcelik-Demitras (36), Mutter von zwei kleinen Kindern, zu erzählen. Der Spielplatz ist zu klein, wenig ansprechend und der vorhandene Mini-Sandkasten hat sich im Laufe der Jahre in ein Katzenklo verwandelt.

Kaum Spielmöglichkeiten

Die Problematik ist vor allem den Jugendarbeitern der Offenen Jugendarbeit (OJAL) bekannt. Sie sind wöchentlich vor Ort und betreuen die Kinder bei den Hausaufgaben. „Die Gemeinde hat zwei ansprechende Spielplätze in der Umgebung gebaut, doch viele Kinder sind einfach an die Siedlung gebunden. Sie benötigen einen Spielplatz mit ausreichendem Platz“, sagt die Jugendarbeiterin Regine Riedler. Laut Bürgerservice leben 88 Kinder unter 15 Jahren in der Siedlung. „Und genau für diese Kinder braucht es einen Spielplatz oder am besten mehrere kleinere Spielnischen“, erklärt Riedler. Dadurch könnten sich die Kinder besser verteilen.

Siedlungsinterne Angelegenheit

Jugendreferentin Julia Bickel (VP) erklärt gegenüber der VN-Heimat, dass der Gemeinde die Thematik bekannt ist. Sie haben mit dem Bau des Engelbach-Spielplatzes und jenem bei der Hasenfelder Kirche den betroffenen Kindern eine Möglichkeit geschaffen, sich dort zusätzlich aufhalten zu können. Siedlungsinterne Angelegenheiten können sie jedoch nicht lösen. Vogewosi-Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz war bis dato nichts von den Anliegen der Bewohner bekannt. „Wir erneuern nun die Dächer und die Fenster. Von dem Wunsch eines größeren Spielplatzes wissen wir nichts“, so Lorenz. Deshalb sei in diese Richtung nichts geplant.

Kinder haben genaue Vorstellungen

Die Kinder haben jedenfalls gute Ideen und wissen genau, was ihre Herzen höherschlagen lassen würde. „Wir hätten so gerne eine Wippe“, sagt Berat (9) und Kuzey (8) ergänzt wie schön ein Baumhaus wäre, auf das sie hinaufklettern könnten. Gedankenversunken machen sie sich an die Arbeit und beginnen auf ein großes Blatt Papier, den für sie perfekten Spielplatz zu zeichnen. Dabei entstehen wahre Kunstwerke, die die Bedürfnisse der Kinder sichtbar machen. Es finden sich Wippen, eine große Rutsche, ein Baumhaus und eine Nestschaukel wieder. „Nicht zu vergessen, sind die Babys“, ruft Mohammed Ali (6). „Hier leben viele kleine Kinder, deshalb wären zwei Babyschaukeln super.“ An diesem Nachmittag läuft eine Gruppe Kinder stolz durch die Siedlung und hält ihre Spielplatzplakate hoch. So als wollten sie ihre Wünsche auch auf diese Weise kundtun. bvs

„Viele Eltern arbeiten den ganzen Tag. Ein Großteil der Kinder ist an die Siedlung gebunden.“ Regine Riedler, Jugendarbeiterin OJAL.

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